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Gewalt überschattet Wahl in Bangladesch

Mit Macheten und Stöcken gehen Anhänger der zwei großen Lager vor Wahllokalen in Bangladesch aufeinander los. Schon im Vorfeld der Parlamentswahl hatte es Gewalt gegeben. Beide Seiten werfen einander zudem vor, die Wahl manipulieren zu wollen.



Parlamentswahl in Bangladesch
Unter Polizeischutz trägt ein Wahlhelfer nach Ende der Stimmabgabe eine Wahlurne aus einem Wahllokal in Dhaka.   Foto: Anupam Nath/AP

Millionen Menschen haben bei einer von Gewalt und Manipulationsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl in Bangladesch ihre Stimmen abgegeben.

Anhänger der Regierungspartei Awami League und der oppositionellen BNP bekämpften einander am Sonntag nach Angaben der Polizei in verschiedenen Teilen des Landes, um Kontrolle über die Wahllokale zu erlangen. Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben. Mehr als 100 Oppositionspolitiker hätten ihre Kandidaturen zurückgezogen, weil die Wahl manipuliert sei, sagte der Spitzenkandidat der Opposition, Kamal Hossain.

An einigen Orten wurde die Stimmabgabe wegen der Gewalt unterbrochen. Ein Wahllokal blieb geschlossen, weil die Stimmzettel gestohlen worden waren. Die Behörden unterbrachen nach Angaben der Telekommunikationsbehörde in ganz Bangladesch den Zugang zu mobilem Hochgeschwindigkeitsinternet, um die Verbreitung von Gerüchten zu unterbinden.

Der 81 Jahre alte Hossain, Chef des Oppositionsbündnisses Jatiya Oikya Front, sprach nach Schließung der Wahllokale von einer «Wahl-Farce» und forderte eine Neuwahl. Diese müsse unter einer überparteilichen Übergangsregierung ausgerichtet werden - so wie es in Bangladesch üblich gewesen sei, bis Premierministerin Sheikh Hasina im Jahr 2008 an die Macht kam.

Die 71-jährige Hasina ging als Favoritin für eine dritte Amtszeit in Folge und ihre vierte insgesamt ins Rennen. Die eigentliche Oppositionsführerin und ehemalige Premierministerin Khaleda Zia wurde wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilt und sitzt seit Februar im Gefängnis.

Rund 104 Millionen der etwa 160 Millionen Einwohner des südasiatischen Landes waren wahlberechtigt. Mehr als 1860 Kandidaten bewarben sich um insgesamt 300 Parlamentssitze. Ergebnisse werden am Montag erwartet.

Wie schon bei vorherigen Wahlen war es bereits im Wahlkampf zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Lager gekommen. Mindestens acht Menschen kamen dabei ums Leben. Zahlreiche Anhänger der Opposition wurden festgenommen. Um die Ordnung während der Wahl aufrechtzuerhalten, wurden mehr als 700.000 Soldaten und Sicherheitskräfte mobilisiert.

Noch vor Öffnung der Wahllokale gingen am Sonntagmorgen (Ortszeit) vor einem Wahllokal im Bezirk Rangamati im Südosten des Landes zwei Gruppen mit Macheten, Messern und Stöcken aufeinander los, wie Polizeisprecher Alamgir Kabir der Deutschen Presse-Agentur sagte. Soldaten hätten die Lage beruhigt, nachdem ein Unterstützer der Regierungspartei gestorben sei. Zehn Menschen seien verletzt worden.

Vor einem Wahllokal im Bezirk Chittagong wurde laut Polizei ein Oppositioneller getötet, nachdem dieser zusammen mit anderen versucht habe, die Wahlzettel an sich zu reißen. Die Polizei habe geschossen, nachdem sie angegriffen worden sei. Ebenfalls in Chittagong töteten den Angaben zufolge Aktivisten von Hasinas Awami League einen Oppositionellen aus Rache für den Tod eines Regierungsanhängers.

Hasina, deren Partei als säkular gilt, hatte der konservativen Hauptoppositionspartei BNP (Nationalistische Partei Bangladesch) vorgeworfen, im Auftrag von Pakistans Militärgeheimdienst ISI die Wahl sabotieren zu wollen. Bangladesch ist seit 1971 von Pakistan unabhängig. Die BNP hatte die vorherige Parlamentswahl vor knapp fünf Jahren boykottiert. Damals hatte ihre Chefin Zia faktisch unter Hausarrest gestanden, und viele andere Oppositionsgrößen waren hinter Gittern. Manche Kritiker verschwanden spurlos.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 12. 2018
18:36 Uhr

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