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Neuauszählung in Hessen: SPD sieht Chance für Machtwechsel

In manchen Wahlbezirken gab es falsch übermittelte Werte, in anderen Teilen des Landes wird neu ausgezählt: Die SPD wittert nun Morgenluft in Hessen.



Landtagswahl in Hessen
In Frankfurter Wahlbezirken hatte bei der hessischen Landtagswahl teils erhebliche Pannen mit falsch übermittelten Werten gegeben.   Foto: Arne Dedert

Angesichts einer möglichen Verschiebung beim Endergebnis der hessischen Landtagswahl rechnet sich die SPD wieder Chancen auf eine Ablösung der schwarz-grünen Regierung aus. In manchen Frankfurter Wahlbezirken gab es falsch übermittelte Werte, in anderen Teilen Hessens wird neu ausgezählt.

Spitzenpolitiker von Grünen, SPD und FDP in Hessen werden voraussichtlich in der kommenden Woche über ein mögliches Ampelbündnis für eine neue Landesregierung sprechen. Das kündigte der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel am Freitag nach einem Treffen mit der FDP an.

Der Parteivorsitzende der hessischen Liberalen, Stefan Ruppert, sagte: «Wir wollen sehr ernsthaft ausloten, ob es möglich ist, mit SPD und Grünen eine Koalition in Hessen zu bilden.» Er betonte gleichzeitig, dass sich an der Haltung der FDP nichts geändert habe, keinen grünen Ministerpräsidenten mitzuwählen.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen hatte seinerseits am Donnerstag erklärt, seine Partei werde auf die Liberalen zugehen und ein Treffen anbieten.

Die CDU, stärkste Kraft im Landtag, hatte ihre eigentlich für diesen Freitag geplante Entscheidung darüber vertagt, mit wem sie in Koalitionsverhandlungen einsteigt. Sie will das amtliche Endergebnis abwarten, das am 16. November kommen soll. Hintergrund ist, dass die die SPD am Ende doch noch die Grünen überholen und zweitstärkste Kraft werden könnte.

Das könnte Folgen für die Regierungsbildung haben. Denn die FDP zeigt sich nur offen für Gespräche über ein rechnerisch mögliches Ampel-Bündnis aus Grünen, SPD und FDP, wenn die SPD den Regierungschef stellen würde. In der Regel beansprucht in einer Koalition die Partei mit den meisten Zweitstimmen das Amt des Ministerpräsidenten für sich.

In der Wahlnacht hatte ein langsames Computersystem die Auszählung verzögert. Außerdem gab es in Frankfurter Wahlbezirken teils erhebliche Pannen mit falsch übermittelten Werten. Die Stadt hat nach eigener Darstellung die Fehler mittlerweile korrigiert. Allerdings werden auch andernorts in Hessen noch die Wahlergebnisse überprüft, teilweise wird auch neu gezählt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
09. 11. 2018
17:41 Uhr

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