Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

Brennpunkte

Fridays for Future trotzt Pandemie und Regen

Greta Thunberg und ihre Klima-Mitstreiter protestieren erstmals seit Monaten wieder im Großformat unter freiem Himmel. In Deutschland trotzen Demonstranten dem Regen - das Wetter sei immer noch besser als die Klimapolitik, finden sie. Und was ist mit Corona?



Demonstration in Stuttgart
Die Demonstranten fordern, den Ausstieg aus der Nutzung von Kohle und Öl zu beschleunigen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.   Foto: Christoph Schmidt/dpa » zu den Bildern

Berlin und Kiew, Stockholm und Seoul, Sydney und Edinburgh: Wenn die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future zum Protest aufruft, gehen Menschen rund um den Globus auf die Straße.

Inmitten der Corona-Krise demonstrierten die Aktivisten am Freitag erstmals seit Monaten wieder im großen Stil - weil auch während der Pandemie die Erderhitzung keine Pause macht, wie sie sagten.

In Berlin und vielen anderen deutschen Städten schränkten nicht nur die Hygiene- und Abstandsregeln die Versammlungen ein, auch der Regen machte den oft jungen Demonstranten zu schaffen. «Das Wetter ist besser als die Klimapolitik der Bundesregierung!», schrieb Fridays for Future Aachen launig auf Twitter. Berichte über größere Verstöße gegen Corona-Auflagen oder aufgelöste Demos gab es zunächst nicht. Ein Protestcamp in Aachen durfte nach kurzem Ärger doch stehenbleiben.

In der Pandemie ist nicht nur die Klimapolitik teils von der Agenda der Politik gerutscht, auch um Greta Thunberg und ihre Mitstreiter war es etwas ruhiger geworden. Deutschlands bekannteste Aktivistin Luisa Neubauer zeigte sich zufrieden, als sie am Brandenburger Tor sprach: «Wir sind da, aber sowas von.» Von Resignation könne keine Rede sein. «Sie wollen uns von der Straße haben. Das bekommen sie nicht! Denn wir alle sind ein Grund zur Hoffnung. Macht euch gefasst: Wir kommen!»

Was die Teilnehmerzahlen anging, gab es wie häufig größere Unterschiede zwischen Angaben der Veranstalter und der Polizei - es dürften deutschlandweit aber mehrere Zehntausend gewesen sein. Registriert waren mehr als 450 Veranstaltungen.

Weltweit forderten die Demonstranten, den Ausstieg aus der Nutzung von Kohle und Öl zu beschleunigen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen - dafür wäre aus Sicht von Wissenschaftlern ein radikales Umsteuern zwingend notwendig. In Deutschland ist nach Daten des Deutschen Wetterdienstes das aktuelle Jahrzehnt rund 1,9 Grad wärmer als die ersten Jahrzehnte der Aufzeichnungen ab 1881. Weltweit wird der Anstieg der Temperatur mit 1,1 Grad beziffert. Schmelzende Eismassen, steigende Meeresspiegel und ein höheres Risiko für Hitzewellen, Dürren und andere Extremwetter sind die Folge.

Rund um die Erde waren einer Auflistung von Fridays for Future zufolge mehr als 3200 «Klimastreiks» angekündigt. Zeitzonenbedingt machten Klimafreunde in Australien den Anfang: Im Rahmen von mehr als 500 geplanten Aktionen in nahezu allen Landesteilen gingen überwiegend junge Australier und ihre Unterstützer auf die Straße. Aktivisten in Brisbane legten den riesigen Schriftzug «Fund our Future!» (Finanziert unsere Zukunft!) in einem Park aus.

An die großen Menschenmassen der globalen Klimaproteste des Vorjahres - damals waren weltweit Hunderttausende bis Millionen Menschen auf den Straßen unterwegs - reichten die Teilnehmerzahlen wegen der Corona-Beschränkungen aber bei Weitem nicht heran. Viele Aktivisten wichen angesichts der Pandemie mit teils kreativen Aktionen ins Netz aus: In Japan etwa, wo über 70 Klimastreiks stattfinden sollten, stellten Menschen Fotos ihrer Schuhe und Protestschilder online.

Die inzwischen weltberühmte Aktivistin Greta Thunberg postierte sich mit einigen weiteren Demonstranten vor dem Reichstag in Stockholm, um in der 110. Woche ihres berühmt gewordenen «Schulstreiks fürs Klima» abermals für mehr Klimaschutz einzustehen. Dabei trug sie einen Mund-Nasen-Schutz mit dem Emblem von Fridays for Future und hielt deutlich Abstand zu ihren Mitstreitern.

Auf dem afrikanischen Kontinent, wo die Menschen bereits heute besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden, gab es in zahlreichen Ländern kleinere Proteste, etwa in Südafrika und Kenia. «Wir fordern unsere Anführer dazu auf, aufzuwachen», sagte die ugandische Aktivistin Vanessa Nakate, die bekannteste Klimaschützerin Afrikas, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollen in einer besseren Welt leben.» Auch auf Mauritius wurde demonstriert - in dem Urlaubsparadies war es vor einigen Wochen zu einer Ölkatastrophe gekommen, nachdem ein Frachter auf einem Riff auf Grund gelaufen war.

Auch aus dem sogenannten ewigen Eis, das durch den Temperaturanstieg bedroht ist, kam Unterstützung: Forscher in der Arktis und Antarktis demonstrierten ebenfalls, wie Bilder zeigten, die Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven veröffentlichten. Was in der Arktis passiere, beeinflusse auch das Wetter und Klima vor Ort in Deutschland, mahnten sie.

 

 

 

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 

Diese Umfrage ist nicht repräsentativ

 

 

 

 

 

© dpa-infocom, dpa:200925-99-699989/20

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 09. 2020
21:50 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktivistinnen und Aktivisten Annalena Baerbock Brandenburger Tor Demonstranten Deutsche Presseagentur Deutscher Wetterdienst Erderwärmung Greta Thunberg Hitzewellen Klimapolitik Klimaschutz Pandemien Polizei Twitter Verwaltungsgericht Hamburg Wetter Wetterextreme
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Neubauer und Thunberg

24.07.2020

Fridays for Future will wieder weltweit auf die Straße

Seit Monaten können wegen der Corona-Pandemie keine Klimagroßproteste stattfinden. Damit soll in gut zwei Monaten Schluss sein: Dann will die Bewegung Fridays for Future wieder lautstark in Deutschland und darüber hinaus... » mehr

Fridays-for-Future-Demonstration

13.10.2020

FFF-Studie: Vernichtendes Urteil für Klimaschutz

Es ist eine schallende Ohrfeige für die Regierung, die sich beim Klimaschutz international als Vorreiter sieht - und auch auf die junge Bewegung Fridays for Future zugehen will. Eine Studie im Auftrag der Aktivisten sagt... » mehr

Protest in Hamburg

29.11.2019

«Stoppt Black Friday!» - Hunderttausende bei Klimaprotesten

«Ohne Bäume keine Träume»: Zum mittlerweile vierten Mal in diesem Jahr gehen Menschen weltweit gemeinsam für mehr Klimaschutz auf die Straße. Die Kritik der Demonstranten richtet sich am Black Friday nicht ausschließlich... » mehr

Yavuz Feroglu

21.02.2020

Zehntausende setzen mit Greta Thunberg Zeichen fürs Klima

Sie ist die Symbolfigur für den weltweiten Klimaprotest: Greta Thunberg. Nach Auftritten vor den Vereinten Nationen in New York und beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist die 17-Jährige erneut nach Deutschland gekommen, ... » mehr

Bundeswirtschaftsminister Altmaier

11.09.2020

Altmaier überrascht mit Klimaschutz-Offensive

Ein Jahr vor der Bundestagswahl hisst Peter Altmaier über dem Wirtschaftsministerium die grüne Fahne. Klimaschutz müsse als «vorrangige Herausforderung» begriffen werden. Die Reaktionen sind verhalten. » mehr

Greta-Masken

20.09.2019

Weltweiter Massenprotest für eine bessere Klimapolitik

Fahrraddemos, Blockaden, Sternmärsche, Kundgebungen: Nicht nur viele deutsche Innenstädte waren dicht an diesem Freitag, dem Tag des globalen Klimastreiks. Auch weltweit gab es Aktionen in Tausenden Städten. Hört die Pol... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Filmtage Samstag

Hofer Filmtage - Samstag | 24.10.2020 Hof
» 36 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. Selb

Selber Wölfe - Black Dragons Erfurt 3:2 n.P. | 23.10.2020 Selb
» 47 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 09. 2020
21:50 Uhr



^