Lade Login-Box.
Topthemen: KinderfilmfestAutonomes Fahren in OberfrankenBilder vom WochenendeBlitzerwarner

Brennpunkte

Mitschüler erwürgt: Gericht ordnet Psychiatrie an

Ein Teenager tötet einen Mitschüler. Laut Anklage soll der seine Liebe nicht erwidert haben - der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Nun ist der Jugendliche zu einer Strafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden und kommt in eine psychiatrische Klinik.



Abgesperrt
Absperrband der Polizei am Tatort in Wenden.   Foto: Roland Weihrauch

Weil er einen Mitschüler erwürgt hat, ist ein Teenager aus Wenden in Nordrhein-Westfalen zu einer Jugendstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden.

Das Gericht wertete die Tat als Totschlag, wie eine Sprecherin des Landgerichts nach der Urteilsverkündung sagte. Die Richter ordneten außerdem eine Unterbringung des 15-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Der Prozess hatte im April begonnen und lief unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zu den durch das Gericht festgestellten Tatumständen und den Gründen für die Unterbringung in einer Psychiatrie wollte die Gerichtssprecherin unter Verweis auf den Jugendschutz keine Angaben machen. Laut Anklage hatte der Jugendliche den Älteren aus enttäuschter Liebe in einem Streit umgebracht.

Der Fall hatte im Herbst 2018 bundesweit Entsetzen ausgelöst. Laut Anklage hatten der damals 14-Jährige und sein zwei Jahre älteres späteres Opfer am 30. Oktober den Unterricht geschwänzt und sich in einem Waldstück nahe der Schule getroffen. Der angeklagte Teenager war demnach in den Älteren verliebt und hatte auf sexuelle Handlungen gehofft. Als der 16-Jährige ihn zurückwies, sei es zum Streit gekommen.

Der Angeklagte habe ihn gewürgt bis er starb, hieß es in der Anklage. Anschließend habe er die Leiche in ein anderes Waldstück in Schulnähe geschleppt. Dort fand ein Feuerwehrmann am Abend des nächsten Tages bei einer Suchaktion den Toten. Der Vater des Opfers hatte seinen Sohn vermisst gemeldet. Der 14-Jährige war zunächst als Zeuge befragt worden und verstrickte sich dann in Widersprüche. Mitschülern war seine verdreckte und durchnässte Kleidung aufgefallen. Er kam in Untersuchungshaft.

Zu Prozessbeginn im April hatte der Teenager gestanden, für den Tod des Älteren verantwortlich zu sein. Danach drang über den Prozessverlauf nichts mehr an die Öffentlichkeit. Erst über die Plädoyers Anfang der Woche hatte das Gericht in groben Zügen berichtet: Der Staatsanwalt hatte demnach entgegen der ursprünglichen Anklage die Tat in seinem Plädoyer sogar als Mord bewertet.

Dem folgten die Richter am Donnerstag nicht, blieben aber beim Strafmaß nur knapp hinter den von Staatsanwaltschaft und Nebenklage geforderten acht Jahren zurück. Der Verteidiger wertete die Tat seines Mandanten in seinem Plädoyer als gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge und hatte ein Strafmaß von sechs Jahren vorgeschlagen. Ob Verteidigung oder Staatsanwaltschaft Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wollen, war zunächst nicht bekannt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
17:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angeklagte Anklage Jugendstrafen Kinder und Jugendliche Landgericht Siegen Mord Staatsanwaltschaft Staatsanwälte Strafarten Untersuchungshaft Zeugen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Enver Altayli

22.01.2020

Fall Altayli: Anklage nach über zwei Jahren U-Haft in Türkei

Lange saß der deutsch-türkische Autor und Ex-Geheimdienstmitarbeiter Enver Altayli in türkischer Einzelhaft - ohne dass ganz klar war, was ihm überhaupt vorgeworfen wird. Nun liegt eine Anklageschrift vor. Kommt der Fall... » mehr

Prozess gegen mutmaßlichen Spion

20.01.2020

Prozess um Spionage bei der Bundeswehr

Ein Übersetzer soll bei der Bundeswehr für einen iranischen Nachrichtendienst spioniert haben. Nun steht er vor Gericht. Der Vorwurf: Landesverrat in einem besonders schweren Fall. » mehr

Fall Georgine Krüger

31.07.2019

Schülerin seit knapp 13 Jahren vermisst: Mordprozess vertagt

Jahrelang wurde nach Georgine Krüger aus Berlin gesucht. Ermittler sind sich sicher, dass sie getötet wurde. Doch die Leiche fehlt. Nun ist ein Familienvater wegen Mordes angeklagt. Der Prozess begann mit Hindernissen. » mehr

Urteilsverkündung

01.10.2019

Mord in Wettbüro: Rocker zu lebenslanger Haft verurteilt

Der tödliche Anschlag dauert nur 25 Sekunden. In einem Berliner Wettbüro wird ein junger Mann erschossen. Nach einem langen Prozess gibt es nun ein Urteil gegen Rocker der Hells Angels. » mehr

Kontrolle

23.12.2019

Mit Vollgas für den Kick: Raserei auf deutschen Straßen

Eine glatte Fahrbahn, ein schnelles Auto, dann der Blitzstart mit quietschenden Reifen. Zumeist junge Männer liefern sich immer wieder illegale Rennen auf vielen Straßen Deutschlands. Wer erwischt wird, muss mit Strafe r... » mehr

Kerzen und Blumen

18.08.2019

Schwangere auf Usedom aus Mordlust getötet - Prozess beginnt

Das Verbrechen schockierte die Menschen auf Usedom: Eine 18-Jährige wurde brutal ermordet. Die zwei mutmaßlichen Täter, junge Männer aus der Region, stehen nun vor Gericht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Neujahrsempfang in Rehau Rehau

CSU-Neujahrsempfang in Rehau | 24.01.2020 Rehau
» 62 Bilder ansehen

Faschingsgilde Marktredwitz-Dörflas Marktredwitz

Gala-Abend Faschingsgilde in Marktredwitz | 18.01.2020 Marktredwitz
» 37 Bilder ansehen

Eisbären Regensburg - VER Selb 5:2 Regensburg

Eisbären Regensburg - VER Selb 5:2 | 24.01.2020 Regensburg
» 32 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 06. 2019
17:28 Uhr



^