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Fall Epstein: US-Justizminister bemängelt schwere Fehler

Zwischen schillernden Stars und einflussreichen Politikern zeigte sich Jeffrey Epstein am liebsten. Doch dann holten den US-Unternehmer Vorwürfe ein, einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut zu haben. Jetzt ist Epstein tot - doch der Fall noch lange nicht vorbei.



US-Justizminister Barr
William Barr ist seit Februar Justizminister der USA.    Foto: John Bazemore/AP

Nach dem Tod des wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten US-Unternehmers Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle in New York hat US-Justizminister William Barr «schwere Unregelmäßigkeiten» in der Haftanstalt beklagt.

Diese seien Grund für tiefe Besorgnis und verlangten eine gründliche Untersuchung, sagte Barr am Montag in New Orleans. Die Bundespolizei FBI und die interne Kontrollbehörde des Justizministeriums würden den Vorgang nun aufklären. «Wir werden rausfinden, was passiert ist.» Falls angezeigt, würden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen.

Trotz Epsteins Tod werde der Fall gegen seine möglichen Komplizen weiter verfolgt werden. «Die Opfer verdienen Gerechtigkeit, und sie werden sie bekommen», versprach Barr. Er sei «entsetzt» und «verärgert» gewesen, als er erfahren habe, dass die Haftanstalt es versäumt habe, Epstein ordnungsgemäß zu sichern. Barr hatte bereits am Wochenende eine interne Untersuchung im Ministerium in die Wege geleitet, außerdem nahm das FBI Ermittlungen auf.

Epstein wurde von der Staatsanwaltschaft in New York vorgeworfen, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der 66-jährige Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift.

Er soll sich am Wochenende in einem New Yorker Gefängnis umgebracht haben. Er wurde dort von Mitarbeitern der Haftanstalt gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Dort sei er schließlich für tot erklärt worden. Eine erste Autopsie sei durchgeführt worden, teilte die zuständige Behörde mit. Bevor das Ergebnis veröffentlicht werde, würden aber noch weitere Informationen abgewartet.

Der Fall Epstein beschäftigt auch Behörden in anderen Ländern. Mitglieder der französischen Regierung forderten eine französische Untersuchung zu dem Fall. «Die US-Untersuchung hat Verbindungen zu Frankreich ans Licht gebracht. Für die Opfer erscheint es uns daher von grundlegender Bedeutung, in Frankreich eine Untersuchung einzuleiten, damit die Angelegenheit vollständig aufgeklärt wird», hieß es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung von Frankreichs Gleichstellungs-Staatssekretärin Marlène Schiappa und dem Staatssekretär für den Schutz von Kindern, Adrien Taquet. Unklar blieb, welche konkreten Verbindungen Schiappa und Taquet meinten.

Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärte, sie prüfe und analysiere derzeit übermittelte Informationen. Anschließend würde entschieden, ob eine Untersuchung eingeleitet werde.

Wie die «New York Times» berichtete, soll das Gefängnis in Manhattan in der Nacht vor Epsteins Tod nicht die vorgeschriebenen Überwachungsmaßnahmen eingehalten haben. Das soll untersucht werden. Zudem sollen mögliche Mittäter ins Visier genommen werden. Zudem könnten mutmaßliche Opfer von Epstein seine Nachlassverwaltung um Wiedergutmachungszahlungen angehen.

Seine Klientinnen seien vom Tod Epsteins überrascht worden und unglücklich darüber, dass sie ihn nun nicht vor Gericht konfrontieren könnten, sagte Anwalt David Boies, der mehrere mutmaßliche Opfer von Epstein vertritt, der «New York Times». «Auf der anderen Seite haben sie schon so viel durchgemacht, dass sie nicht aufgeben werden, und so weit, wie sie die Nachlassverwaltung zur Verantwortung ziehen können, werden sie versuchen das zu tun.»

Der Skandal um den Unternehmer bot seit dessen Festnahme Anfang Juli reichlich Zündstoff: Die Staatsanwaltschaft in New York warf dem 66-Jährigen vor, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift.

Einige Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen und mit großen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere Mädchen heranzuschaffen. Die Ermittler berichteten, sie hätten bei Durchsuchungen in Epsteins Anwesen in Manhattan Hunderte Nacktbilder gefunden. Epstein wies die Vorwürfe zurück und plädierte auf nicht schuldig.

Der Termin für den Prozessbeginn war vorläufig auf den 8. Juni 2020 festgelegt worden. US-Medien spekulieren, dass ein Prozess weitere Prominente schwer belastet hätte. Epstein zeigte sich gerne öffentlich mit Stars und hatte unter anderem - zumindest zeitweise - Kontakte zum heutigen Präsidenten Donald Trump, Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew aus Großbritannien.

Vorwürfe, Andrew habe über den Kontakt zu Epstein sexuelle Kontakte zu Minderjährigen gehabt, bezeichnete der Buckingham-Palast als «kategorisch falsch». Queen Elizabeth II. zeigte sich am Wochenende demonstrativ an der Seite ihres zweitältesten Sohns auf dem Weg zum Kirchenbesuch in Schottland. Die Royals verbringen dort traditionell die Sommerferien.

Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
18:35 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
12. 08. 2019
18:35 Uhr



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