Lade Login-Box.
Topthemen: HitzewelleHofer Volksfest 2019Bilder vom WochenendeGerch

Brennpunkte

Erdogan: S-400-Kauf ist ein «abgeschlossener Deal»

Für den türkischen Präsidenten gibt es am umstrittenen Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400 nichts mehr zu rütteln. Damit dürfte er sich endgültig den Zorn Washingtons zugezogen haben. Und Moskau reibt sich wohl die Hände, wenn die Nato-Partner streiten.



Flugabwehrsystem S-400
Lastwagen der russischen Streitkräfte mit dem Flugabwehrsystem S-400 fahren über den Roten Platz. Für den türkischen Präsidenten gibt es am umstrittenen Kauf des Raketenabwehrsystems nichts mehr zu rütteln.   Foto: Yuri Kochetkov/epa

Die Türkei hat den Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400 nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan bereits abgeschlossen. «Es ist ein abgeschlossener Deal», sagte Erdogan am Mittwochabend bei einer Veranstaltung seiner AKP-Partei in Ankara.

«Ich sage nicht, dass die Türkei das S-400-System kaufen will, sondern wir haben es bereits gekauft.» Damit ist weiterer Streit mit den USA rund um das Programm des US-Kampfjets F-35 vorprogrammiert.

Kurz vor der Erklärung Erdogans hatte sein Verteidigungsminister Hulusi Akar gegen Schritte Washingtons protestiert, den Nato-Partner beim Festhalten am S-400-Deal im Gegenzug vom F-35-Kampfjetprogramm der USA auszuschließen. Ein solcher Ausschluss widerspreche dem «Geist des Bündnisses» zwischen den beiden Ländern, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Mittwoch während eines Besuchs in Aserbaidschan.

Die Türkei hat sich bisher dezidiert zu dem mit Russland vereinbarten Kauf des Raketenabwehrsystems S-400 bekannt. Die USA sehen dies als Bedrohung. Washington argumentiert, dass Russland über die in der Türkei installierten Raketen an Daten über die Fähigkeiten der neuen F-35-Tarnkappenflugzeuge gelangen könnte.

In einem am vergangenen Freitag veröffentlichten Schreiben hatte der geschäftsführende US-Verteidigungsministers Patrick Shanahan seinen türkischen Kollegen Akar über die geplanten Maßnahmen informiert, um die türkische Teilnahme an dem Programm ab Ende Juli auszusetzen.

Zwar drücke der Brief die Erwartung aus, eine Lösung zu finden, sagte Akar am Mittwoch. Aber: «Wir haben vom ersten Moment an gesehen, dass der Ton nicht dem Geist des Bündnisses entspricht.» Die Türkei werde in den kommenden Tagen eine Antwort vorbereiten.

Er werde mit Shanahan bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister Ende Juni in Brüssel zusammenkommen, sagte Akar. Zudem würden die beiden am Donnerstag miteinander telefonieren.

Shanahan hatte der Türkei in der Vorwoche mitgeteilt, das türkische Personal, das an dem neuen F-35-Jet ausgebildet werde, müsse die USA bis zum 31. Juli verlassen. Das Ausbildungsprogramm werde danach ausgesetzt. Das Personal im gemeinsamen F-35-Projektbüro müsse ebenfalls bis Ende Juli ausreisen. Von der weiteren Teilnahme am Runden Tisch der F-35-Programmpartner werde die Türkei ausgeschlossen. Die Türkei werde keine neuen Fertigungsaufträge im F-35-Programm erhalten. Materiallieferungen blieben auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
15:43 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Drohung und Bedrohung Recep Tayyip Erdogan Türkische Staatspräsidenten Verteidigungsminister Verteidigungsminister der USA
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Patrick Shanahan

18.06.2019

Patrick Shanahan zieht sich von Pentagon-Spitze zurück

Das Pentagon kommt nicht zur Ruhe, die nächste Personalrochade an der Spitze steht an - ausgerechnet zu einer Zeit, wo die Angst vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten umgeht. » mehr

Brett McGurk

23.12.2018

Trump löst Verteidigungsminister Mattis eher ab als geplant

US-Verteidigungsminister Mattis kündigte aus Protest gegen Trumps Kurs seinen Rücktritt an. Nun löst der US-Präsident den Ressortchef deutlich eher ab als geplant. Mattis geht nicht als einziger. Die Entscheidung zum US-... » mehr

Patrick Shanahan

10.05.2019

Trump will Shanahan dauerhaft als US-Verteidigungsminister

Seit mehr als vier Monaten leitet Patrick Shanahan das US-Verteidigungsministerium kommissarisch, nun soll der Ex-Boeing-Manager den Job dauerhaft übernehmen. Aber er gilt als angeschlagen. » mehr

F-35

08.06.2019

USA wollen Türkei aus F-35-Programm ausschließen

Der türkische Präsident Erdogan hält eisern am Kauf eines russischen Raketenabwehrsystems fest. Die USA drohen dem Nato-Partner dafür mit dem Rauswurf aus dem F-35-Kampfjetprogramm - und machen nun ernst. » mehr

Flugabwehrsystem S-400

04.06.2019

Erdogan hält an S-400-Deal mit Russland fest

Die USA sind sauer, weil die Türkei als Nato-Partner Waffensysteme aus Russland kaufen will. Der türkische Präsident zeigt sich davon unbeeindruckt: Das russische Angebot sei einfach besser. » mehr

Bundeswehr

30.05.2019

Syrien-Einsatz der Bundeswehr könnte doch länger dauern

Mit hochauflösenden Fotos aus der Luft unterstützen Bundeswehrjets den Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien und im Irak. Der Einsatz soll eigentlich im Herbst enden. Angeblich gibt es aber nun doch andere Planspiele ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall mit Rettungswagen in Weißenstadt

Unfall mit Rettungswagen | 26.06.2019 Weißenstadt
» 27 Bilder ansehen

Rock im Hof 2019

Rock im Hof 2019 | 20.06.2019 Hof
» 98 Bilder ansehen

FC Vorwärts Röslau - SpVgg Bayern Hof 4:5

FC Vorwärts Röslau - SpVgg Bayern Hof 4:5 | 23.06.2019 Röslau
» 84 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
15:43 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".