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Europäer sehen Vergangenheit rosiger als Gegenwart

Wer die Vergangenheit positiver sieht als die Gegenwart, ist gegenüber EU und Einwanderung tendenziell kritischer eingestellt. Das sagt eine Bertelsmann-Umfrage. Frauen schauen beim Blick zurück seltener durch eine rosa Brille als Männer.



Europäer neigen zu Nostalgie
Europafahne vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Die meisten Europäer sehen die Vergangenheit positiver als die Gegenwart.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Zwei Drittel der Europäer sehen die Vergangenheit nach einer Umfrage positiver als die Gegenwart und neigen bei aktuellen Themen wie Einwanderung und EU-Mitgliedschaft eher zur Skepsis.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 10 885 EU-Bürgern in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Polen, die die Bertelsmann Stiftung am Montag in Gütersloh veröffentlichte. Die Umfrage stuft 67 Prozent der Europäer demnach als Nostalgiker ein, in Deutschland seien es 61 Prozent.

Nostalgie sei auch ein Hinweis auf ein hohes Maß an Verunsicherung in der Gesellschaft, sagte Isabell Hoffmann, Mitautorin der Studie. Populisten nutzen Verweise auf die «gute alte Zeit» mitunter geschickt, um Angst vor der Zukunft zu schüren.

Nostalgiker seien in der Regel deutlich ablehnend zur Einwanderung eingestellt: Rund 78 Prozent dieser Gruppe sind der Auffassung, dass sich Einwanderer nicht in die Gesellschaft integrieren wollen - bei den europäischen «Nicht-Nostalgikern» sind 63 Prozent dieser Meinung. Und 53 Prozent der Nostalgiker glauben, dass Zuwanderer den Einheimischen die Jobs wegnehmen - «nur» 30 Prozent der nicht nostalgisch eingestellten Befragten denken so. Weiteres Ergebnis: Unter den Nostalgikern wollen 67 Prozent, dass ihr Land in der EU bleibt - gegenüber 82 Prozent bei den Nicht-Nostalgikern, die für einen EU-Verbleib sind.

Bei der Selbsteinschätzung sehen 53 Prozent der Nostalgiker sich politisch eher rechts der politischen Mitte. Genau umgekehrt ist es bei der anderen Gruppe, die sich zu 58 Prozent eher links der Mitte einstuft. Wenig erstaunlich: Jüngere Leute sind laut Umfrage deutlich weniger empfänglich für das «Hohelied auf die gute alte Zeit» als ältere Menschen. Frauen sehen die Vergangenheit etwas seltener (47 Prozent) durch eine rosa Brille als Männer (53).

Ein «altersmilder Blick» sei menschlich, eine Ausnutzung von Ängsten und Unsicherheiten durch politische Parteien dagegen «fahrlässig», meint Stiftungs-Vorstandschef Aart De Geus. Mit der «eupinions»-Umfrage - entwickelt mit den Meinungsforschern von Dalia Research - erhebt die Stiftung regelmäßig die Haltung der EU-Bürger zu bestimmten politischen Themen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
05. 11. 2018
17:30 Uhr

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05. 11. 2018
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