Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

Brennpunkte

Merkels Japan-Reise: Krisen, Handel und Werte im Mittelpunkt

Zwei Tage lang nimmt sich Kanzlerin Merkel für den ersten bilateralen Japanbesuch seit 2015 Zeit. Es geht um die Wirtschaft - und um Partnerschaft in einer sich verändernden Welt.



Merkel und Abe
Am Montag steht für Kanzlerin Angela Merkel zunächst ein Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe auf dem Programm.   Foto: Olivier Matthys/AP POOL/Archiv

Mit einem zweitägigen Besuch in Japan will Kanzlerin Angela Merkel an diesem Montag und Dienstag ein Signal für multilaterale Krisenlösungen und freien Welthandel senden.

In der Hauptstadt Tokio ist nach der Ankunft am Montag ein Gespräch mit Ministerpräsident Shinzo Abe geplant. Dabei dürften auch aktuelle Themen wie die Aufkündigung des INF-Vertrags zum Verzicht auf atomar bewaffnete Mittelstreckenwaffen zwischen den USA und Russland sowie die Lage in Venezuela zur Sprache kommen. Die Kanzlerin war zuletzt 2015 zu einem bilateralen Besuch in Japan.

Deutsche Regierungskreise betonen, angesichts der schwieriger gewordenen weltpolitischen Rahmenbedingungen mit Konflikten zwischen den USA, China und Russland solle von dem Besuch das Signal einer engen Partnerschaft ausgehen. Beide Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen beim demografischen Wandel, der Digitalisierung, Veränderungen am Arbeitsmarkt und der Energieversorgung.

Deutschland und Japan verbinde eine Wertepartnerschaft, hieß es weiter - man teile grundlegende Überzeugungen wie das Bekenntnis zu Multilateralismus, Demokratie und freiem Handel. Dies konnte auch als Zeichen in Richtung von US-Präsident Donald Trump gewertet werden, der auf einen nationalistischen Kurs und Protektionismus setzt. Abe dürfte sich angesichts der anhaltenden territorialen Konflikte mit China im Ost- und Südchinesischen Meer von Merkel auch ein Signal der Unterstützung für multilaterale Konfliktlösung erhoffen.

Weitere Themen des Gesprächs von Merkel und Abe dürften das Atomprogramm Nordkoreas, das für Japan eine besondere Bedrohung bedeutet, sowie die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran sein. Daneben wird die Vorbereitung des G20-Treffens der großen Wirtschaftsmächte Ende Juni in Osaka eine Rolle spielen. Neben den üblichen Themen Handel, Klima und Multilateralismus will Abe dort die Bereiche Digitalisierung, künstliche Intelligenz, den freien Datenfluss sowie die Unterstützung der Welthandelsorganisation WTO im Bereich digitalen Handels zu einer der Prioritäten machen.

Am Dienstag ist ein Treffen der Kanzlerin mit Kaiser Akihito geplant - Merkel kommt zum dritten Mal mit ihm zusammen. Der 85-jährige Monarch wird am 30. April abdanken. Später will sie auch mit dem 58 Jahre alten Kronprinzen Naruhito sprechen, der seinem Vater am 1. Mai auf den Thron folgen soll. Geplant ist zudem eine Diskussion Merkels mit Studenten der Keio-Universität, einer der bedeutendsten Privatuniversitäten Japans mit starker internationaler Ausrichtung, sowie eine Rede auf einem Wirtschaftsforum.

Eine zentrale Rolle bei dem Besuch wird die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen spielen. Japan ist für die Bundesrepublik der zweitgrößte Handelspartner in der Region nach China, Deutschland der wichtigste Handelspartner Japans in der EU. Insgesamt machen etwa 400 deutsche Unternehmen in Japan Geschäfte. Am Freitag war das Freihandelsabkommen der EU mit Japan in Kraft getreten. Es ist das bisher größte von der EU geschlossene Abkommen und soll Märkte mit mehr als 600 Millionen Menschen verbinden. Insgesamt soll es 40 Prozent des Welthandels umfassen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 02. 2019
21:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Besuch Beziehungen und Partnerschaft Bundeskanzlerin Angela Merkel Digitalisierung Donald Trump Europäische Union Handelspartner Internationale Politik Japan-Reisen Kaiser Akihito Krisen Kronprinz Naruhito Premierminister Shinzo Abe Welthandel Welthandelsorganisation
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Fahnen

04.11.2020

Reaktionen auf die US-Wahl: Schock und Empörung in Europa

Vor der US-Wahl wünschte sich in Umfragen eine Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa eine Niederlage von Präsident Trump. Am Tag nach der Wahl starrten viele mit Entsetzen nach Washington. » mehr

Gespräche

11.06.2020

Merkel pocht auf mehr Marktzugang in China

Kanzlerin Merkel und Chinas Premier Li haben schon lange nicht mehr so intensiv gesprochen. Es gibt viel anzupacken: Der Streit um Hongkong, mehr Marktöffnung und ein Ausbau der Kooperation trotz Corona-Krise. » mehr

Merkel empfängt Conte

13.07.2020

Merkel und Conte wollen wuchtige Antwort auf Corona-Krise

Am Freitag und Samstag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder persönlich. Dabei wollen sie eine gemeinsame Antwort auf die Folgen der Krise finden. Berlin und ... » mehr

Chinas Präsident wendet sich gegen Protektionismus

19.11.2020

Chinas Präsident will «Entkoppelung» vermeiden

Nach der Wahlniederlage von Trump geht Xi Jinping in die Offensive. Erst schließt China den weltgrößten Freihandelsvertrag, dann präsentiert sich der Staatschef als Vorreiter des Multilateralismus. » mehr

Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs

15.10.2020

EU-Gipfel: Klare Kante im Brexit-Streit

Die deutsche Bundeskanzlerin und ihre EU-Kollegen haben Themen auf der Karte, die den Kurs der EU auf Jahre hinaus bestimmen könnten. Beim Brexit und beim Klima zeigen sie sich erstaunlich einig. Und dann meldet sich auc... » mehr

Wie weiter?

14.10.2020

Brexit: Johnson enttäuscht über fehlenden Fortschritt

Es sieht nicht wirklich gut aus für den Vertrag, der die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen London und Brüssel ordnen soll. Auch die EU ist «besorgt» - und will doch weiter dran bleiben. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unbekannter fährt Verkehrsschild um

Hof: Verkehrsschild umgefahren |
» 7 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 Selb

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 | 22.11.2020 Selb
» 42 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 02. 2019
21:33 Uhr



^