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Massenweise falsches Olivenöl nach Deutschland verkauft

Wenn Olivenöl draufsteht, aber nicht drinsteckt: Lebensmittelbetrug bringt viel Geld. Das zeigen erneut internationale Ermittlungen. Massenweise falsches Olivenöl schafft es bis auf die Teller in Stuttgart, Frankfurt oder Berlin. Jetzt flog eine Bande auf.



Olivenöl
In Deutschland sind vor allem Restaurants und Geschäfte in Stuttgart, Frankfurt und Berlin beliefert worden.   Foto: Lorenzo Carnero

Internationale Ermittler sind einer Gruppe von Olivenöl-Fälschern auf die Schliche gekommen. Die Kriminellen sollen lange Zeit große Mengen an Öl, das als Natives Olivenöl Extra in den Handel kam, in Deutschland und Italien verkauft haben.

Es habe Haftbefehle gegen 24 Verdächtige gegeben. Zwei davon seien in Deutschland gegen zwei Italiener vollstreckt worden, erklärte die EU-Justizbehörde Eurojust.

Die Verdächtigen sollen nach Angaben der italienischen Ermittler Soja- oder Sonnenblumenöl mit verschiedenen Substanzen - beispielsweise mit Chlorophyll und Beta-Carotin - versetzt haben, um es wie Natives Olivenöl Extra aussehen zu lassen. Als solches wurde es dann auch verkauft.

Beliefert wurden vor allem Restaurants und Geschäfte in Stuttgart, Frankfurt und Berlin, aber auch Restaurants und Supermärkte in ganz Italien, wie Eurojust mitteilte. Alle 15 Tage habe die kriminelle Organisation 23.000 Liter des falschen Olivenöls nach Deutschland versendet.

Den nun Festgenommenen wird unter anderem Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, illegaler Handel und Lebensmittelfälschung vorgeworfen. Im Laufe der Ermittlungen, die seit 2015 liefen, wurden mehr als 150.000 Liter des verkaufsfertigen Öls beschlagnahmt. Pro Jahr hätten die Verdächtigen mehr als eine Million Liter des billigeren Öls gekauft, um es zu verfälschen und für einen deutlich höheren Preis zu verkaufen. Jährlich könnten die Verdächtigen damit Gewinne in Millionenhöhe erzielt haben, rechneten die italienischen Ermittler vor.

«Fälle, in denen auf kriminellem Weg mit Lebensmitteln (und Futtermitteln) finanzielle Vorteile erstrebt werden, erlangen zunehmend an Bedeutung, insbesondere im globalen Markt», heißt es in einem Bericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Lebensmittelkriminalität von 2018. Demnach werden Verbraucher nicht nur bei Olivenöl getäuscht. Auch Milch, Honig, Kaffee oder Käse gehörten zu «fälschungsanfälligen Lebensmitteln». Wegen langer Lieferketten im In- und Ausland ist es oft schwer, den Tätern auf die Spur zu kommen.

Die nun zerschlagene Gruppe habe lange Zeit ungestört agieren können und von einer «nicht besonders strengen» Gesetzgebung für einzelne Straftaten in Bezug auf Handel mit gefälschtem Öl profitieren können, erklärte Eurojust. Sie koordinierte die Ermittlungen der deutschen und italienischen Behörden.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
21:13 Uhr

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14. 05. 2019
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