Topthemen: Frankenpost-ChristkindNeue B15-AmpelHilfe für NachbarnStromtrasse durch die RegionGerch

Brennpunkte

Nordkorea hält zum 70. Gründungstag große Militärparade ab

Wie üblich bei sehr wichtigen Jubiläen setzt Nordkorea auch am 70. Gründungstag auf Pomp und militärische Stärke. Doch scheint sich Pjöngjang bei der Waffenschau aktuell zurückzuhalten. Ein Signal an die USA, die stockenden Atomgespräche fortzuführen? Trump freut es.



Im Gleichschritt
Im Gleichschritt marschieren nordkoreanische Soldatinnen bei der Militärparade mit.   Foto: Kim Cheung/AP » zu den Bildern

Nordkorea hat den 70. Jahrestag der Staatsgründung mit einer großen Militärparade, aber ohne die Drohgebärden der vergangenen Jahre gefeiert.

Anders noch als bei der Heerschau im Februar zum Gründungsjubiläum der Volksarmee verzichtete das abgeschottete Land am Sonntag darauf, Interkontinentalraketen (ICBM) zu zeigen, die das Festland der USA erreichen könnten. Das berichteten übereinstimmend ausländische Medien wie der US-Sender CNN und die japanische Nachrichtenagentur Kyodo aus der Hauptstadt Pjöngjang.

Nordkoreas Zurückhaltung wird auch als Signal von Machthaber Kim Jong Un gewertet, die Verhandlungen mit den USA über das Atomwaffenprogramm seines Landes möglichst bald fortsetzen und die Annäherung nicht abbrechen zu wollen.

US-Präsident Donald Trump würdigte dies als Zeichen der Kooperationsbereitschaft Nordkoreas mit den Vereinigten Staaten. «Nordkorea hat gerade seine Parade anlässlich des 70. Jahrestages der Gründung aufgeführt, ohne die übliche Zurschaustellung von Atomraketen», schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. «Dies ist ein großes und sehr positives Statement von Nordkorea».

Kim nahm die Parade von einem Balkon auf dem Kim-Il-Sung-Platz in Pjöngjang ab, ohne jedoch eine Rede zu halten. Stattdessen richtete das protokollarische Staatsoberhaupt Kim Yong Nam zu Beginn das Wort an die Menge: «Unser Land ist dank der stärksten Verteidigungskapazitäten eine Militärmacht geworden». Auf die Nuklearwaffen ging er jedoch den Berichten zufolge nicht ein.

Kim Jong Un und sein chinesischer Gast Li Zhanshu - der dritthöchste Beamte der Regierungspartei Chinas - hielten sich an den Händen und winkten lächelnd der Menge zu. Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte sich in den vergangenen Monaten verstärkt um eine Verbesserung der Beziehungen zum einstigen großen Verbündeten China bemüht, um ihre Position zu stärken.

Im Zentrum von Pjöngjang marschierten Tausende Soldaten im Stechschritt an den Gästen vorbei. Panzerkolonnen und Raketenfahrzeuge wurden aufgefahren. In der Mitte des Platzes hielten Zivilisten rot- und pinkfarbene Plastikblumen hoch. Die Parade bestand aus einem militärischen und einem großen zivilen Teil, bei dem die wirtschaftliche Entwicklung des Landes im Vordergrund stand.

Angesichts mangelnder Fortschritte bei den Atomverhandlungen mit den USA waren Beobachter gespannt, ob Nordkorea diesmal wieder Langstreckenraketen zeigen und damit eine besonders an Washington gerichtete Machtdemonstration in Szene setzen werde. Im April hatte Kim verkündet, die Atomtests und Starts von ICBM würden ausgesetzt. Nordkoreas Machthaber hatte auch mehrfach seine Bereitschaft zur «Denuklearisierung» bekräftigt, unter anderem bei seinem spektakulären Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni in Singapur. Bisher gab es jedoch keine konkreten Zusagen, wie und bis wann abgerüstet werden solle.

Mit seinen Raketen- und Atomtests hatte Nordkorea in den vergangenen Jahren wiederholt gegen UN-Resolutionen verstoßen. Der verarmte, isolierte Staat ist strengen Sanktionen unterworfen. Die USA und ihre Alliierten wollen an den Sanktionen festhalten, bis Nordkorea, das Washington lange Zeit eine feindselige Politik vorwarf, konkrete Schritte für eine Beseitigung seiner Atomwaffen einleitet.

Als weiterer Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten stand nach fünfjähriger Unterbrechung auch die Wiederaufnahme von «Massenspielen» im größten Stadion von Pjöngjang auf dem Programm. Bei diesem sorgfältig choreographierten Propaganda- und Unterhaltungsspektakel präsentieren Zehntausende Darsteller ein Programm aus Gesang, Tanz, Akrobatik und rhythmischer Gymnastik. Nach Angaben von Reiseveranstaltern in Peking, die Touren nach Pjöngjang anbieten, sollen die Spiele bis zum Oktober gezeigt werden.

Am 9. September 1948 wurde in Pjöngjang die Demokratische Volksrepublik Korea ausgerufen. Einen Monat zuvor war im Süden die Republik Korea gegründet worden. Die koreanische Halbinsel wurde 1945 in einen kommunistischen Norden und einen westlich orientierten Süden geteilt. Bis heute befindet sich die Halbinsel völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch immer kein formeller Friedensvertrag geschlossen wurde.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
20:45 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Atomwaffenprogramme Atomwaffentests CNN Donald Trump Interkontinentalraketen Kim Chongun Kyodo Paraden und Festzüge Präsidenten der USA Twitter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Donald Trump

25.09.2018

Trump fordert weltweite Isolation der iranischen Regierung

Ausgestreckte Hand für Nordkorea, Breitseite gegen den Iran und ein Seitenhieb in Richtung Deutschland: US-Präsident Trumps zweite Rede vor den Vereinten Nationen war deutlich zahmer als seine erste - aber dürfte bei vie... » mehr

Pompeo in Nordkorea

07.10.2018

Pompeo sieht Fortschritte in Verhandlungen mit Nordkorea

Washington und Pjöngjang ringen um einen Durchbruch in den Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm. Zum vierten Mal reist US-Außenminister Pompeo nach Nordkorea, um mit Kim zu reden. Ein zweiter Gipfel mit Tr... » mehr

Mohammed bin Salman

17.10.2018

Fall Chaschukdschi: Pompeos Krisentreffen in Saudi-Arabien

Vor mehr als zwei Wochen verschwand der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi unter mysteriösen Umständen. Zu dem Fall gibt es viele offene Fragen. Auch für US-Präsident Trump steht viel auf dem Spiel. Nun durften ... » mehr

Kim Jong Un

16.11.2018

Nordkorea testet angeblich neue High-Tech-Waffe

Die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea sind ins Stocken geraten. Treibt Nordkorea währenddessen sein Atomwaffenprogramm voran? » mehr

Feierlichkeiten

19.09.2018

Kim Jong Un kündigt konkrete Abrüstungsschritte an

Nordkoreas Machthaber ist immer für Überraschungen gut. Jetzt will Kim wichtige Atom- und Raketenanlagen demontieren - wenn US-Präsident Trump auf ihn zugeht. Kommen die Verhandlungen jetzt wieder in Gang? » mehr

Trumps Ex-Anwalt Cohen

08.12.2018

Ex-Trump-Anwalt liefert «wichtige Information» zu Russland

Viele Unwahrheiten werden gesprochen rund um Donald Trump. Michael Cohen, der Anwalt, hat gelogen. Paul Manafort, sein Ex-Wahlkampfchef, hat gelogen. Und Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn auch. Sonderermittler Robert M... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Krampus-Gruppe "Die Grölldeifl" auf dem Hofer Weihnachtsmarkt

Krampus-Gruppe "Die Grölldeifl" auf dem Hofer Weihnachtsmarkt | 08.12.2018 Hof
» 25 Bilder ansehen

2000er-Party in Schwingen

2000er-Party in Schwingen | 09.12.2018 Schwingen
» 80 Bilder ansehen

Selber Wölfe - ECDC Memmingen 3:2 n.P.

Selber Wölfe - ECDC Memmingen 3:2 n.P. | 09.12.2018 Selb
» 42 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
20:45 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".