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Großrazzia gegen irakische Rockerbande in NRW

Sie sollen in Schleuser- und Waffengeschäfte verwickelt sein: Die Polizei ist gegen Mitglieder der Gruppe «Al-Salam-313» vorgegangen. Der breiteren Öffentlichkeit war die rockerähnliche Organisation bisher unbekannt, die Polizei ermittelt aber schon länger.



Großrazzia
Die Durchsuchungen richten sich gegen die irakische Rockerorganisation «Al-Salam-313».   Foto: Stephan Witte/KDF-TV & Picture 2019 » zu den Bildern

Großrazzia in Nordrhein-Westfalen gegen mutmaßliche Schleuser sowie Waffen- und Drogenhändler: Mit 800 Kräften ist die Polizei gegen Mitglieder und Sympathisanten der irakisch-syrischen Organisation «Al-Salam-313» vorgegangen.

Die Beamten durchsuchten seit dem frühen Morgen 49 Wohnungen und Geschäftsräume in zwölf Städten vor allem im Ruhrgebiet und in Köln, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Essen sagte. Die Behörde leitete gemeinsam mit der Essener Polizei den Einsatz. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. Näheres zu seiner Person teilten die Behörden vorerst nicht mit. Der Einsatz sei ohne Zwischenfälle verlaufen, hieß es.

Den Angaben zufolge richtete sich die Aktion gegen 34 Beschuldigte überwiegend aus dem Irak und Syrien. Einige davon sollen Mitglieder der rockerähnlichen Gruppierung «Al-Salam-313» sein, andere seien eher dem Umfeld zuzuordnen, erklärten die Fahnder.

Die Beschuldigten stehen im Verdacht, sich am illegalen Einschleusen von Menschen nach Deutschland beteiligt und mit Waffen, Drogen, gefälschten Ausweisen und Sprachzertifikaten gehandelt zu haben. Bei der Razzia sei es vor allem darum gegangen, Beweise zu sichern, betonten die Ermittler. Sie stellten Computer, Handys, Datenträger, Drogen sowie Bar- und Falschgeld im fünfstelligen Bereich sicher.

«Nach dem bisherigen Stand war das ein erfolgreicher Schlag gegen die Organisierte Kriminalität», bilanzierte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) nach Abschluss der Razzia am Mittag in Düsseldorf. Der Einsatz sei über Monate hinweg vorbereitet worden. Polizei und Staatsanwaltschaft betonten: «Die weiteren Ermittlungen sowie die Auswertung sichergestellter Gegenstände, insbesondere digitaler Datenträger, werden noch viel Zeit in Anspruch nehmen.»

Experten für Organisierte Kriminalität gehen davon aus, dass es sich bei «Al-Salam-313» um ein eher neues Phänomen handelt. Die Organisation sei zwar öffentlich bisher weniger diskutiert worden, der Polizei aber wohlbekannt, sagte Reul. Ihr Aktionszentrum liege in Nordrhein-Westfalen. Ob sie darüber hinaus agiere, könne er noch nicht sagen, so Reul.

Offen ließ der Minister auch, ob es sich um einen Clan oder eine Rockergruppe handelt. Das Landeskriminalamt stuft «Al-Salam-313» derzeit nicht als sogenannte «Outlaw Motorcycle Gang» ein, wozu etwa «Hells Angels» und «Bandidos» gezählt werden. «Es kann sein, dass wir künftig auch aufgrund der heutigen Ermittlungen zu anderen Ergebnissen kommen», sagte ein Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft Essen sprach von einer «rockerähnlichen Gruppierung». So trügen die Mitglieder Motorrad-Kutten mit dem Emblem einer Friedenstaube. Zudem gebe es Hinweise auf eine streng hierarchisch organisierte Struktur, wie sie von Gruppierungen wie «Hells Angels» und «Bandidos» bekannt seien.

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dpa

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
18:49 Uhr

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