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Nordkorea meldet neuen Test auf Satellitenstartgelände

Nordkorea hat den USA im Streit um sein Atomprogramm eine Frist bis zum Jahresende gesetzt. Washington soll neue Vorschläge für Gespräche machen. Nordkorea unterstreicht seine Forderungen mit Waffentests.



Kim Jong Un
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Nordkorea hatte in Sohae unter anderem Raketen gestartet, die angeblich Satelliten ins All bringen sollten.   Foto: Uncredited/KCNA via KNS/dpa

In den stockenden Atomverhandlungen mit den USA steuert Nordkorea weiter auf Konfrontationskurs. Die selbsterklärte Atommacht meldete heute zum zweiten Mal in einer Woche einen «wichtigen» militärischen Test im Raumfahrtzentrum Sohae.

Der siebenminütige Test Freitagnacht sei erfolgreich verlaufen, berichteten die Staatsmedien, ohne Details zu nennen, was getestet wurde. Die jüngsten Forschungserfolge im Verteidigungsbereich würden dazu verwendet, «die zuverlässige strategische atomare Abschreckung» des Landes weiter zu stärken.

Experten vermuteten, dass Nordkorea auf dem Gelände an der Westküste wie schon am Samstag vergangener Woche einen Raketenantrieb erprobt haben könnte. Die Betonung auf die Zuverlässigkeit lasse annehmen, dass die Nordkoreaner vielleicht wiederholt oder mit Änderungen eine «bestehende Technologie für Flüssigkeitstriebwerke» getestet hätten, schrieb der Nordkorea-Experte Ankit Panda auf Twitter.

In Südkorea werden der erneute Test und der Hinweis auf die atomare Abschreckung als Zeichen dafür gewertet, dass das abgeschottete Nachbarland den Druck auf die USA erhöhen will. Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte den USA eine Frist bis zum Jahresende gesetzt. Sollte Washington bis dahin keine neuen Vorschläge zur Belebung der Verhandlungen vorlegen, will Nordkorea einen «neuen Weg» beschreiten. In Südkorea wächst daher die Befürchtung, Nordkorea könnte schon bald den selbst auferlegten Teststopp für Atombomben und militärische Langstreckenraketen aufheben.

Nach dem neuen Test habe das Zentralkomitee der Arbeiterpartei den Rüstungsforschern des Landes sogleich gratuliert, hieß es am Samstag aus Pjöngjang. Nordkorea hatte bereits eine Woche zuvor von einem «bedeutenden» Test in derselben Anlage gesprochen.

Nordkorea hatte in Sohae unter anderem Raketen gestartet, die angeblich Satelliten ins All bringen sollten. Die Weltgemeinschaft war von verdeckten Tests mit Langstreckenraketen ausgegangen, die Atomwaffen tragen könnten. Die Raumfahrt- und Langstreckenraketen beruhen weitgehend auf derselben Technik.

Erst vor wenigen Tagen hatte Nordkorea den USA wegen ihrer Kritik im Weltsicherheitsrat an seinen Raketentests in den vergangenen Monaten eine «feindselige Provokation» vorgeworfen. Die USA hatten am Mittwoch die Hand für Verhandlungen mit Nordkorea ausgestreckt, aber zugleich Druck auf Pjöngjang ausgeübt. Die USA könnten flexibel sein, aber auch Pjöngjang müsse sich bewegen, sagte die amerikanische UN-Botschafterin Kelly Craft. Die Raketentests bezeichnete sie als «zutiefst kontraproduktiv».

Der US-Sonderbeauftragte für Nordkorea, Stephen Biegun, wurde am Sonntag zu Gesprächen über die angespannte Lage und das weitere Vorgehen im Atomstreit in Seoul erwartet.

Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea sind seit dem gescheiterten Gipfel im Februar in Vietnam nicht mehr vorangekommen. US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un konnten sich nicht auf einen Fahrplan für die atomare Abrüstung Nordkoreas und die Gegenleistungen einigen.

Nordkorea treibt sein Atomrüstungsprogramm voran, obwohl es deswegen internationalen Sanktionen unterliegt. Der UN-Berichterstatter für Nordkorea, Tomas Ojea Quintana, sagte dem «Spiegel», die Bevölkerung leide unter den Wirtschaftssanktionen. So würden Textilwerke geschlossen, weil Textilexporte verboten worden seien. Ojea Quintana zeigte sich auch besorgt über die Lebensmittelknappheit in Nordkorea. 40 Prozent der Menschen seien unterernährt. Flüchtlinge, die zurück nach Nordkorea geschickt würden, liefen Gefahr, misshandelt oder in Lagern interniert zu werden. Satellitenbilder zeigten fünf solcher Lager für politische Häftlinge, sagte er.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 12. 2019
15:26 Uhr

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