Lade Login-Box.
Topthemen: Mordfall OttingerKneipennachtBayern HofVideo: Waldfriedhof Frankenwald

Brennpunkte

Nahrungsmittelversorgung in Griechenland verschlechtert sich

Sparen, koste es was es wolle: In Griechenland ist es nicht mehr selbstverständlich, dass Nahrungsmittel verfügbar sind. Eine Studie zeigt, welches Ausmaß mittlerweile erreicht ist.



Markt in Athen
Eine ältere Frau geht in Athen an Marktständen vorbei. Viele Griechen sind von Armut bedroht.   Foto: Socrates Baltagiannis

Steuererhöhung, Privatisierung, Liberalisierung der Märkte - mit diesen Maßnahmen kämpft Griechenland seit zehn Jahren gegen die Pleite. Auferlegt wurden sie von den Gläubigern des Landes, das seit 2008 finanziell kaum mehr auf die Beine kommt.

Mit massiven Folgen, wie eine Untersuchung des Transnational-Instituts (TNI) mit Sitz in Amsterdam nun zeigt. Demnach ist die Armut auf dem Land so hoch, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln nicht mehr gewährleistet ist. Nahrungsmittel sind zwar vorhanden, werden allerdings oft importiert und sind für viele Verbraucher dadurch zu teuer.

Rund 40 Prozent der griechischen Landbevölkerung sind zehn Jahre nach Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise des Landes von Armut bedroht. Dadurch habe sich die Versorgung mit Lebensmitteln deutlich verschlechtert, besagt die Studie. Die Ursache liege in den Sparmaßnahmen.

Für den einzelnen Haushalt bedeute das eine klare Änderung auf dem Speiseplan, sagen die Wissenschaftler. «Der Anteil der Haushalte, die sich mindestens jeden zweiten Tag kein Essen mit Fleisch, Geflügel oder Fisch leisten können, hat sich innerhalb der Krisenjahre auf 14 Prozent verdoppelt», heißt es in der Studie. Auch längst nicht mehr alle Familien mit Kindern können sich demnach wichtige Eiweiße leisten: Der Anteil der Haushalte mit Kindern, die täglich keine proteinhaltigen Mahlzeiten mehr auf den Tisch bringen können, habe sich bis 2014 auf knapp 9 Prozent verdoppelt.

Der Untersuchung zufolge ist die Arbeitslosigkeit im ländlichen Raum innerhalb von zehn Jahren von 7 auf 25 Prozent gestiegen. Allein von 2008 bis 2013 habe sich zudem das Pro-Kopf-Einkommen auf dem Land um knapp ein Viertel verringert. Die Ernährungsunsicherheit sei dadurch während der Krise von 7 Prozent im Jahr 2008 auf mehr als 14 Prozent im Jahr 2016 gestiegen.

Vor allem die Lage für Kleinerzeuger habe sich durch die Auflagen der Gläubiger des notorisch pleitebedrohten Landes erheblich verschlechtert, heißt es beim TNI. Und dies wirke sich wiederum auf die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln aus. Zu den Auflagen gehörten unter anderem Privatisierungen sowie die Liberalisierung des Einzelhandels und die Flexibilisierung des Arbeitsrechts. So sei unter anderem der Markt mit zwei zuvor staatlichen - und profitablen - Lebensmittelgroßhändlern liberalisiert worden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 11. 2018
12:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Armut Durchschnittseinkommen Finanzkrisen Krisenjahre Privatisierung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ackerfläche

26.04.2019

Linke fordert Ende des Verkaufs ostdeutscher Agrarflächen

Einst gehörten Hunderttausende Hektar Acker zum Volkseigentum der DDR. Inzwischen ist ein Großteil davon privatisiert - ein großer Fehler, sagt die Linke im Bundestag. » mehr

Dietmar Bartsch

28.03.2019

Linke: Regierung hat bei Treuhand «Besserwessi-Blick»

Die Treuhand ist bis heute für viele Ostdeutsche ein Feindbild. Viele Betriebe wurden dicht gemacht. Der Linke-Fraktionschef attackiert nun die Bundesregierung. » mehr

Pflege

16.01.2019

Studie: Pflegebeitrag muss weiter steigen

Immer mehr Pflegebedürftige lassen den Bedarf an motivierten Pflegekräften weiter steigen. Eine neue Erhebung zeigt: Die Versicherten müssen dafür künftig wohl deutlich tiefer in die Tasche greifen. » mehr

Heil in Berlin

22.05.2019

Union wirft SPD bei Grundrente Wahlkampfspielchen vor

Im Endspurt des Europawahlkampfs legen die SPD-Minister Heil und Scholz ein Konzept zur Finanzierung der Grundrente vor. Das stößt dem Koalitionspartner auf. Doch sie sind nicht die einzigen. » mehr

Scholz und Heil in Berlin

11.05.2019

Kritik an Finanzierungsideen zur Grundrente aus Sozialkassen

Mehr Geld für bedürftige Rentner - darüber würden sich viele Ruheständler sicher freuen. Doch wie die geplante Grundrente finanzieren? Zwei SPD-Minister sorgen mit ihren Überlegungen für Wirbel. » mehr

Stimmabgabe

08.05.2019

Südafrikas Regierungspartei ANC droht bei Wahlen Denkzettel

Millionen Südafrikaner haben friedlich abgestimmt. Doch im Land herrscht Katerstimmung. Die regierende Partei ANC muss daher bei der Parlamentswahl mit Stimmverlusten rechnen. Profitieren könnte vor allem eine Partei lin... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Fridays for future Fotos 2

Fridays for Future in Kulmbach | 24.05.2019 Kulmbach
» 15 Bilder ansehen

Hofer Kneipennacht 2019 Hof

Hofer Kneipennacht | 11.05.2019 Hof
» 77 Bilder ansehen

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad | 19.05.2019 Bad Alexandersbad
» 22 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 11. 2018
12:22 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".