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Ein Deutscher unter den Opfern von El Paso

Das Entsetzen ist groß über die verheerenden Attacken in El Paso und Dayton. In Texas kommt auch ein Deutscher ums Leben. Amerika diskutiert nach dem Blutvergießen erneut über die Waffengesetze im Land. Und der Präsident ist mit viel Kritik konfrontiert.



Nach Massaker in Texas
Eine Frau kniet in El Paso neben einem provisorischen Denkmal für die Opfer des Massakers.   Foto: John Locher/AP » zu den Bildern

Bei dem mutmaßlich rassistisch motivierten Angriff im texanischen El Paso mit 22 Toten ist auch ein deutscher Staatsbürger ums Leben gekommen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bestätigte die Angaben von El Pasos Polizeichef Greg Allen.

Nach Angaben der Behörden in El Paso handelt es sich um einen 66 Jahre alten Mann. Weitere Informationen gab es zunächst nicht. Es blieb vorerst unklar, ob es sich um einen in den USA lebenden Deutschen oder einen Urlauber handelte. In dem Fall ermittelt auch der Generalbundesanwalt in Karlsruhe, wie eine Sprecherin am Dienstag bestätigte. Das werde immer so gehandhabt, wenn es deutsche Opfer gebe. Zuerst hatte der «Tagesspiegel» darüber berichtet.

US-Präsident Donald Trump will am Mittwoch mit seiner Frau Melania nach El Paso reisen - und auch nach Dayton in Ohio, wo es am Wochenende ebenfalls zu einem Blutbad gekommen war. Das kündigte US-Vizepräsident Mike Pence am Dienstag bei einem Auftritt in Arlington an. Der Präsident und die First Lady wollten dort ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung ausdrücken für die Betroffenen der abscheulichen Attacken.

In El Paso an der Grenze zu Mexiko hatte ein Todesschütze am Samstag in einem Einkaufszentrum um sich gefeuert. Insgesamt kamen 22 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Hintergrund aus. Der mutmaßliche Täter - ein 21-jähriger Weißer - ergab sich der Polizei und ist in Gewahrsam.

In der Nacht zum Sonntag hatte in Dayton ein weiterer Schütze neun Menschen getötet. Das Motiv des 24 Jahre alten Täters dort, der auch seine eigene Schwester erschoss, blieb zunächst noch unklar. Er hatte bis zu 250 Schuss Munition bei sich, wurde aber schon nach rund 30 Sekunden von Polizeibeamten unter Feuer genommen und dann getötet.

Ein Mann, der bei der Attacke in El Paso verletzt worden war, sagte dem Fernsehsender CNN, er habe den Schützen gesehen und diesen mit Flaschen beworfen, um ihn zu stoppen. Der Täter habe dann auf ihn geschossen und ihn auch getroffen. Um ihn herum hätten Menschen um ihr Leben gebetet.

Trump hatte die verheerenden Bluttaten in El Paso und Dayton am Montag als barbarisch verurteilt. Er forderte Gesetzesänderungen, um sicherzustellen, dass psychisch Kranke, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen, nicht in den Besitz von Waffen kommen können. «Geisteskrankheiten und Hass drücken ab, nicht die Waffe», sagte Trump. Zudem will der Präsident eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen, die die Todesstrafe bei Hassverbrechen in Form von Massenmord vorsehen würde.

Demokraten forderten dagegen generell strengere Hintergrundchecks für Waffenkäufer insgesamt. Sie versuchen seit Monaten, dies im Kongress durchzusetzen, Trumps Republikaner blockieren das Vorhaben jedoch im Senat. Der Präsident hatte am Montagmorgen noch über Twitter strengere Überprüfungen für Waffenbesitzer gefordert, Stunden später schien er sich aber wieder davon zu distanzieren. Das zeige, dass der Präsident ein «Gefangener der Waffenlobby» bleibe, beklagten die Chefs der Demokraten im Senat und im Repräsentantenhaus, Chuck Schumer und Nancy Pelosi.

Mit Blick auf die offenbar rassistisch motivierte Tat in El Paso beschuldigen prominente Demokraten den Präsidenten auch, er selbst ebne mit seiner eigenen Rhetorik den Weg für Hassverbrechen wie eben jenes in Texas. Trump hat die Eindämmung illegaler Einwanderung über die US-mexikanische Grenze zu einem Kernpunkt seiner Präsidentschaft gemacht. Seit längerem werfen ihm Kritiker vor, mit seiner aggressiven Rhetorik gegen Migranten und politische Gegner den Rassismus im Land zu befeuern.

Auch der frühere US-Präsident Barack Obama verurteilte eine von manchen Politikern genutzte Sprache der Angst und des Hasses - er nannte jedoch seinen Nachfolger nicht beim Namen. Obama erklärte: «Wir müssen eine Sprache gründlich ablehnen, die aus den Mündern unserer Anführer kommt und ein Klima aus Angst und Hass schürt oder rassistische Vorurteile normalisiert.»

Seit Jahresanfang hat es laut einer Statistik der Organisation Gun Violence Archive in den USA mehr als 250 sogenannte «Mass Shootings» gegeben, also Fälle, bei denen mindestens vier Menschen durch Schusswaffengewalt verletzt oder getötet wurden. Rechnerisch ist das mehr als ein solcher Fall pro Tag.

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 08. 2019
21:11 Uhr

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06. 08. 2019
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