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Lage auf blockierten Schiffen vor Malta weiter kritisch

Stößt der Alarm der Retter bei der EU auf taube Ohren? Die Verhandlungen zwischen Deutschland und anderen europäischen Staaten sind zäh. Doch die Lage an Bord der beiden Flüchtlingsschiffe vor Malta verschlechtert sich nach Angaben der Helfer zusehends.



Migranten auf Rettungsschiff vor Malta
Die intensiven Gespräche mit den EU-Ländern seien über das Wochenende fortgesetzt worden und die Behörde arbeite weiter an einer Lösung, damit die Menschen die Schiffe zügig verlassen könnten.   Foto: Chris Grodotzki/Sea-Watch.org

Trotz dramatischer Berichte über die Zustände an Bord der zwei blockierten Rettungsschiffe im Mittelmeer haben die EU-Staaten keine Lösung für die Flüchtlinge an Bord gefunden.

Die Bundesregierung setzt weiter auf eine Verteilung der 49 Migranten. Regierungssprecher Steffen Seibert plädierte in Berlin für «eine dauerhafte, europäische, solidarische Lösung, und nicht jeweils neue Verhandlungen mit jedem neuen Schiff, das Flüchtlinge vor einen Mittelmeerhafen bringt».

Unterdessen wurde bekannt, dass an Bord des Schiffs der Hilfsorganisation Sea-Watch Migranten die Nahrung verweigerten. «Wir fürchten, dass sich ihr psychischer und gesundheitlicher Zustand deutlich verschlechtert», twitterte die Organisation. Auch an Bord der «Professor Albrecht Penck» der Regensburger NGO Sea-Eye hatte sich die Lage zu Wochenbeginn weiter angespannt. «Inzwischen werden die Trink- und Brauchwasservorräte des Schiffes streng rationiert», erklärte die Organisation am frühen Montagmorgen. Die 17 Geretteten an Bord schliefen seit mehr als einer Woche auf der Krankenstation, sie teilten sich nur eine Toilette. Matratzen und Wechselkleidung gebe es nicht.

«Es braucht mehr Solidarität der Mitgliedstaaten», sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Die intensiven Gespräche mit den EU-Ländern seien über das Wochenende fortgesetzt worden und die Behörde arbeite weiter an einer Lösung, damit die Menschen die Schiffe zügig verlassen könnten. Die Kommission rufe alle EU-Staaten dazu auf, ihren Beitrag dazu zu leisten. Zudem brauche es dringend eine vorhersehbare und nachhaltige Lösung, wie mit den Migranten im Mittelmeerraum künftig umgegangen werde.

Nach einer kurzfristigen, aber auch einer langfristigen Lösung suchten am Montag die EU-Botschafter bei einem Treffen in Brüssel - allerdings ohne Erfolg. Dabei leiden viele der ohnehin traumatisierten Migranten Sea-Eye zufolge unter Seekrankheit. Von beiden Schiffen aus ist die maltesische Küste sichtbar - doch anlegen dürfen sie dort bislang nicht. Die maltesische Regierung fordert als Gegenleistung eine Verteilung von mehr als 200 Flüchtlingen auf andere europäische Staaten.

Am Montag sagten zwar neun EU-Staaten zu, Migranten aufzunehmen, wie ein EU-Diplomat der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel sagte. Diese Zusagen reichten jedoch nicht, um die 49 von Bord der Schiffe sowie die weiteren mehr als 200 auf Malta befindlichen Flüchtlinge zu verteilen. «Es stellt sich da schon die Frage, was europäische Solidarität und Verantwortung für die anderen EU-Mitgliedstaaten bedeutet - insbesondere für diejenigen in Zentral- und Osteuropa, die nur wenig von Migrationsbewegungen betroffen sind», sagte der EU-Diplomat. Zu den aufnahmebereiten Ländern gehören neben Deutschland demnach Malta, die Niederlande, Frankreich, Italien, Portugal, Luxemburg, Irland und Rumänien.

Maltas Premierminister Joseph Muscat hatte am Sonntag deutlich gemacht, dass das Land mit dem Anlegen der Schiffe keinen Präzedenzfall schaffen wolle. Man verfolge die Lage aufmerksam, es könne aber nicht sein, dass jedes Migrantenboot, das «irgendwo im Mittelmeer gerettet wird und von anderen Ländern abgewiesen wird, in Malta endet».

Italien will im Fall einer europäischen Lösung nach Angaben der Tageszeitung «Corriere della Sera» 15 der 49 Migranten aufnehmen. Italiens Vize-Regierungschef Luigi Di Maio hatte am Freitag erklärt, man werde Kinder und deren Mütter ins Land lassen. Nun sollen dem «Corriere» zufolge zusätzlich auch die Väter aufgenommen werden. Dass die Regierung aber von ihrer Hafensperre für die Rettungsschiffe abrücken würde, war nicht zu erkennen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 01. 2019
18:30 Uhr

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07. 01. 2019
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