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Greta Thunberg zurück in Europa

«Land ahoi»: Greta Thunberg ist nach ihrem zweiten Transatlantik-Törn in Portugal angekommen. In den nächsten Tagen will die junge Klimaaktivistin zum Klimagipfel nach Madrid weiterreisen.



Greta Thunberg in Lissabon
Greta Thunberg trifft auf dem Katamaran «La Vagabonde» in Lissabon ein.   Foto: Pedro Rocha/AP/dpa

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist nach ihrer erneuten Segelreise über den Atlantik wieder zurück in Europa.

Der Katamaran «La Vagabonde» mit der 16-Jährigen an Bord lief am frühen Nachmittag nach drei Wochen auf See in den Hafen Doca de Santo Amaro in Lissabon ein. Für die letzten Seemeilen brauchte das Boot wegen lauer Winde mehrere Stunden. «Ich fühle mich gut. Ich möchte jetzt weitermachen, ich fühle mich voller Energie», sagte Thunberg. Sie wird es nun rechtzeitig zum UN-Klimagipfel nach Madrid schaffen, der am Montag eröffnet wurde. Eilig hat sie es aber nach eigenen Angaben nicht.

Bei der zweiwöchigen Konferenz verhandeln 196 Staaten und die EU darüber, wie das Pariser Klimaabkommen verwirklicht und die Erderhitzung eingedämmt werden kann. Die Weltwetterorganisation (WMO) warnte, dass das Jahrzehnt von 2010 bis 2019 wohl das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war. 2019 dürfte dem Statusreport zufolge das zweit- oder drittwärmste Jahr werden. Am Freitag plant die Klimabewegung Fridays for Future im Zentrum Madrids eine Großdemo mit Hunderttausenden Teilnehmern, bei der wahrscheinlich auch Thunberg mitmarschieren wird.

Bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen hatten sich zahlreiche Anhänger und Schüler am Hafen von Lissabon versammelt und jubelten ihr bei ihrer Ankunft zu. Thunberg, die ihr berühmt gewordenes Schild «Skolstrejk för klimatet» (Schulstreik fürs Klima) in den Händen trug, wirkte zwar ernst und müde von den Strapazen der Reise, lächelte den Aktivisten aber freundlich zu. «Ich war nur am ersten Tag etwas seekrank, danach nichts mehr, ich hatte wirklich Glück», betonte sie.

Auf dem Klimagipfel wolle sie den Kampf fortsetzen, sagte die Schwedin. Einen genauen Plan dafür habe sie aber noch nicht. Sie werde zunächst ein paar Tage in Lissabon bleiben und am Freitag bei der Demo in Madrid dabei sein, «wenn ich mich danach fühle».

Nach drei Wochen auf See sei es ein überwältigendes Gefühl, wieder Land zu sehen. «Es fühlt sich großartig an, zurück in Europa zu sein.» Empfangen wurde sie auch vom Lissaboner Bürgermeister Fernando Medina, der sagte: «Es ist ein Privileg, dich hier zu haben, willkommen!»

Thunberg hatte in den USA bei dem australischen Youtuber-Paar Riley Whitelum und Elayna Carausu eine Mitfahrgelegenheit gefunden, um nach der Verlegung des UN-Klimagipfels von Santiago de Chile nach Madrid rechtzeitig nach Spanien zu gelangen. Sie verzichtet wegen der hohen CO2-Emissionen von Flugreisen aufs Fliegen. Mit an Bord der «Vagabonde» waren auch die englische Profi-Skipperin Nikki Henderson, Thunbergs Vater Svante sowie Lenny, das Baby des Youtuber-Paars.

Skipper Whitelum sagte, es werde nicht empfohlen, zu dieser Jahreszeit über den Atlantik zu segeln. Das Team an Bord des Katamarans habe unter anderem mit hohen Wellen zu kämpfen gehabt. «Es war sehr mutig von Greta und Svante, sich auf solch eine Reise einzulassen.»

Am frühen Morgen hatte Thunberg in den sozialen Netzwerken ein Foto der noch in Dunkelheit getauchten portugiesischen Küste gepostet. «Land ahoi! Lissabon voraus», schrieb sie dazu auf Facebook. Für Thunberg war es bereits der zweite Transatlantik-Törn innerhalb von vier Monaten: Im August war sie unter anderem für den ursprünglich in Chile geplanten Klimagipfel nach Amerika gesegelt. Auf der Hinfahrt hatten sie der norddeutsche Segelprofi Boris Herrmann und sein Co-Skipper Pierre Casiraghi mit einer Hochsee-Rennjacht in nur 14 Tagen über den Ozean gebracht.

Auf Greta Thunberg gehen die internationalen Klimaproteste zurück, die seit einem Jahr auch regelmäßig in etlichen deutschen Städten stattfinden. Thunberg hatte sich im August 2018 zunächst einsam vor den Reichstag in Stockholm gesetzt, um die Politiker ihres Landes zu stärkerem Handeln gegen die Klimakrise aufzufordern. Mit der Protestaktion entfachte die damals 15-Jährige die internationale Klimabewegung «Fridays for Future».

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 12. 2019
16:59 Uhr

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03. 12. 2019
16:59 Uhr



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