Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Brennpunkte

Malta ordnet Untersuchung zum Mord an Journalistin an

Der Mord an einer regierungskritischen Bloggerin auf Malta hat ganz Europa geschockt. Zwei Jahre danach bewegt sich nun die Regierung. Doch die Angehörigen der Getöteten sind empört.



Daphne Caruana Galizia
Am Fuß eines Denkmals vor dem Justizpalast in Valletta erinnert ein Foto an die ermordete Journalistin Daphne Caruana Galizia.   Foto: Lena Klimkeit

Knapp zwei Jahre nach dem tödlichen Bombenanschlag auf die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia hat die Regierung eine Untersuchung angeordnet, ob das Verbrechen hätte verhindert werden können.

Regierungschef Joseph Muscat habe die Untersuchungskommission unter Leitung eines Richters angewiesen, binnen neun Monaten einen Bericht vorzulegen, teilte die Regierung des Inselstaates im Mittelmeer am Freitagabend mit.

Die regierungskritische Bloggerin war am 16. Oktober 2017 unweit ihres Hauses in ihrem Auto in die Luft gesprengt worden. Drei Männer müssen sich deswegen vor Gericht verantworten. Viele Fragen zu den Hintermännern sind aber noch offen.

Mit der Einsetzung der Untersuchungskommission kam Muscat einer entsprechenden Aufforderung des Europarates nach. Die Staatenorganisation mit Sitz in Straßburg kümmert sich um Schutz und Einhaltung der Menschenrechte. Sie hatte Malta eine Frist bis zum 26. September gesetzt. Die Generalsekretärin der Organisation, Marija Pejcinovic Buric, begrüßte den Schritt Maltas, wie Sprecher Daniel Höltgen am Samstag via Twitter mitteilte. Meinungsfreiheit könne nicht ohne Schutz für Journalisten gewährleistet werden.

Die Untersuchung solle vor allem klären, ob der Staat seinen Verpflichtungen nachgekommen sei, an Leib und Leben gefährdete Personen wie etwa Journalisten durch vorbeugende Maßnahmen zu schützen, hieß es in der Erklärung der Regierung.

Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen begrüßte die Entscheidung. Zugleich warnte sie die Verantwortlichen: «Die maltesische Regierung darf aber nicht glauben, dass sie die Öffentlichkeit allein durch die Einsetzung einer Untersuchungskommission ruhigstellen kann», erklärte die Organisation am Samstag. «Wir werden kritisch beobachten, ob die Kommission wirklich unabhängig und unparteiisch arbeitet, und wir werden die maltesische Regierung an ihre Verpflichtungen erinnern, bis der Mord an Daphne Caruana Galizia restlos aufgeklärt ist und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurden», betonte Reporter ohne Grenzen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 09. 2019
19:01 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Europarat Getötete Joseph Muscat Journalisten Meinungsfreiheit Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungschefs Regierungskritik Reporter ohne Grenzen Twitter Untersuchungskommissionen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Erol Önderoglu

17.07.2019

Türkei-Vertreter von Reporter ohne Grenzen freigesprochen

Erleichterung bei Reporter ohne Grenzen: Ihr Türkei-Vetreter wurde in Istanbul vom Terrorvorwurf freigesprochen. Allerdings gibt es noch einen Prozess gegen ihn und weitere Menschenrechtler. » mehr

Weltklimakonferenz

31.10.2019

Grüne fordern Bonn als Tagungsort für UN-Klimakonferenz

Der Weltklimagipfel sollte in der ersten Dezemberhälfte in Chile tagen - wurde nun aber von der dortigen Regierung abgesagt. Die Suche nach einem alternativen Tagungsort läuft. Kommt Deutschland zum Zug? » mehr

Dank

23.08.2019

Malta lässt Migranten von «Ocean Viking» an Land

Nach wochenlangem Gezerre gibt es eine Lösung für das blockierte Rettungsschiff «Ocean Viking». Erstmal herrscht Erleichterung. Doch bei vielen ist auch das Unverständnis groß. » mehr

Tränengas-Opfer

11.11.2019

Demonstrant angeschossen: Neue Gewaltwelle in Hongkong

Nach dem Tod eines Studenten eskalieren die Proteste in Hongkong. Wütende Demonstranten blockieren Straßen und setzen einen Mann in Brand. Mehrere Polizisten ziehen ihre Dienstwaffen - ein 21-Jähriger wird von einer Kuge... » mehr

«Alan Kurdi»

04.08.2019

Lösung für Rettungsschiff «Alan Kurdi»

Bahnt sich sowas wie ein schnelleres Verfahren bei der Verteilung von Bootsflüchtlingen an? Die Migranten von dem deutschen Rettungsschiff «Alan Kurdi» dürfen zumindest relativ schnell von Bord. Deutschland hat bei der L... » mehr

Proteste in Ecuador

12.10.2019

Ecuadords Staatschef ruft nach neuen Protesten zu Dialog auf

Durch Streichung der Subventionen für Treibstoff-Preise will Ecuadors Regierung den Haushalt sanieren. Doch die Entscheidung trifft auf massiven Widerstand. Nach schweren Zusammenstößen mit mehreren Toten wendet sich nun... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lehrermedientag 2019 Hof

Lehrermedientag 2019 | 20.11.2019 Hof
» 58 Bilder ansehen

Susis Blaulichtparty Weißenstadt

Susis Blaulichtparty | 16.11.2019 Weißenstadt
» 47 Bilder ansehen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 Garmisch-Partenkirchen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 | 17.11.2019 Garmisch-Partenkirchen
» 29 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 09. 2019
19:01 Uhr



^