Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Brennpunkte

Griechischer Premier Mitsotakis: Der Flüchtlingspakt ist tot

In einem Interview erhebt der griechische Premierminister Mitsotakis schwere Vorwürfe gegen die Türkei. Ankara benutze die Flüchtlinge lediglich für eigene Interessen, so der Regierungschef.



Kyriakos Mitsotakis
Für den griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis ist der Flüchtlingspakt gestorben.   Foto: Faruk Pinjo/World Economic Forum/dpa

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hält den EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei für tot. «Ganz ehrlich? Im Moment ist die Vereinbarung tot», sagte Mitsotakis im Interview mit dem Sender CNN.

«Womit wir es zu tun haben, ist kein Migrations- oder Flüchtlingsproblem. Es ist der bewusste Versuch der Türkei, Flüchtlinge und Migranten als politische Bauern zu benutzen, um die eigenen politischen Interessen zu verfolgen.» Griechenland sei nicht derjenige, der diesen Konflikt eskaliere, sagte der Regierungschef.

Die Türkei habe laut Pakt die Verpflichtung, Schleuser zurückzuhalten und die Menschen daran zu hindern, illegal nach Griechenland zu kommen, sagte Mitsotakis. Aber: «Die Türkei macht genau das Gegenteil. Sie hat die Menschen systematisch bei ihren Bemühungen unterstützt, nach Griechenland zu kommen.»

«Es gab Versuche, unseren Grenzzaun niederzubrennen und Tränengas auf unsere Soldaten zu werfen», sagte der 52-Jährige zur Situation an der Landgrenze. Es sei völlig inakzeptabel, beschuldigt zu werden, die Migranten in Zeiten großer Not nicht anständig zu behandeln. «Griechenland hat während der gesamten (Flüchtlings-)Krise seine Menschlichkeit bewiesen», so Mitsotakis. Das Land habe über Jahre seine Häuser und Herzen für die Flüchtlinge geöffnet.

Zudem seien die Menschen, die derzeit versuchten, über die griechische Landesgrenze im Osten zu gelangen, keine Syrer, sagte der Ministerpräsident. «Sie kommen nicht von Idlib, sie haben lange in der Türkei gelebt, die meisten sprechen fließend Türkisch.» Sie würden von der Türkei unterstützt, etwa indem die Regierung den Transfer zur Grenze organisiere.

Mitsotakis sagte weiter, er habe sich wiederholt für die Unterstützung der Türkei ausgesprochen. «Die Türkei trägt eine große Last, indem sie Millionen Flüchtlinge beherbergt.» Aber Europa lasse sich nicht erpressen. Das müsse Erdogan verstehen, und er müsse aufhören, Fake News zu verbreiten. Es gebe völlig falsche Beschuldigungen zu dem, was an der Grenze passiere. Griechenland habe das Recht, seine Grenzen zu schützen; exzessive Gewalt, wie von der Türkei propagiert werde, gebe es dabei jedoch nicht.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 03. 2020
15:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
CNN Flüchtlinge Flüchtlingsfrage Griechische Premierminister Ministerpräsidenten Premierminister Regierungschefs Schleuser und Fluchthelfer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Coronavirus - Großbritannien

31.03.2020

Politiker allein zu Haus - Regieren in Zeiten von Corona

Rund um den Globus ist nichts mehr so, wie es vor der Corona-Krise war. Leere Straßen, geschlossene Geschäfte, Homeoffice. Politiker sind jetzt besonders gefordert - und gleichzeitig Betroffene. » mehr

Anne Hidalgo

28.06.2020

«Grüne Welle» bei Kommunalwahlen in Frankreich

Fiasko für das Mitte-Lager von Präsident Macron: Grüne und Verbündete erobern mehrere große Städte im Land. Ein Lichtblick ist der Sieg von Premier Philippe in Le Havre. » mehr

Polizeieinsatz in Glasgow

26.06.2020

Messerattacke in Glasgow - Polizei erschießt Täter

Schreiende Menschen und mehrere Verletzte: Ein Mann hat in Glasgow Leute mit einem Messer attackiert. Der Tatverdächtige ist tot. » mehr

Ursula von der Leyen

13.06.2020

EU-Spitzen sehen Wende nach Corona

Wohin mit den EU-Milliarden? Italiens Premier verspricht bei einer hochkarätig besetzten Post-Corona-Zukunftskonferenz ein moderneres Land. EU-Kommissionschefin von der Leyen und andere stellen jedoch Forderungen. » mehr

Neuseeland hebt Einschränkungen auf

08.06.2020

Neuseeland erklärt Coronavirus für vorerst überwunden

Die letzte Covid-19-Patientin in Neuseeland ist genesen. Nun hebt die Regierung viele Einschränkungen auf. Als Reiseziel dürfte das Land aber noch nicht wieder in Frage kommen. » mehr

Erdogan

08.09.2019

Migrantenzustrom: Athen ruft EU zur Aufnahme von Kindern auf

In der Ägäis wächst der Zustrom von Migranten. Viele von ihnen sind minderjährig. Griechenlands Ministerpräsident Mitsotakis appelliert an die anderen EU-Staaten, wenigstens ein Herz für Kinder zu haben. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Aktion von "Fridays for Future" am Kugelbrunnen in Hof Hof

Aktion von "Fridays for Future" in Hof | 03.07.2020 Hof
» 16 Bilder ansehen

Konzert in der Filzfabrik

Konzert in der Hofer Filzfabrik | 20.06.2020 Hof
» 37 Bilder ansehen

20200516_143430

4. Bratwurstlauf 2020 |
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 03. 2020
15:32 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.