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Moskau fordert Abzug ausländischer Söldner aus Berg-Karabach

Die Kämpfe zwischen den verfeindeten Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan um die Konfliktregion Berg-Karabach gehen unvermindert weiter. Offenbar hat Russland nun selbst Hinweise darauf, dass dort auch noch fremde Kämpfer im Einsatz sind.



Ruinen
Konflikt in der Region Berg-Karabach: Ein Mann steht in den Ruinen seines Hauses.   Foto: Aziz Karimov/AP/dpa

Russland hat nach eigener Darstellung jetzt eigene Hinweise auf die Anwesenheit von Söldnern bei den Kämpfen um die Konfliktregion Berg-Karabach.

Dort würden bewaffnete Kämpfer aus den Kriegsgebieten in Syrien und Libyen eingesetzt, teilte das Außenministerium in Moskau auf seiner Internetseite mit. Russland forderte den sofortigen Abzug dieser ausländischen Kämpfer illegaler Gruppierungen. Die verfeindeten Ex-Sowjetrepubliken Aserbaidschan und Armenien hatten sich gegenseitig den Einsatz von Söldnern vorgeworfen. Beweise gab es nicht. Die Kampfhandlungen dauern seit Sonntag an. In beiden Staaten gilt seit Jahrzehnten das erste Mal der Kriegszustand.

Armenien sprach von 4000 militanten Islamisten, die die Türkei aus dem Norden Syriens in den Südkaukasus gebracht habe. Aserbaidschan wiederum behauptete, es seien ethnische Armenier aus Syrien und anderen Staaten des Nahen Ostens im Einsatz bei den Kämpfen. Die Konfliktparteien wiesen den Einsatz von Söldnern als Falschnachrichten zurück. Russland hatte eine Überprüfung der Informationen angekündigt und trat nun mit diesem Appell an die Öffentlichkeit.

Die Präsidenten Frankreichs und Russlands, Emmanuel Macron und Wladimir Putin, forderten die Konfliktparteien zu «maximaler Zurückhaltung und eine baldige Feuereinstellung» auf. In einem Telefonat am Mittwochabend zeigten sich die beiden Staatsoberhäupter besorgt und betonten nach Angaben der Agentur Tass, dass der Konflikt um Berg-Karabach nur auf diplomatischem Weg gelöst werden könne.

Das Außenministerium in Moskau zeigte sich besorgt, dass der Einsatz ausländischer Kämpfer zu einer weiteren Zuspitzung der Lage und zu einer langfristigen Gefahr für die Sicherheit in der Region führe. «Wir fordern die Führungen der beteiligten Staaten auf, dafür zu sorgen, dass dort keine Terroristen und Söldner in dem Konflikt eingesetzt und sie dort umgehend abgezogen werden», hieß es in der in Moskau veröffentlichten Mitteilung.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte nach einem Telefonat mit seinen Kollegen in Baku und Eriwan die Bereitschaft Moskaus, in dem Konflikt zu vermitteln und Räume für die Gespräche zur Verfügung zu stellen. Zugleich forderte Lawrow einmal mehr eine sofortige Einstellung der Kämpfe und die Einhaltung der früher vereinbarten Waffenruhe. Russland sei «äußerst besorgt» wegen der Lage in Berg-Karabach, teilte das Ministerium mit.

Moskau ist wegen seiner engen Kontakte nach Baku und Eriwan traditionell der wichtigste Vermittler in dem Konflikt. Bei den schwersten Kämpfen seit Jahrzehnten sind in Berg-Karabach nach offiziellen armenischen Angaben bereits mehr als 100 Menschen getötet worden, die meisten davon Soldaten. Aserbaidschan hat bisher mehr als ein Dutzend getötete Zivilisten bestätigt, aber keine Opfer unter den Soldaten.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region, in der rund 145.000 Menschen leben. Berg-Karabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 gilt eine brüchige Waffenruhe. Die Türkei steht in dem Konflikt auf der Seite Aserbaidschans, während Armenien Russland als Schutzmacht sieht.

© dpa-infocom, dpa:201001-99-778904/2

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2020
04:53 Uhr

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01. 10. 2020
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