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Gibraltar will Supertanker «Grace 1» freigeben

Der Konflikt mit dem Iran wird seit Monaten auch auf internationalen Schifffahrtsrouten ausgetragen. Eine Gerichtsentscheidung auf Gibraltar könnte die Lage entspannen, doch nun grätschen die Amerikaner dazwischen. Was steckt dahinter?



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Der Supertanker «Grace 1» liegt in den Gewässern vor Gibraltar.   Foto: Henning Rosenbusch

Gibraltar will den mit iranischem Öl beladenen Supertanker «Grace 1» freigeben. Diese Entscheidung bestätigte am Donnerstag das oberste Gericht des britischen Überseegebiets an der Südküste Spaniens.

Es ist aber noch unklar, ob das vor sechs Wochen festgesetzte Schiff sofort in See stechen kann. Auch ein Regierungssprecher konnte dazu keine Auskunft geben.

Mit der Entscheidung wächst die Hoffnung auf eine Deeskalation in dem schwelenden Konflikt zwischen dem Iran und mehreren westlichen Ländern, darunter den USA und Großbritannien.

In letzter Minute versuchten die USA, das Schiff am Auslaufen zu hindern. Die Regierung Gibraltars teilte mit, das US-Justizministerium habe beantragt, den Tanker wegen einer Reihe von Vorwürfen zu beschlagnahmen. Eine gerichtliche Prüfung dessen stehe noch aus. Was das konkret für den Tanker bedeutet, ist noch unklar.

Der Iran bestätigte die Freigabe des Schiffes. Der Tanker werde schon bald Gibraltar verlassen, twitterte Irans Botschafter in London, Hamid Baeidinedschad. Das Ende «der illegalen Festsetzung» des Schiffs sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen des iranischen Außenministeriums mit der britischen Seite in den vergangenen Wochen. Die Entscheidung des Gerichts in Gibraltar sei auch eine «demütigende Niederlage» für die USA, die noch am Vormittag die Freigabe des Tankers hätten verhindern wollen.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker Anfang Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt. Das britische Außenministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - dies wäre ansonsten ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Am 19. Juli stoppten dann die iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus den britischen Öltanker «Stena Impero». Zur Begründung hieß es, das Schiff habe internationale Regeln der Seefahrt nicht eingehalten, sein GPS-System ausgeschaltet und umweltschädigende Materialien an Bord.

Einen vom Iran vorgeschlagenen Austausch der beiden Tanker lehnte die neue britische Regierung ab. Gibraltar ist britisches Hoheitsgebiet.

Seit Monaten gibt es ein Kräftemessen zwischen dem Iran und anderen Staaten, allen voran den USA, das auch und gerade auf internationalen Schifffahrtswegen ausgetragen wird. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu Zwischenfällen vor allem in der Straße von Hormus, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Die USA machten den Iran für diverse Attacken auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich, was die Führung in Teheran bestritt.

Hinter den Spannungen zwischen dem Iran und den USA steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran weist das zurück.

Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden sollte. Seit dem Ausstieg aus dem Abkommen setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und auf andere Gebiete erweitertes Abkommen auszuhandeln. Der Iran widersteht dem Druck bisher.

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dpa

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Veröffentlicht am:
15. 08. 2019
21:14 Uhr

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15. 08. 2019
21:14 Uhr



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