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Lehrer in Florida dürfen künftig in der Klasse Waffen tragen

Immer wieder kommt es in den USA zu Angriffen in Schulen, nahe Denver eröffneten diese Woche zwei Schüler das Feuer. Floridas Gouverneur hat nun ein Gesetz unterzeichnet, das Schulen mit einer umstrittenen Maßnahme besser schützen soll: indem Lehrer bewaffnet werden.



Parkland, 2018
Ein Absperrband der Polizei im Februar 2018 vor der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida. Am Tag zuvor hatte hier ein 19-jähriger 17 Menschen erschossen.   Foto: Richard Graulich/Palm Beach Post via ZUMA Wire

Nach dem Schulmassaker in Florida vor 15 Monaten dürfen Lehrer in dem südlichen US-Bundesstaat künftig im Klassenraum Schusswaffen tragen.

Floridas republikanischer Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnete am Mittwoch (Ortszeit) ein entsprechendes Gesetz, das das Parlament in der Hauptstadt Tallahassee in der vergangenen Woche nach hitziger Debatte beschlossen hatte. Das Gesetz soll Lehrer in die Lage versetzen, auf die in den USA wiederkehrenden Angriffe in Schulen mit Waffengewalt reagieren zu können.

An der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland hatte im Februar vergangenen Jahres ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Ein bereits kurz nach dem Massaker in Parkland nördlich von Miami verabschiedetes Gesetz hatte Lehrer vom Waffentragen während des Dienstes bisher ausgenommen.

Lehrer und andere Schulmitarbeiter müssen dem neuen Gesetz zufolge vom zuständigen Schulbezirk für ein entsprechendes Programm - das «Guardian Program» - angemeldet werden, um ein Training des örtlichen Sheriffbüros zu durchlaufen. Sie sollen unter anderem an Schusswaffen ausgebildet und im sicheren Umgang damit geschult werden.

Anwärter müssen außerdem eine psychologische Beurteilung durchlaufen und einen Drogentest bestehen. Zertifizierte Teilnehmer an dem «Guardian Program» haben keine Polizeibefugnisse, sie dürfen also beispielsweise niemanden festnehmen.

In den USA kommt es immer wieder zu bewaffneten Angriffen an Schulen. Erst am Dienstag war ein 18 Jahre alter Schüler durch Schüsse an einer Schule im US-Bundesstaat Colorado getötet worden. Acht weitere Schüler wurden verletzt, als zwei Angreifer das Feuer eröffneten. Die mutmaßlichen Täter sind nach Polizeiangaben ebenfalls Schüler an der Schule in Highlands Ranch südlich von Denver gewesen.

Die betroffene Schule in Colorado ist nur knapp neun Kilometer Luftlinie von der Columbine Highschool in Littleton entfernt, wo sich im vergangenen Monat ein Schulmassaker zum 20. Mal jährte. Am 20. April 1999 hatten an der Columbine Highschool zwei bewaffnete Teenager zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen, anschließend töteten sie sich selbst. 24 Menschen wurden verletzt.

Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere, weil vor allem die Republikaner dagegen sind. US-Präsident Donald Trump hat sich dafür ausgesprochen, dass Lehrer im Klassenzimmer zum Schutz vor Eindringlingen Schusswaffen tragen. 30 Bundesstaaten hätten dies inzwischen erlaubt, sagte er kürzlich bei einer Veranstaltung der Waffenlobby-Organisation NRA in Indianapolis.

Tatsächlich sind Schusswaffen für Lehrkräfte bereits an Hunderten Schulen in den USA üblich - vor allem in ländlichen Gegenden. Die Gesetzeslage in den einzelnen Staaten ist allerdings nicht so klar, wie von Trump vereinfacht beschrieben. Einige lassen Schusswaffen nur für Sicherheitskräfte zu, andere Gesetzestexte enthalten offene Formulierungen, die von unterschiedlichen Schulbezirken unterschiedlich interpretiert werden.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
09. 05. 2019
08:16 Uhr

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