Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Brennpunkte

Erdogan: S-400-Kauf ist ein «abgeschlossener Deal»

Für den türkischen Präsidenten gibt es am umstrittenen Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400 nichts mehr zu rütteln. Damit dürfte er sich endgültig den Zorn Washingtons zugezogen haben. Und Moskau reibt sich wohl die Hände, wenn die Nato-Partner streiten.



Flugabwehrsystem S-400
Lastwagen der russischen Streitkräfte mit dem Flugabwehrsystem S-400 fahren über den Roten Platz. Für den türkischen Präsidenten gibt es am umstrittenen Kauf des Raketenabwehrsystems nichts mehr zu rütteln.   Foto: Yuri Kochetkov/epa

Die Türkei hat den Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400 nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan bereits abgeschlossen. «Es ist ein abgeschlossener Deal», sagte Erdogan am Mittwochabend bei einer Veranstaltung seiner AKP-Partei in Ankara.

«Ich sage nicht, dass die Türkei das S-400-System kaufen will, sondern wir haben es bereits gekauft.» Damit ist weiterer Streit mit den USA rund um das Programm des US-Kampfjets F-35 vorprogrammiert.

Kurz vor der Erklärung Erdogans hatte sein Verteidigungsminister Hulusi Akar gegen Schritte Washingtons protestiert, den Nato-Partner beim Festhalten am S-400-Deal im Gegenzug vom F-35-Kampfjetprogramm der USA auszuschließen. Ein solcher Ausschluss widerspreche dem «Geist des Bündnisses» zwischen den beiden Ländern, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Mittwoch während eines Besuchs in Aserbaidschan.

Die Türkei hat sich bisher dezidiert zu dem mit Russland vereinbarten Kauf des Raketenabwehrsystems S-400 bekannt. Die USA sehen dies als Bedrohung. Washington argumentiert, dass Russland über die in der Türkei installierten Raketen an Daten über die Fähigkeiten der neuen F-35-Tarnkappenflugzeuge gelangen könnte.

In einem am vergangenen Freitag veröffentlichten Schreiben hatte der geschäftsführende US-Verteidigungsministers Patrick Shanahan seinen türkischen Kollegen Akar über die geplanten Maßnahmen informiert, um die türkische Teilnahme an dem Programm ab Ende Juli auszusetzen.

Zwar drücke der Brief die Erwartung aus, eine Lösung zu finden, sagte Akar am Mittwoch. Aber: «Wir haben vom ersten Moment an gesehen, dass der Ton nicht dem Geist des Bündnisses entspricht.» Die Türkei werde in den kommenden Tagen eine Antwort vorbereiten.

Er werde mit Shanahan bei einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister Ende Juni in Brüssel zusammenkommen, sagte Akar. Zudem würden die beiden am Donnerstag miteinander telefonieren.

Shanahan hatte der Türkei in der Vorwoche mitgeteilt, das türkische Personal, das an dem neuen F-35-Jet ausgebildet werde, müsse die USA bis zum 31. Juli verlassen. Das Ausbildungsprogramm werde danach ausgesetzt. Das Personal im gemeinsamen F-35-Projektbüro müsse ebenfalls bis Ende Juli ausreisen. Von der weiteren Teilnahme am Runden Tisch der F-35-Programmpartner werde die Türkei ausgeschlossen. Die Türkei werde keine neuen Fertigungsaufträge im F-35-Programm erhalten. Materiallieferungen blieben auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
15:43 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Drohung und Bedrohung Recep Tayyip Erdogan Türkische Staatspräsidenten Verteidigungsminister Verteidigungsminister der USA
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kramp-Karrenbauer

04.03.2020

Kramp-Karrenbauer zu Syrien: Europäer müssen mehr tun

Im vergangenen Jahr hat die Verteidigungsministerin eine internationale Sicherheitszone in Syrien gefordert - und einigen Wirbel ausgelöst. Inzwischen ist die Lage dort eskaliert. Eine geschützte Zone ist für Kramp-Karre... » mehr

Türkisches Militär

01.03.2020

Türkei startet massive Vergeltungsangriffe in Syrien

Mit dem Tod von drei Dutzend türkischen Soldaten erreichte der Konflikt mit Syrien eine neue Stufe der Eskalation. Die Türkei greift nun erneut in dem Bürgerkriegsland an. Auch eine direkte militärische Konfrontation mit... » mehr

Konflikt in Syrien

28.02.2020

Nato berät nach Angriff auf türkische Soldaten in Idlib

Politiker warnen vor einem Krieg des Nato-Partners Türkei mit Syrien. Die Nato erklärt sich solidarisch mit Ankara. Spielt die Türkei mit dem Flüchtlingspakt, um mehr Hilfe zu bekommen? Und was kommt auf die EU-Außengren... » mehr

Abzug

29.10.2019

Moskau: YPG vor Ende der Waffenruhe aus Nordsyrien abgezogen

Sechs Tage hatte die Kurdenmiliz YPG Zeit, sich aus den umkämpften Gebieten in Nordsyrien zurückzuziehen. In der Zeit galt eine Feuerpause. Friedlich blieb es dennoch nicht. Eine Hilfsorganisation spricht von einer verhe... » mehr

Angriffsspuren

27.10.2019

Trump verkündet Tod von IS-Anführer Al-Bagdadi

Die Terrormiliz IS hat die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Nun ist den USA ein wichtiger Schlag gegen die Terroristen gelungen. Präsident Trump persönlich verkündet, der Kopf der Organisation sei «winselnd und wein... » mehr

Malu Dreyer

25.10.2019

SPD-Chefin droht mit Sanktionen gegen die Türkei

Die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer hat im Konflikt um Nordsyrien mit Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei gedroht. «Sollte Ankara nicht einlenken, können Wirtschaftssanktionen der nächste Schritt sein», sagte Dr... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Geldautomat in Selbitz gesprengt Selbitz

Geldautomat in Selbitz gesprengt |
» 20 Bilder ansehen

DisTANZ in den Mai Fichtelgebirge

DisTANZ in den Mai | 03.05.2020 Fichtelgebirge
» 63 Bilder ansehen

20200516_143430

4. Bratwurstlauf 2020 |
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
15:43 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.