Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

Brennpunkte

Mutmaßliche 9/11-Drahtzieher vor Gericht

Am Mittwoch gedenken die USA zum 18. Mal der Opfer der Terroranschläge vom 11. September. Die mutmaßlichen Strippenzieher stehen wieder vor Gericht. Eine mögliche Verurteilung liegt fast zwei Jahrzehnte nach dem Horror jedoch noch immer in weiter Ferne.



11. September
Die Anschläge vom 11. September jähren sich zum 18. Mal. Die mutmaßlichen Drahtzieher stehen erneut vor Gericht.   Foto: Mark Lennihan/AP

Die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 sind auf dem langwierigen Weg zu einem Prozess wieder vor Gericht erschienen.

Die Anhörung im Rahmen einer Vorverhandlung fand kurz vor dem 18. Jahrestag der Attentate statt - und kurz nachdem der Termin für den Start des eigentlichen Verfahrens für Januar 2021 festgelegt wurde. Alle fünf Angeklagten waren zu Beginn der Anhörung vor einem Sondertribunal im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba anwesend - darunter Chalid Scheich Mohammed, der als Mastermind der Anschläge gilt.

Bei den Terroranschlägen waren in New York und Washington fast 3000 Menschen ums Leben gekommen. Islamisten hatten damals drei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York und in das Pentagon in Washington gesteuert. Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab.

Was vor 18 Jahren passierte, kam in der Anhörung in Guantánamo zunächst nicht zur Sprache. Stattdessen ging es um komplizierte Verfahrensfragen. Wie soll mit geheimen Informationen umgegangen werden? Warum werden immer wieder die Verfahrensregeln geändert? Die Verteidiger wiesen auf die zahlreichen Schwierigkeiten des Verfahrens hin - und beklagten die Unannehmlichkeiten in Guantánamo. Es sei, wie durch Wasser zu laufen, sagte James G. Connell, einer der Hauptverteidiger.

Über allem stehe die Tatsache, dass die Angeklagten gefoltert worden seien, um Geständnisse zu erhalten und Beweise zu sammeln, machte der Verteidiger von Scheich Mohammed, Gary Sowards, klar. Scheich Mohammed saß an Sowards Seite, den langen Bart orange gefärbt, mit markanter Brille und schwarz-grau gestreiftem Kopftuch.

Scheich Mohammed, der seinen Initialen entsprechend auch «KSM» genannt wird, soll einst die «Nummer drei» der Terrororganisation Al-Kaida gewesen sein. Er und andere wurden nach ihrer Festnahme in Geheimgefängnissen der CIA brutal gefoltert.

«KSM» ist seit 2003 in US-amerikanischer Gefangenschaft, 2006 kam er in das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo Bay. Mindestens 183 Mal wurde er dem sogenannten Waterboarding ausgesetzt, wie aus einem 2014 veröffentlichten Bericht des US-Senats hervorgeht. Dabei wird Ertränken simuliert. Die so erzwungenen Aussagen können bei einem Verfahren vor Gericht nicht verwendet werden. Der frühere US-Präsident Barack Obama hatte sich vergeblich darum bemüht, die mutmaßlichen Terroristen in New York vor ein Bundesgericht zu stellen.

Zu den Angeklagten zählt auch Walid bin Attasch, der einst Leibwächter Osama bin Ladens gewesen sein soll, und Mustafa Ahmed al-Hausawi aus Saudi-Arabien, der den Attentätern Geld beschafft haben soll. Das wird auch dem in Kuwait aufgewachsenen Ali Abdel Asis Ali vorgeworfen, der mit Scheich Mohammed verwandt ist. Für September sind zahlreiche neue Anhörungen angesetzt - auch am Jahrestag der Anschläge.

In Guantánamo sitzen noch insgesamt 40 Häftlinge. Obama war mit dem Versuch gescheitert, das Lager zu schließen. Viele der Gefangenen wurden nie verurteilt oder gar nicht erst angeklagt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 09. 2019
20:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Al-Qaida Angeklagte Attentate Attentäter Barack Obama CIA Chalid Scheich Mohammed Guantanamo Bay Naval Base Mutmaßliche Terroristen Terroranschläge Terroranschläge am 11. September 2001 Terroristen Terrororganisationen und Terrorgruppen US-Senat World Trade Center
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Gedenken 09/11

11.09.2019

USA gedenken Opfern der Anschläge vom 11. September

Es gibt wohl kein Ereignis der vergangenen Jahrzehnte, das die USA und die Welt so veränderte, wie die Terroranschläge vom 11. September 2001. Die Schockwellen hallen auch 18 Jahre später noch nach. » mehr

Hamsa bin Laden

14.09.2019

Weißes Haus bestätigt Tod von Osama bin Ladens Sohn

Schon Ende Juli war er totgesagt worden, nun bestätigt das Weiße Haus: Osama bin Ladens Sohn Hamsa ist bei einer Anti-Terror-Operation getötet worden. Es ist ein Rückschlag für Al-Kaida - das den USA erst kürzlich wieder... » mehr

US-Militär in Afghanistan

29.08.2019

Trump will zunächst 8600 US-Soldaten in Afghanistan lassen

Die Gespräche zwischen den USA und den Taliban nähern sich einem Ende - so heißt es. Ein Kernpunkt darin: der Abzug von US-Soldaten aus Afghanistan. Präsident Trump macht klar, dass er eine nennenswerte Zahl an Truppen d... » mehr

Boeing 737 rutscht in einen Fluss

04.05.2019

Boeing 737 rutscht bei Landung auf US-Flughafen in Fluss

Vom Marinestützpunkt Guantánamo sollte es für 136 Passagiere und sieben Crewmitglieder nach Hause in die USA gehen. Die Landung in Florida werden sie wohl nie vergessen. Wie durch ein Wunder kamen keine Menschen ums Lebe... » mehr

Rauch über Hochhaus

11.06.2019

Ursachenforschung nach Helikopterabsturz in Manhattan

In Manhattan stürzt ein Hubschrauber ab. Erinnerungen an 9/11 werden wach. Bürgermeister de Blasio beruhigt jedoch: Hinweise auf einen Terroranschlag gebe es nicht. Er äußert einen anderen Verdacht. » mehr

IS-Führer Al-Bagdadi

27.10.2019

Trump verkündet Tod von IS-Anführer Al-Bagdadi

Die Terrormiliz IS hat die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Nun ist den USA ein wichtiger Schlag gegen die Terroristen gelungen. Präsident Trump persönlich verkündet, der Kopf der Organisation sei «winselnd und wein... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Eddy

Katzen aus Lichtenberg |
» 5 Bilder ansehen

Wunsiedel

20. Wunsiedler Kneipennacht | 09.11.2019 Wunsiedel
» 98 Bilder ansehen

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau | 09.11.2019 Selb
» 5 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 09. 2019
20:00 Uhr



^