Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeKinderfilmfestAutonomes Fahren in OberfrankenBlitzerwarner

Brennpunkte

EU warnt vor Wettrüsten nach Ende des INF-Vertrags

In knapp drei Wochen könnte eines der wichtigsten Abrüstungsabkommen Geschichte sein. Die EU versucht es mit letzten Appellen an Russland. Aber auch die USA werden in die Pflicht genommen.



INF-Abrüstungsvertrag
Der INF-Vertrag von 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion verbietet landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern.   Foto: Alexander Zemlianichenko/AP

Nach der Nato hat nun auch die Europäische Union dringend an Russland appelliert, das Ende des wichtigen atomaren Abrüstungsvertrags INF Anfang August doch noch abzuwenden.

Die Außenbeauftragte Federica Mogherini äußerte sich im Namen der EU tief besorgt und warnte vor einem neuen Wettrüsten. Stattdessen sollten Russland und die USA, die Staaten mit den größten Atomarsenalen, weiter abrüsten.

Der INF-Vertrag von 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion verbietet landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern. Die USA hatten den Vertrag Anfang Februar gekündigt, weil sie im neuen russischen Mittelstreckensystem 9M729 (von der Nato genannt SSC-8) einen Verstoß sehen. Russland bestreitet den Verstoß und sagt, die Reichweite des Raketensystems liege unter 500 Kilometern.

Moskau hatte den Vertrag Anfang Juli seinerseits offiziell ausgesetzt. Die Nato forderte Russland danach dringend zum Einlenken auf, erklärte aber gleichzeitig, dafür gebe es keine Hinweise.

«Wir sind tief besorgt über die Entwicklung mit Blick auf den INF-Vertrag, der am 2. August 2019 enden könnte», erklärte Mogherini. Die EU fordere Russland dringend auf, auf die immer wieder geäußerten Bedenken gegen das Waffensystem 9M729 einzugehen und sofort Maßnahmen zur vollen und nachvollziehbaren Einhaltung des Vertrags zu ergreifen. «Die nächsten Tage sind die letzte Chance zum Dialog und für die nötigen Maßnahmen, um diese wichtige Stütze der europäischen Sicherheitsarchitektur zu erhalten», hieß es in der Erklärung.

Mit dem INF-Vertrag seien fast 3000 Marschflugkörper mit atomaren und konventionellen Sprengköpfen von europäischem Boden abgezogen und belegbar zerstört worden, führte Mogherini aus. «Mit Blick auf die gewachsenen Spannungen müssen wir vorsichtig sein, nicht den Weg eines neuen Wettrüstens einzuschlagen, das den erheblichen Abbau nach Ende des Kalten Krieges zunichte machen würde», hieß es weiter. Die USA und Russland seien aufgefordert, auf eine weitere Verringerung ihrer Arsenale hinzuarbeiten.

Die beiden Atommächte sollten auch frühzeitig über die Zukunft des New-START-Vertrags in den Jahren nach 2021 sprechen, forderte die EU. Dieses Abkommen ist ein weiterer zentraler Atomabrüstungsvertrag. Er bezieht sich sogenannte strategische Atomwaffen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
21:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abrüstungsverträge Atommächte Atomwaffen Europäische Union Federica Mogherini INF-Verträge Marschflugkörper Nato Raketensysteme Waffensysteme
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Russischer Marschlugkörper SSC-8

13.01.2020

Nato reagiert auf russische Marschflugkörper

Sollte sich die Nato auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump stärker im Nahen Osten engagieren? Diese Frage dürfte in der Brüsseler Bündniszentrale in den kommenden Monaten für lebhafte Diskussionen sorgen. Es gibt aber... » mehr

Jens Stoltenberg

05.07.2019

Chance auf Rettung des INF-Vertrags schwindet

Der mehr als 30 Jahre alte Abrüstungsvertrag INF steht in nur vier Wochen vor dem Aus. Noch könnte Russland ihn bewahren, sagt die Nato - doch das westliche Bündnis glaubt offenbar kaum noch daran. » mehr

Papst Franziskus in Japan

24.11.2019

Papst nennt Atomwaffen Anschlag auf Menschheit

Der Papst fordert in Nagasaki und Hiroshima ein Ende von Massenvernichtungswaffen. Nicht nur der Gebrauch, sondern schon der Besitz von Atomwaffen sei unmoralisch. Der weltweiten Aufrüstung liege eine falsche Logik der A... » mehr

Bundeswehr trainiert Verteidigung mit Atomwaffe

18.10.2019

Bundeswehr trainiert Verteidigung mit Atomwaffen

Ein neues russisches Waffensystem hat in Europa lange vergessene Ängste vor einem möglichen Atomkrieg geweckt. Auch wenn es keine direkte Verbindung gibt: In Deutschland und Niederlanden übt die Nato in diesen Tagen für ... » mehr

Raketentest

12.12.2019

USA testen ballistische Rakete

Das Ende eines wichtigen Abrüstungsvertrags zwischen den USA und Russland hat bereits die Alarmglocken schrillen lassen. Jetzt nähren die USA mit einem neuen Raketentest Befürchtungen vor einem Wettrüsten. Werden Russlan... » mehr

US-Militär testet Marschflugkörper

20.08.2019

Russland und China kritisieren Marschflugkörper-Test der USA

Das Ende des INF-Abrüstungsvertrags hat weltweit Sorgen vor einem neuen Wettrüsten geschürt. Nun testen die USA einen neuen Marschflugkörper, der bis vor kurzem verboten gewesen wäre. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Prunksitzung in Bad Steben

Prunksitzung in Bad Steben |
» 61 Bilder ansehen

Tina Turner Show - Simply the Best

Tina Turner Show - Simply the Best | 27.01.2020 Hof
» 60 Bilder ansehen

Selber Wölfe - EV Füssen

Selber Wölfe - EV Füssen | 26.01.2020 Selb
» 48 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
21:37 Uhr



^