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Langjähriger Trump-Vertrauter festgenommen

Seit vielen Monaten arbeitet Sonderermittler Mueller im Stillen mögliche Russland-Verwicklungen auf. Mehrere Leute aus dem Umfeld des US-Präsidenten gerieten bereits in sein Visier, nun folgt ein neuer Zugriff. Wie gefährlich sind die Untersuchungen für Trump?



Roger Stone
Roger Stone hatte im Präsidentschaftswahlkampf für Trump gearbeitet und war auch danach weiter in engem Kontakt mit ihm.   Foto: Jose Luis Magana/FR159526 AP

Unangenehme Neuigkeiten für US-Präsident Donald Trump: Sein langjähriger Vertrauter Roger Stone ist am Freitag in Florida festgenommen worden.

Trumps früherem Wahlkampfberater wird Behinderung von Ermittlungen vorgeworfen, wie das Büro des Sonderermittlers Robert Mueller am Freitag mitteilte. Stone soll mehrere Falschaussagen gemacht haben. Außerdem soll er versucht haben, einen Zeugen zu beeinflussen.

Stone wies die Vorwürfe zurück, nachdem er wenige Stunden nach seiner Festnahme unter Auflagen freigelassen worden war. Er betonte, er werde Trump nicht belasten, weil er dafür lügen müsste. «Ich glaube, dass das eine politisch motivierte Ermittlung ist.» Bei seinem Auftritt vor Journalisten in Fort Lauderdale streckte Stone beide Hände zum Victory-Zeichen in die Höhe.

Ein FBI-Team rund um Mueller untersucht, ob es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Absprachen des Trump-Lagers mit Vertretern Russlands gab. Trump geißelt die Russland-Ermittlungen regelmäßig als «Hexenjagd». Stone ist in den Untersuchungen einer von mehreren Beschuldigten aus Trumps direktem Umfeld.

Stone hatte 2015 für Trump gearbeitet - bei den Vorbereitungen für den Präsidentschaftswahlkampf 2016. Er stand auch danach weiter in engem Kontakt mit ihm, als eine Art informeller Berater.

Die Vorwürfe gegen ihn stehen in Zusammenhang mit einem Hackerangriff auf E-Mail-Konten der Demokraten während des Wahlkampfes 2016, für den US-Geheimdienste Russland verantwortlich machen. Bei dem Angriff waren E-Mails aus dem Umfeld der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gestohlen worden, die später von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurden.

Muellers Team wirft Stone vor, vor dem US-Kongress falsche Angaben dazu gemacht zu haben, was er über den Hackerangriff wusste und mit wem er darüber wie kommunizierte. Außerdem soll er einen anderen Zeugen bedrängt haben, falsche Angaben in der Sache zu machen.

In den Ausführungen des Mueller-Büros heißt es auch, Stone habe sich 2016 in Absprache mit - nicht näher genannten - Vertretern aus Trumps Wahlkampf-Team mit der Frage beschäftigt, ob und wie weiteres belastendes Material gegen Clinton veröffentlicht werden könnte.

Der US-Fernsehsender CNN zeigte am Freitag Bilder von dem FBI-Einsatz bei Stones Festnahme in den frühen Morgenstunden. CNN und mehrere andere Sender berichteten, Stone sei noch am Freitag vor Gericht in Fort Lauderdale in Florida erschienen. Ein Richter habe entschieden, ihn unter Auflagen zunächst freizulassen.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, mühte sich, jede Verbindung der Anschuldigungen zu Trump zurückzuweisen. «Die Vorwürfe gegen Roger Stone haben nichts mit dem Präsidenten zu tun», sagte Sanders dem Fernsehsender CNN. «Der Präsident hat nichts Falsches getan.» Es habe keinerlei geheime Absprachen mit Russland gegeben.

Trump meldete sich auf Twitter zu Wort und beklagte sich dort über die «größte Hexenjagd in der Geschichte unseres Landes». Selbst Menschenhändler und Drogendealer würden besser behandelt, so Trump. Mit Blick auf die Bilder der Festnahme schrieb er weiter: «Wer hat CNN alarmiert, dort zu sein?»

Stones Name fiel im Zusammenhang mit der Russland-Affäre immer wieder. Er war einst Mitarbeiter von Präsident Richard Nixon und blickt auf eine lange Karriere als schillernder, aber umstrittener Lobbyist und Politikberater zurück.

Im Dezember hatte Trump in einem Tweet Stone mit Worten zitiert: «Ich werde nie gegen Trump aussagen.» Dazu schrieb Trump, Stone lasse sich nicht von einem außer Kontrolle geratenen Ermittler dazu bringen, Lügen über ihn zu erfinden. Trump fügte damals hinzu: «Gut zu wissen, dass manche Leute noch Mut haben!»

Die Russland-Ermittlungen bringen Trump zunehmend in Bedrängnis. Bereits ein halbes Dutzend Personen aus seinem direkten Umfeld wurden in den Untersuchungen beschuldigt und zum Teil bereits verurteilt - darunter Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort und Trumps Ex-Anwalt und langjähriger Vertrauter Michael Cohen.

Cohen könnte Trump besonders gefährlich werden. Er gilt als eine Schlüsselfigur in den Russland-Untersuchungen. Cohen hat sich mit Trump überworfen und kooperiert inzwischen mit Sonderermittler Mueller. Mit Spannung wird eine Anhörung Cohens vor dem US-Kongress erwartet. Wann genau es dazu kommt, ist noch unklar.

Der 52-Jährige wurde als Trumps «Ausputzer» beschrieben. Cohen sagt, er habe im Auftrag Trumps Schweigegeld an den Pornostar Stormy Daniels sowie an das ehemalige Playmate Karen McDougal gezahlt, um im Wahlkampf Schaden von Trump abzuwenden. Beide Frauen behaupten, eine Affäre mit dem Unternehmer gehabt zu haben. Trump bestreitet das.

Im Dezember hatte ein Bundesgericht in New York Cohen wegen Zahlung illegaler Wahlkampfbeihilfen, wegen Falschaussagen vor dem Kongress und wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte unter anderem eingeräumt, den Kongress bei dessen Russland-Untersuchungen im Zusammenhang mit einem geplanten Bauprojekt Trumps in Russland angelogen zu haben.

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 01. 2019
19:21 Uhr

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