Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

Brennpunkte

Iran lehnt Gespräche mit USA ab

US-Präsident Donald Trump sagt, er sei ohne Vorbedingungen zu Gesprächen mit dem Iran bereit. Doch von einer Entspannung ist die Krise dennoch weit entfernt. Das gegenseitige Misstrauen ist groß.



Hassan Ruhani
Irans Präsident Hassan Ruhani bezeichnet die jüngsten Sanktionen der USA gegen den obersten Führer des Landes, mehrere hochrangige Kommandeure der Revolutionsgarden sowie die geplanten Sanktionen gegen Außenminister Sarif als «unverschämt».   Foto: Office of the Iranian Presidency » zu den Bildern

Im Konflikt mit den USA hat die iranische Führung neue Verhandlungen und jegliche Kompromisse entschieden abgelehnt. «Die Forderungen der Amerikaner nach Verhandlungen sind nur ein Trick», sagte Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei.

«Diese Verhandlungen haben aber nur ein Ziel: unsere politische Führung zu eliminieren und unsere Waffen wegzunehmen.» Irans Volk werde sich «der meistgehassten und böswilligsten Regierung der Welt» niemals beugen, sagte Chamenei weiter. Laut Verfassung hat er in allen strategischen Belangen des Landes das letzte Wort.

US-Präsident Donald Trump warnte Teheran erneut vor einem militärischen Konflikt und betonte zugleich, er wolle keinen Krieg. Trump sagte dem Sender Fox Business auf die Frage, ob die USA in den Krieg mit dem Iran zögen: «Ich hoffe, dass wir das nicht tun. Aber wir sind in einer sehr starken Position, wenn etwas passieren sollte.» In diesem Fall würde es nicht sehr lange dauern. «Ich rede nicht von Bodentruppen, ich rede nicht davon, dass wir eine Million Soldaten schicken würden», betonte Trump.

Der US-Präsident hatte Anfang Mai 2018 das Wiener Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt. Mit den bislang umfangreichsten Sanktionen gegen den Öl- und Bankensektor will er Teheran zwingen, das Abkommen neu auszuhandeln und schärferen Auflagen zuzustimmen. Außerdem sollen noch Beschränkungen für das iranische Raketenprogramm in das Abkommen aufgenommen werden. Der Iran weigert sich, dies zu akzeptieren.

Trump ist nach eigenen Worte ohne Vorbedingungen zu Gesprächen mit dem Iran bereit. Sollte Irans Führung diese ablehnen, könne sie «noch lange in einer zerrütteten Wirtschaft leben», sagte er am Wochenende.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani erklärte, der Iran sei nur zu Verhandlungen bereit, wenn die US-Regierung zum Wiener Atomabkommen zurückkehre und die Sanktionen aufhebe. «Den Amerikanern können wir nur sagen: Euer Weg (raus aus dem Deal) war ein Fehler», sagte Ruhani bei einer Kabinettssitzung. «Die (Rückkehr zum Atomdeal) wäre der kürzeste Weg, um die Interessen aller Seiten zu sichern.»

Der Ölsektor ist die Haupteinnahmequelle des Iran. Das Atomabkommen soll das Land davon abhalten, Nuklearwaffen zu entwickeln. An der Einigung waren auch China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland beteiligt, die weiter daran festhalten.

Ruhani warnte die USA auch vor erneuten militärischen Aktionen wie beim Zwischenfall mit einer Aufklärungsdrohne vergangene Woche. «Verletzung der iranischen Grenzen ist unsere rote Linie, und wir würden erneut konsequent reagieren», sagte der Präsident nach Angaben seines Webportals. Irans Revolutionsgarden hatten am Donnerstag eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen, weil sie angeblich den iranischen Luftraum im Persischen Golf verletzt hatte. Die US-Regierung gab an, dass die Drohne in internationalem Luftraum geflogen sei.

Die Spannungen mit dem Iran waren in den vergangenen Wochen so sehr gestiegen, dass große Sorge vor einem militärischen Konflikt aufkam. In der Region fordern auch die US-Verbündeten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) einen härteren Kurs gegen Teheran. Insbesondere das sunnitische Saudi-Arabien ist ein Erzfeind des schiitischen Irans. Die Spannungen erreichten in diesem Monat einen Höhepunkt, als im Golf von Oman zwei Tanker unter mysteriösen Umständen angegriffen wurden. Die USA und Saudi-Arabien machen dafür den Iran verantwortlich, der die Vorwürfe jedoch zurückweist.

Nach Angaben der iranischen Atomorganisation hatte das Land im Mai mit der ersten Phase des Teilausstiegs aus dem Abkommen begonnen. Bis zu diesem Donnerstag will der Iran mehr als die im Atomdeal erlaubten 300 Kilogramm Uran auf 3,67 Prozent anreichern. Wenn die nach dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen verbliebenen fünf Vertragsparteien ihre Verpflichtungen bis zum 7. Juli nicht erfüllen, will Teheran sogar die unbegrenzte Urananreicherung wieder aufnehmen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
16:16 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
ARD Ajatollahs Ali Chamene'i Atomwaffen Baschar al-Assad Benjamin Netanjahu Donald Trump Emmanuel Macron Heiko Maas Iranisches Außenministerium Kriege Mahmud Abbas Mike Pompeo Militäroperationen Mohammed Dschawad Sarif New York Stock Exchange (NYSE) Präsidenten der USA Steven Mnuchin Twitter UN-Sicherheitsrat UNO US-Finanzministerium US-Regierung Urananreicherung Waffen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Mohammed Dschawad Sarif

01.08.2019

US-Regierung verhängt Sanktionen gegen Irans Außenminister

In der Krise mit dem Iran lässt US-Präsident Trump Außenminister Sarif auf die Sanktionsliste setzen. Trumps Sicherheitsberater Bolton nennt den iranischen Chefdiplomaten einen «Hochstapler». Hält die EU trotzdem an Sari... » mehr

Militärparade im Iran

07.07.2019

Der Iran macht Ernst: Neuer Verstoß gegen Atomabkommen

Die Anreicherung von Uran ist brisant. Ab einer bestimmten Schwelle ist der Schritt zur Atombombe nur noch klein. Der Iran wird die im Atomabkommen festgelegte Obergrenze nun überschreiten. Ein Schritt mit möglicherweise... » mehr

«Front Altair» in Flammen

14.06.2019

Mysterium am Golf - Wer steckt hinter Attacke auf Tanker?

Nach den mysteriösen Zwischenfällen mit zwei Tankern am Golf von Oman herrscht Rätselraten: Wer war es? Washington legt sich auf den Intimfeind Iran fest. Die meisten anderen sind vorsichtiger. Was genau passierte, bleib... » mehr

König Salman

31.05.2019

IAEA-Bericht: Iran hält Atom-Vorgaben ein

Der Iran nutzt den Al-Kuds-Tag, um wieder Stimmung gegen Israel zu machen. Präsident Ruhani arbeitet sich diesmal vor allem am US-Friedensplan für den Nahostkonflikt ab. Gute Nachrichten gibt es dann am Nachmittag aus Wi... » mehr

Hassan Ruhani

28.05.2019

Teheran sieht japanische Vermittlung als «Wendepunkt»

In den vergangenen Monaten haben sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zugespitzt. Nun könnte ein Vermittlungsversuch des japanischen Ministerpräsidenten Bewegung in den Konflikt bringen. » mehr

Präsident Ruhani

08.05.2019

Iran setzt Atomdeal teilweise aus und setzt Partnern Frist

Ein Jahr hat der Iran nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen gewartet. Nun geht auch die Geduld von Präsident Ruhani zu Ende. Vom Westen kommen dringende Appelle. Die USA hoffen, dass es keinen Krieg gibt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Klosterspitzen

Klosterspitzen | 15.08.2019 Kulmbach
» 8 Bilder ansehen

SonneMondSterne Saalfeld

SonneMondSterne-Festival | 10.08.2019 Saalburg
» 122 Bilder ansehen

DJK Don Bosco Bamberg - SpVgg Bayern Hof Bamberg

DJK Don Bosco Bamberg - SpVgg Bayern Hof | 11.08.2019 Bamberg
» 32 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
16:16 Uhr



^