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Korruptionsindex von Transparency: Deutschland rutscht ab

Westeuropa hat in Sachen Korruption einen guten Ruf. Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird zwar etwas kritischer bewertet als zuvor - doch das ist nichts im Vergleich zu anderen.



Korruption
Im Korruptionsindex von Transparency International (TI) ist Deutschland im Vergleich zum Vorjahr leicht abgerutscht.   Foto: Franziska Kraufmann

Korruption und Bestechung nehmen einer Umfrage zufolge in der Wirtschaft und in öffentlichen Institutionen in Deutschland gefühlt zu.

Führungskräfte aus der internationalen Wirtschaft stuften die Bundesrepublik im Korruptionsindex von Transparency International (TI) schlechter ein als im Vorjahr, so dass das Land in diesem Jahr nur 80 von 100 Punkten erreicht. Das ist ein Punkt weniger als im Jahr zuvor. Trotzdem rutscht Deutschland im weltweiten Ranking um einen Platz nach vorn auf den elften Rang - weil sich das Niveau insgesamt verschlechtert hat.

«Offensichtlich existiert hier der Eindruck, dass man mit unlauteren Methoden auch in Deutschland Geschäfte fördern kann», erklärte die TI-Deutschland-Vorsitzende Edda Müller in Berlin. Die Skandale der deutschen Großkonzerne ließen den Glauben der Menschen an den Rechtsstaat bröckeln.

Der jährlich veröffentlichte Index misst die in Wirtschaft, Politik und Verwaltung wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor in Deutschland und 179 weiteren Ländern. Weltweit litten die Menschen 2018 demnach stärker unter Korruption als im Vorjahr. So werde diese unter anderem in den USA in Wirtschaft und staatlichen Institutionen als zunehmendes Problem wahrgenommen.

Auffällig: Die Bürger der EU-Staaten Rumänien und Bulgarien leiden laut Index stärker unter staatlicher Korruption als etwa Menschen in Saudi-Arabien, dem Oman und Ruanda. Schlusslicht ist, wie schon in den Vorjahren, Somalia. Am seltensten erleben die Menschen dagegen Korruption in Dänemark, Neuseeland und Finnland.

«Korruption ist die größte Geißel für Entwicklung», erklärte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). «Sie untergräbt Rechtsstaatlichkeit, verhindert Investitionen und zerstört das Vertrauen in den Staat.» Deswegen sei es enttäuschend, dass weltweit der Kampf gegen Korruption sehr langsam vorankomme.

Reformorientierte Länder zeigten aber, dass Korruption erfolgreich bekämpft werden könne, sagte der Minister. Als Beispiele nannte er unter anderen Tunesien, Marokko und Ghana. «Wir setzen daher in unserer Zusammenarbeit weiter auf Reformbereitschaft und Eigenleistung: Wer sich gegen Korruption und für gute Regierungsführung, Demokratie und Einhaltung der Menschenrechte engagiert, den unterstützen wir verstärkt.»

Nach Einschätzung von Transparency International gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen zunehmender Korruption und einem Verfall von Demokratien und rechtsstaatlichen Strukturen. Korruption gedeihe überall dort, wo demokratische Strukturen geschwächt würden - Beispiele in Europa seien Ungarn und die Türkei.

Der Einfluss organisierter Lobbyisten auf politische Entscheidungen habe stark zugenommen, kritisierte die Parlamentsgeschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann. «Wir brauchen endlich klare Regeln und mehr Transparenz im Lobbyismus.» Das stärke das Vertrauen der Menschen in die politischen Institutionen und die Demokratie.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
29. 01. 2019
14:54 Uhr

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29. 01. 2019
14:54 Uhr



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