Lade Login-Box.
Topthemen: Kommunalwahl 2020Bilder vom WochenendeHof-GalerieBlitzerwarner

Brennpunkte

Mexikanisches Drogenkartell hängt Tote an Brücke

Im Morgengrauen bietet sich den Bewohnern von Uruapan ein schauriger Anblick: Tote hängen von einer Brücke, Leichenteile liegen auf der Straße. Es handelt sich offenbar um Opfer eines Krieges zwischen zwei Drogenbanden.



Einsatz in Uruapan
Polizisten bei einem Einsatz an einer Hauptstraße in Uruapan in Mexiko.   Foto: Sicherheitsamt Michoacan

Ein Drogenkartell hat in Mexiko seine Brutalität in aller Öffentlichkeit zur Schau gestellt: Die Überreste von 19 Menschen wurden an einer Hauptstraße der Stadt Uruapan entdeckt.

Sechs Leichen hingen an Stricken von einer Brücke. Daneben hing eine große, bedruckte Plastikplane, auf der eine Warnung stand.

An zwei anderen Abschnitten der Straße lagen Leichenteile, manche davon in Plastiktüten, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Michoacán mitteilte. Örtlichen Medienberichten zufolge machten Anwohner die schaurigen Funde am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit).

Manche der Toten wiesen nach Angaben des Generalstaatsanwalts von Michoacán, Adrián López, Schusswunden auf. Unter den 19 Leichen seien die von drei Frauen, sagte er bei einer Pressekonferenz. Die Identitäten der Toten wurden zunächst nicht bekannt.

Das Plakat hing zwischen zwei Leichen, deren Genitalien unbedeckt waren, wie auf einem Foto in örtlichen Medien zu sehen war. In dem Text hieß es, wer Angehörigen der rivalisierenden Bande Los Viagras helfe, werde so enden wie die Getöteten. Unterschrieben war er mit dem Namen des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG).

Generalstaatsanwalt López sprach von einem Konflikt um die Kontrolle über den Drogenhandel in der Gegend. Teile Mexikos werden von mächtigen Drogenkartellen wie dem CJNG kontrolliert, die sich bisweilen blutige Machtkämpfe miteinander liefern.

In Uruapan, im Herzen eines der größten Avocado-Anbaugebiete der Welt, hatte im September 2006 ein bis dahin unbekanntes Kartell namens La Familia Michoacana fünf blutverschmierte Köpfe auf die Tanzfläche einer Bar geworfen.

Kurz darauf wurde Felipe Calderón Präsident von Mexiko. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt schickte er Tausende Soldaten und Bundespolizisten in die Schlacht gegen die Narcos. Die Gewalt eskalierte, bis 2011 verdoppelte sich die Zahl der Morde auf rund 22.000 pro Jahr. Machtdemonstrationen der Gangs durch das Zurschaustellen ihrer zahlreichen Todesopfer - wie nun erneut in Uruapan - waren keine Seltenheit mehr.

Nachdem sich die Lage zwischenzeitlich etwas entspannte, ist sie inzwischen unübersichtlicher denn je. Längst verdienen die Kartelle ihr Geld nicht mehr nur mit Drogenschmuggel, sondern sind auch in Erpressung, Benzindiebstahl und Menschenhandel verwickelt. Immer mehr kleine Banden mischen in dem blutigen Geschäft mit.

Im vergangenen Jahr erlebte Mexiko einen bisherigen Höchststand von fast 36.000 Morden. Zudem gelten rund 40.000 Menschen als verschwunden. Immer wieder werden Massengräber entdeckt.

Der seit vergangenem Dezember regierende Präsident Andrés Manuel López Obrador hat eine Nationalgarde aus Militärpolizisten geschaffen, um die Gewalt einzudämmen. Diese ist aber zu einem großen Teil an Mexikos Grenzen im Einsatz, um auf Druck der US-Regierung mittelamerikanische Migranten auf dem Weg in das nördliche Nachbarland aufzuhalten.

Michoacáns Innenminister Carlos Herrera twitterte am Donnerstag, der westlich von Mexiko-Stadt gelegene Bundesstaat bitte um eine verstärkte Präsenz der Nationalgarde.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 08. 2019
08:05 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Andrés Manuel López Obrador Drogenbanden Drogenhandel Drogenschmuggel Erpressung Felipe Calderón Getötete Leichen Menschenhandel Mord Todesopfer Tote Twitter US-Regierung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kriminalität in Mexiko

21.01.2020

Mehr als 35.500 Mordopfer 2019 in Mexiko

Mehr Bildung und Arbeitsplätze sowie eine gelockerte Drogenpolitik sollten die Gewalt im Land eindämmen. Doch auch 2019 zählt Mexiko die höchste Zahl an Mordopfern, die jemals registiert wurde. » mehr

Polizeistreife

02.12.2019

20 Tote bei Kämpfen im Norden von Mexiko

Ein Drogenkartell fällt in einen kleinen Ort nahe der US-Grenze ein und liefert sich eine stundenlange Schießerei mit der Polizei. Ein Jahr nach Amtsantritt von Präsident López Obrador zeigt sich, dass der Regierung die ... » mehr

Überschwemmung

15.12.2019

Drei Tote bei Unwetter in Frankreich

In Teilen Südwestfrankreichs herrscht weiter Unwettergefahr. Mindestens drei Menschen kommen ums Leben. Mehrere Tausend Haushalte sind ohne Strom. » mehr

Rettungskräfte im Einsatz

15.12.2019

Zahl der Toten steigt nach Vulkanausbruch in Neuseeland

Suchmannschaften haben sich auf Neuseelands Vulkaninsel zurückgewagt. Auch Taucher waren am Wochenende im Einsatz. Doch die Suche nach den beiden noch vermissten Leichen blieb erfolglos. Derweil sterben immer mehr Brando... » mehr

Erdogan vor Ort

27.01.2020

Über 40 Tote nach Erdbeben in Osttürkei

Am Freitagabend bebt die Erde in der Osttürkei. Dem Beben folgten wohl mehr als 900 Nachbeben. Retter suchen trotz schwindender Hoffnung weiter nach Überlebenden. » mehr

Jeff Bezos

22.01.2020

Saudischer Hacker-Angriff auf Jeff Bezos? UN-Experten empört

Saudische Hacker-Software soll auf dem Telefon von Amazon-Gründer Jeff Bezos installiert worden sein. Die Spur führt an die Spitze der saudischen Regierung. UN-Experten verlangen eine Untersuchung von Zusammenhängen mit ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bad Alexandersbad

Wahlpodium im EBZ Bad Alexandersbad | 16.02.2020 Bad Alexandersbad
» 40 Bilder ansehen

Prunksitzung in Veitshöchheim Veitshöchheim

Prunksitzung in Veitshöchheim | 15.02.2020 Veitshöchheim
» 210 Bilder ansehen

Starbulls Rosenheim -VER Selb n.V. 4:3 Rosenheim

Starbulls Rosenheim -VER Selb n.V. 4:3 | 16.02.2020 Rosenheim
» 48 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 08. 2019
08:05 Uhr



^