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Dutzende Höfe wegen verunreinigten Geflügelfutters gesperrt

Bei Kontrollen in einem Schlachtbetrieb in Ostwestfalen wird mit einer giftigen Substanz belastetes Geflügel gefunden. Lackabsplitterungen sollen die Ursache sein. Betriebe in mehreren Ländern sind gesperrt. Mittlerweile ist die genaue Herkunft geklärt.



Tierfutter
Weibliche Küken werden in einem Stall gefüttert.   Foto: Philipp Schulze/Illustration

Nach der Lieferung von belastetem Geflügelfutter an Dutzende Höfe vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind zahlreiche Betriebe vorsorglich gesperrt worden.

In NRW seien mehr Höfe betroffen als in Niedersachsen, sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) am Donnerstag. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte am Mittwoch über 27 betroffene Betriebe informiert. Sperrungen gibt es demnach auch in Sachsen-Anhalt (2) sowie Brandenburg und Thüringen (je 1).

Bei der Belastung handle es sich um ein PCB-Gemisch. PCB (Polychlorierte Biphenyle) seien giftige Substanzen, die nur sehr schwer abbaubar seien. Eine akute Gesundheitsgefahr geht nach Angaben der Behörden von den belasteten Produkten jedoch nicht aus. Belastetes Geflügel und Eier seien aus dem Verkehr gezogen worden, noch ehe sie in den Handel gelangten, hatte eine Sprecherin des Landesamts NRW gesagt.

Das belastete Futter stammt vom Futtermittelhersteller Agravis. Mehr als 100 Tonnen des belasteten Geflügelfutters seien in Umlauf gekommen, bestätigte das Unternehmen mit Sitz in Münster und Hannover auf Anfrage. Der giftige Stoff sei in einer Niederlassung im ostwestfälischen Minden in das Geflügelfutter geraten. In zwei Verladezellen war offensichtlich Lack abgeblättert und hatte das Futter verunreinigt, wie die Behörden zuvor mitgeteilt hatten.

«Das Futter wurde gesperrt und bereits ausgelieferte Ware ausgetauscht», teilte die Agravis Raiffeisen AG mit. Man bedauere den Vorfall und habe Maßnahmen ergriffen, um Ähnliches in Zukunft zu vermeiden. Die betroffenen Verladezellen würden derzeit nicht genutzt und von einem Gutachter untersucht. «Eine schnellstmögliche Sanierung wird vorbereitet», hieß es weiter.

Betroffen sei allerdings nur ein geringer Teil der Gesamtproduktion am Standort: «Wir reden über weniger als ein Fünftel einer Tagesproduktion», sagte der Sprecher.«Selbst wenn Sie davon etwas gegessen haben, geht von den geringen Konzentrationen keine akute Gefahr aus», sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Lanuv.

Eine Veterinärin des Kreises Paderborn, in dem der Fund von kontaminiertem Geflügel die Untersuchung ins Rollen gebracht hatte, teilte mit, die festgestellten PCB-Werte bewegten sich im Nanogrammbereich. «Das entspricht in etwa einem Stück Würfelzucker im Bodensee», sagte sie laut Mitteilung.

Die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) informierte am Donnerstag im Landtag in Hannover über den Fall. Demnach sei Niedersachsen am 2. November aus NRW darüber informiert worden, dass bei der Untersuchung einer Masthähnchen-Probe eine Überschreitung des Höchstgehalts festgestellt wurde.

Erst sieben Tage später hätten die Behörden aus dem Nachbarland weitere, von Futtermittellieferungen betroffene Betriebe nachgemeldet. «Dadurch hat sich die Zahl der insgesamt betroffenen Betriebe in Niedersachsen deutlich erhöht», sagte Otte-Kinast.

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dpa

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2018
14:42 Uhr

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15. 11. 2018
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