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Mann sticht mit Messer auf Säugling ein

Schreckliche Tat in einem Rostocker Plattenbau: Ein Mann verletzt ein Baby mit einem Messer lebensgefährlich. Eine Beziehungstat wird nicht ausgeschlossen.



Tragödie in Rostock
Dramatische Szenen in Rostock: Polizisten und Anwohner stehen vor einem Hochhaus und breiten ein Tuch aus, als ein Mann in einem Obergeschoss einen Säugling über die Balkonbrüstung hält und droht, ihn fallen zu lassen.   Foto: Stefan Tretropp

Ein Mann hat in Rostock mit einem Messer auf einen Säugling eingestochen und dem Baby dabei schwerste Verletzungen zugefügt. Das drei Monate alte Kind wurde in der Universitätsklinik Rostock notoperiert, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Ein weiteres, neun Jahre altes Kind, das sich in der Wohnung im Stadtteil Dierkow aufgehalten habe, sei unverletzt geblieben. Die 18 Jahre alte Mutter des Säuglings erlitt nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Schock und konnte bisher nicht vernommen werden.

Nach der Tat stieg der 40-jährige Mann über die Brüstung des Balkons der Wohnung im fünften Obergeschoss und stürzte in die Tiefe, wie es weiter hieß. Dabei kam er ums Leben. Ein Polizist habe noch versucht, ihn zu halten, den Sturz aber nicht verhindern können. Nachbarn hatten kurz vor Mitternacht die Beamten gerufen, weil aus der Wohnung lautes Geschrei drang.

Die Ermittler schließen eine Beziehungstat nicht aus, obwohl zunächst unklar blieb, ob der Mann der Vater des Kindes war. Er habe sich regulär in der Wohnung aufgehalten und sei nicht eingedrungen, hieß es. Beide - der 40-Jährige und die Mutter des Babys - seien Deutsche. Mit weiteren Ermittlungsergebnissen ist laut Staatsanwaltschaft frühestens am Montag zu rechnen.

Zu weiteren Details des Falls wollten sich die Ermittler zunächst nicht äußern. Laut NDR soll der Mann an der Wohnungseingangstür Barrikaden errichtet haben, die die Polizei erst überwinden musste. Außerdem habe er das Kind über die Balkonbrüstung gehalten und gedroht, es fallen zu lassen, ehe die Beamten es an sich bringen konnten.

Der Deutschen Kinderhilfe zufolge steht bei rund einem Viertel aller Kinder, die durch Mord oder Totschlag ums Leben kommen, eine Trennung der Eltern und ein Streit um das Sorge- und Umgangsrecht im Hintergrund. Der Vorstandsvorsitzende Reiner Becker beruft sich bei dieser Angabe auf eigene Erhebungen und eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. «Wir brauchen mehr Sensibilität bei den Jugendämtern, Familiengerichten und bei der Polizei, auch an eine derartige Möglichkeit einer Eskalation einer Trennung zu denken, um dann so schnell wie möglich vorbeugend tätig zu werden», forderte Becker.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
21. 07. 2019
18:28 Uhr

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dpa

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21. 07. 2019
18:28 Uhr



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