Topthemen: Hof-GalerieWaldschratDie Bilder vom WochenendeFall Peggy KnoblochSelber Wölfe

Brennpunkte

Kramp-Karrenbauer einigt sich mit Merz auf Rolle in der CDU

Was macht Merz? Das war nach dessen Scheitern bei der Wahl zum CDU-Vorsitz die große Frage. Die Zahl seiner Unterstützer in der Partei ist nach wie vor groß. Nun gibt es eine Antwort.



Kramp-Karrenbauer und Merz
Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hatte in einer Kampfabstimmung beim CDU-Bundesparteitag knapp gegen Annegret Kramp-Karrenbauer verloren.   Foto: Jan Woitas

Der unterlegene CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz wird Mitglied in einem Expertenkreis der Partei und soll am neuen Grundsatzprogramm mitarbeiten - darauf hat sich Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit ihm nach wochenlanger Debatte geeinigt. Vor allem konservative und wirtschaftsnahe Christdemokraten hatten auf eine Einbindung des früheren Bundestagsfraktionschefs an herausgehobener Stelle gedrängt.

Eine CDU-Sprecherin bestätigte am Donnerstag einen Bericht der «Welt», dem zufolge Merz Mitglied in einem bestehenden Beraterkreis zur sozialen Marktwirtschaft werden und an führender Stelle den Themenbereich «Zukunft der transatlantischen Beziehungen» begleiten soll. Dieser solle nach der Europawahl im Mai zu einem inhaltlichen Schwerpunkt der Partei werden. Merz ist auch Vorsitzender der Atlantik-Brücke - eines Vereins, der die Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa vertiefen will.

Außerdem soll Merz am Prozess zur Erstellung des neuen CDU-Grundsatzprogramms mitwirken. Die Partei will es 2020 beschließen, das aktuelle Grundsatzprogramm stammt von 2007.

Merz hatte in einer Kampfabstimmung auf dem CDU-Bundesparteitag Anfang Dezember knapp gegen Kramp-Karrenbauer verloren. Die CDU-Chefin schrieb auf Twitter, sie freue sich, dass Merz seine Erfahrung und Kompetenz in Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik einbringen werde. «Tolle Verstärkung unseres Expertenkreises aus Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft.»

Der Entscheidung zur künftigen Einbindung von Merz in die CDU-Arbeit waren dem Vernehmen nach mehrere Gespräche vorangegangen, am Donnerstag gab es noch einmal ein Telefonat.

In der CDU-Spitze hatte es breite Unterstützung für eine weitere Einbindung von Merz in die Parteiarbeit gegeben. «Es ist wichtig, dass die Gedanken, die Ideen, die Friedrich Merz vorgetragen hat, in der Programmatik der CDU stattfinden», hatte zum Beispiel der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet gesagt. «Ich wünsche mir, dass er sichtbar bleibt.»

Der Jurist Merz war nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2009 in die Wirtschaft gegangen und ist Aufsichtsratschef des internationalen Vermögensverwalters Blackrock. Besonders der wirtschaftsliberale und konservative Flügel der CDU hatten nach seiner Kandidatur für den Parteivorsitz eine starke Rolle für ihn gefordert.

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, hatte der dpa gesagt, die sich andeutenden schlechteren Konjunkturdaten erforderten ein Umsteuern in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Darauf müsse die CDU eine überzeugende personelle wie inhaltliche Antwort geben. «Hierfür ist auch die Einbeziehung von Friedrich Merz ein ganz wichtiger Schlüssel.» Merz könne wesentlich dazu beitragen, die Unterscheidbarkeit zu anderen Parteien deutlich zu machen und so die Volksparteien zu stabilisieren.

Merz selbst hatte nach seiner Niederlage signalisiert, dass er sich ein Ministeramt vorstellen könne. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte aber ebenso wie Kramp-Karrenbauer deutlich, dass er damit zurzeit nicht rechnen kann.

Der Ex-Fraktionschef hatte kurz vor Weihnachten der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» mit Blick auf einen Ministerposten gesagt: «Ein solches Amt würde ich mir aufgrund meiner Erfahrung in Wirtschaft und Politik zutrauen.» Er hatte weiter gesagt, in einem Gespräch mit Kramp-Karrenbauer habe er das «Angebot noch einmal erneuert, wirklich mit ganzer Kraft in die Politik zu gehen und dafür auch meine bisherige berufliche Tätigkeit aufzugeben».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 01. 2019
18:26 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Annegret Kramp-Karrenbauer Armin Laschet Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU Deutsche Presseagentur Deutscher Bundestag Frankfurter Allgemeine Zeitung Friedrich Merz Konjunkturdaten Nordrhein-Westfälische Ministerpräsidenten Soziale Marktwirtschaft Twitter Vermögensverwalter Wolfgang Steiger Währungs- und Finanzpolitik
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Merkel und Seehofer

30.10.2018

Merkels Rückzug befeuert Seehofer-Debatte

Angelas Merkels Abschied vom CDU-Vorsitz bringt die Verhältnisse zum Tanzen. Wann erklärt sich Friedrich Merz? Und viele Augen richten sich nun auf den ebenfalls wankenden CSU-Chef Horst Seehofer - während die SPD versuc... » mehr

CDU

01.11.2018

Spahn verspricht «Neustart» - Kramp-Karrenbauer wartet noch

Wie regelt die CDU die Nachfolge von Angela Merkel? Per Urabstimmung, so wie es die SPD schon vorgemacht hat? Oder sollen allein die Delegierten auf dem Parteitag entscheiden? Die meiste Aufmerksamkeit haben bislang die ... » mehr

Friedrich Merz und Wolfgang Schäuble

05.12.2018

CDU-Vorsitz: Immer mehr Delegierte kommen aus der Deckung

Es ist eine Zäsur für die CDU. Am Freitag steht fest, wer Angela Merkel nach 18 Jahren an der Parteispitze nachfolgt - «AKK» oder Merz? Kramp-Karrenbauer betont Unterschiede zu Merkel, Merz will eine «Agenda für die Flei... » mehr

Friedrich Merz

19.12.2018

Merkel erteilt Merz' Minister-Ambitionen Absage

Dass Angela Merkel ihren Kritiker Friedrich Merz nicht im Kabinett haben will, überrascht kaum. Anhänger des 63-Jährigen vermuten, er habe mit seinem Minister-Vorstoß auf die Zeit nach Merkel gezielt. » mehr

Laschet, Klöckner und Strobl

26.11.2018

Laschet, Strobl und Klöckner wehren sich gegen Merz-Vorwurf

Der Ton zwischen den drei Bewerbern um den CDU-Vorsitz wird rauer - es geht vor allem um den Umgang mit der AfD. Steht die Geschlossenheit der Union auf dem Spiel? » mehr

Wer folgt auf Merkel?

02.11.2018

Kampf um Merkel-Nachfolge läuft

CDU und SPD haben heftig Federn lassen müssen. In der Wählergunst sind sie tief gefallen. Merkel hat ihre Rückzug auf Raten verkündet, die SPD ist in der Identitätskrise. Nun gehen die Spitzen beider Koalitionspartner am... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Demo gegen Artikel 13 in Hof

Demo gegen Artikel 13 in Hof | 23.03.2019 Hof
» 12 Bilder ansehen

9. Hofer-Stein-Party in der BG

9. Hofer-Stein-Party in der BG | 23.03.2019 Hof
» 33 Bilder ansehen

Testspiel: SpVgg Bayern Hof - 1. FC Nürnberg (U19-Bundesliga)

Testspiel: SpVgg Bayern Hof - 1. FC Nürnberg (U19-Bundesliga) | 24.03.2019 Hof
» 84 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 01. 2019
18:26 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".