Lade Login-Box.
Topthemen: Mordfall OttingerKneipennachtBayern HofVideo: Waldfriedhof Frankenwald

Brennpunkte

Nach Druck in Ungarn: Soros-Stiftung in Berlin gestartet

32 Milliarden Dollar soll der US-Investor und Spender George Soros inzwischen in seine Bürgerrechtsstiftungen gesteckt haben. In Ungarn galt er als «Staatsfeind Nummer 1». Jetzt gibt es einen Neuanfang in Berlin.



George Soros
George Soros unterstützt mit seinen Open Society Foundations Bürgerrechtsprojekte in aller Welt.   Foto: Thomas Peter/Reuters Pool

Die Stiftung des US-Milliardärs George Soros hat nach den Anfeindungen in Ungarn ihre Arbeit in Berlin aufgenommen. 80 Mitarbeiter und ihre Familien seien von Budapest mit umgezogen, sagte der Direktor des neuen Hauptstadt-Büros, Goran Buldioski, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Am Schluss sollten etwa 150 Leute hier arbeiten. «Wir freuen uns, dass unser Berliner Büro zusammen mit London, New York und Washington ein Schwerpunktbüro für unsere Stiftungen sein wird.»

George Soros, ein in Ungarn geborener Holocaust-Überlebender, unterstützt mit seinen Open Society Foundations Bürgerrechtsprojekte in aller Welt. In Ungarn war der 88-Jährige seit längerem Ziel scharfer Angriffe der Regierung des rechtsnationalen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Dieser beschuldigt ihn, die «Masseneinwanderung» von Muslimen nach Europa zu organisieren.

«Das repressive politische Klima in Ungarn hat es uns unmöglich gemacht, dort sicher und effektiv zu arbeiten», sagte Buldioski. In dem Land würden die demokratischen Werte der EU hart auf die Probe gestellt. «Aber das gibt uns die große Chance, unsere Arbeit in unserer neuen Heimat Berlin fortzusetzen und auszubauen.»

Im Alltagsgeschäft wird sich seinen Angaben zufolge zunächst nicht viel ändern. Von Berlin aus sollten weiter zivilgesellschaftliche Strukturen innerhalb und außerhalb Europas unterstützt und gefördert werden - bei Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und bei der Umsetzung von Menschenrechten, Gleichberechtigung und digitalen Bürgerrechten.

«Auf mittlere und längere Sicht hoffen wir, dass unser Berliner Büro innerhalb der Open-Society-Familie eine eigene Identität entwickelt, die von der Stadt und den Menschen hier geprägt wird», sagte Buldioski. Der gebürtige Mazedonier arbeitet seit 13 Jahren für die Soros-Gesellschaft, zuletzt als Leiter des Stiftungsprogramms für Europa.

Als Standort in Berlin nutzt die Stiftung zunächst gemeinsam mit anderen genutzte Arbeitsräume am Potsdamer Platz eines sogenannten Coworking-Unternehmens. «Das gibt uns Zeit, uns zurechtzufinden und in der Stadt anzukommen, ehe wir unsere endgültige Bleibe finden», so der Direktor. Die Stiftung habe schon seit Jahren gute Kontakte mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland und hoffe, diese zu vertiefen und neue aufzubauen.

Eigenen Angaben zufolge sind die Open Society Foundations mit einem jährlichen Budget von gut einer Milliarde Dollar (etwa 866 Millionen Euro) der international größte private Geldgeber für Menschenrechtsinitiativen.

Orban hatte Soros zum «Staatsfeind Nummer 1» erklärt. Seine Fidesz-Partei versucht, die von dem liberalen Philanthropen unterstützten kritischen Zivilorganisationen durch neue Gesetze in die Illegalität zu drängen. Das EU-Parlament hat wegen dieser und anderer Einschränkungen ein Rechtsstaatsverfahren gegen Ungarn in Gang gesetzt.

Veröffentlicht am:
04. 10. 2018
10:54 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bürgerrechte Deutsche Presseagentur Direktoren Dollar George Soros Holocaust-Überlebende Milliarden Dollar Rechtsnationalismus Spenderinnen und Spender Staatsfeinde Stiftungen Ungarische Premierminister Viktor Orbán
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Viktor Orban

15.03.2019

Orban will weiter den «Niedergang Europas» aufhalten

Er wettert gegen das «liberale europäische Imperium», doch beim Namen nennt Orban die «Imperialisten» nicht. Kommentatoren empfinden seine diesjährige Rede zum Nationalfeiertag als relativ zurückhaltend. Liegt das am dro... » mehr

Plakatkampagne in Ungarn

02.03.2019

Kampagne gegen Juncker geht zu Ende

Das Ungarn unter Viktor Orban kennt nur die permanente Kampagne. Der US-Milliardär und Philanthrop George Soros spielt darin den immer wiederkehrenden Hauptbösewicht. Den jüngsten Zweitakteur Juncker soll nun die nächste... » mehr

Viktor Orban

14.03.2019

«Nützliche Idioten»? Orban rudert zurück - ein wenig

Zwei Schritte vor, einen zurück - diese Taktik verfolgt Viktor Orban seit Jahren. Kommende Woche stimmt die Europäische Volkspartei über den Ausschluss der rechtsnationalen Fidesz-Partei ab. Verfängt Orbans Taktik noch? » mehr

Viktor Orban

05.03.2019

Ein Ultimatum für Orban

Wie umgehen mit Viktor Orbans Fidesz-Partei? Nach der jüngsten Kampagne der ungarischen Regierung werden die Orban-Kritiker in der EVP lauter. In zwei Wochen soll es eine Entscheidung geben. » mehr

Plakatkampagne in Ungarn

28.02.2019

Anti-Juncker-Plakate: Orban versucht die Wogen zu glätten

Der Druck auf Orban nahm zuletzt deutlich zu. Nun versucht der ungarische Ministerpräsident die CDU-Chefin zu besänftigen. Die EU-Kommission ist hingegen alles andere als beruhigt. » mehr

George Soros

24.10.2018

Soros-Stiftung sieht wachsende Gefahr durch Hass und Hetze

Vor allem unter Rechtspopulisten hat sich der in Ungarn geborene Holocaust-Überlebende und Milliardär George Soros viele Feinde gemacht. Nun warnt die Stiftung des Philantropen vor einer bedrohlichen Entwicklung in viele... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Fridays for future Fotos 2

Fridays for Future in Kulmbach | 24.05.2019 Kulmbach
» 15 Bilder ansehen

We Love Black Closing - Susi Weißenstadt Weißenstadt

We Love Black Closing - Susi Weißenstadt | 24.05.2019 Weißenstadt
» 27 Bilder ansehen

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad | 19.05.2019 Bad Alexandersbad
» 22 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
04. 10. 2018
10:54 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".