Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusKommunalwahl 2020WohnzimmerkunstBlitzerwarnerHof-Galerie

Brennpunkte

Personal-Offensive: Die Bundeswehr soll attraktiver werden

Mit besserer Absicherung und barer Münze: Die Bundeswehr soll bis 2025 auf mehr als 200.000 Soldaten wachsen. Sie bemüht sich um Einsteiger, aktive Soldaten und Reservisten. Für sie soll Teilzeit möglich werden - auch um Engpässe überbrücken zu können.



Grundausbildung
Soldaten in der Grundausbildung: Die Bundesrehierung will den Dienst in der Bundeswehr attraktiver machen.   Foto: Stefan Sauer

Das Verteidigungsministerium will den Dienst in der Bundeswehr mit finanziellen und sozialen Anreizen attraktiver machen. Außerdem soll der Einsatz von Reservisten flexibler werden, um Personalengpässe auch in Teilzeit überbrücken zu können.

Ein entsprechender Gesetzentwurf, der Änderungen an 30 Regelwerken vorsieht und in den nächsten vier Jahren rund 380 Millionen Euro kosten wird, passierte am Mittwoch in Berlin das Bundeskabinett.

Die Streitkräfte sollen von derzeit etwa 18. 000 Soldaten bis 2025 auf 203.000 Soldaten wachsen. Fraglich ist langfristig, wie die Bundeswehr neue Posten angesichts des allgemeinen Fachkräftemangels besetzen will. Die Zahl der neu angeworbenen Bundeswehr-Soldaten ist nach Angaben des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels von Ende Januar auf einen historischen Tiefstand gesunken. Im Wettbewerb um Fachkräfte steht die Bundeswehr in Konkurrenz zur privaten Wirtschaft und Behörden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen verwies darauf, dass Soldaten im Ernstfall alles für ihr Land gäben. «Das Mindeste, das wir diesen Männern und Frauen schulden, ist, dass sie in ihrem schwierigen Dienst gut abgesichert sind», teilte die CDU-Politikerin mit. «Unsere Soldaten stehen für Demokratie und Freiheit ein. Dafür verdienen sie Wertschätzung, die sich nicht nur, aber auch in handfesten finanziellen Vorteilen ausdrücken darf.»

Das «Gesetz zur nachhaltigen Stärkung der personellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr» sieht nach Angaben des Verteidigungsministeriums einen erweiterten Schutz im Auslandseinsatz vor. Geplant ist zudem eine Verbesserung für im Einsatz geschädigte Soldaten: Die Bundeswehr soll künftig die Kosten übernehmen, wenn Familienangehörige in die Therapie einbezogen werden möchten.

Eine verstärkte Berufsförderung soll Soldaten nach Dienstende den Schritt ins zivile Arbeitsleben erleichtern. Freiwillig Wehrdienstleistende sollen einen höheren Sold bekommen - die Bundeswehr will damit einen finanziellen Anreiz setzen, sich für einen längeren Zeitraum zu verpflichten.

Reservistendienst soll künftig auch in Teilzeit möglich sein - so könnten Reservisten dies mit einer Teilzeit-Tätigkeit im zivilen Berufsleben kombinieren. «Damit profitieren vor allem Dienststellen, die temporär und flexibel mit Personalengpässen umgehen müssen», so das Ministerium. Als Beispiel wird genannt, wenn Personal wegen Elternzeit oder Lehrgängen abwesend ist.

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr begrüßte die geplanten Änderungen. «Die Neuerungen stellen eine deutliche Verbesserung der Attraktivität des Dienstes dar, sowohl für Aktive als auch für Reservisten», teilte Oswin Veith, Präsident des Reservistenverbandes und CDU-Bundestagsabgeordneter, mit.

Der außen- und sicherheitspolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Reinhard Brandl, erklärte, im Wettbewerb um die besten Köpfe werde das Gesetz die Bundeswehr helfen, gutes Personal zu gewinnen und zu halten und so die Einsatzbereitschaft zu sichern.

Kritik kam von der Opposition. «Die vorgelegten Maßnahmen sind leider nur unzureichendes Stückwerk», erklärte die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Von der Leyen blende die desaströse Materialausstattung aus. «Außerdem brauchen die Soldaten bessere und verlässlichere Zukunftsperspektiven in der Truppe. Aktuell werden sie teils über Jahre im Unklaren gelassen, wie es für sie weitergehen könnte», kritisierte sie.

Die Linke sprach sich grundsätzlich gegen eine personelle Verstärkung der Bundeswehr aus. Von der Leyen wolle «junge Menschen offenbar mit besserer sozialer Absicherung ködern», teilte Verteidigungspolitiker Tobias Pflüger mit. Eine Aufstockung der Bundeswehr lehne seine Partei entschieden ab.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 02. 2019
16:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskabinett Bundeswehr Bundeswehrsoldaten CDU CSU Deutscher Bundestag Die Linke Einsteiger Fachkräftemangel Hans-Peter Bartels Jens Spahn Mitarbeiter und Personal Münzen Oswin Veith Reinhard Brandl Renten Sicherheitspolitik Soldaten Tobias Pflüger Ursula von der Leyen Verteidigungsminister Verteidigungsministerien
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Hans-Peter Bartels

28.01.2020

Wehrbeauftragter: Bundeswehr-Modernisierung kommt kaum voran

Er gilt als Anwalt der Soldaten und beschreibt jährlich den Zustand der Streitkräfte. Nun stellt der Wehrbeauftragte wieder seinen Bericht vor. Und der fällt miserabel aus. » mehr

Bundeswehrsoldaten im Nordirak

08.01.2020

Bundesregierung prüft Teilrückzug der Soldaten aus Nordirak

Aus dem Zentralirak sind die deutschen Soldaten bereits ausgeflogen worden. Nun hat der iranische Vergeltungsschlag gegen die USA auch einen US-Stützpunkt im Nordirak getroffen. Die Konsequenzen bleiben vorerst begrenzt. » mehr

Untersuchungsausschuss

13.02.2020

Von der Leyen im U-Ausschuss: «Es sind Fehler passiert»

Gab es im Bundesverteidigungsministerium Vetternwirtschaft? Und warum werden dort Millionenbeträge für externe Berater ausgegeben? Fragen wie diesen geht ein Untersuchungsausschuss des Bundestags nach. Als letzte Zeugin ... » mehr

Kramp-Karrenbauer in Kundus

04.12.2019

AKK will bewaffnete Drohnen zum Schutz von Soldaten

Für die Bundeswehr ist der Einsatz im nordafghanischen Kundus ein Gefahrenherd. Auch deshalb ist erstmals seit 2013 die deutsche Verteidigungsministerin da. Der Wunsch der Soldaten nach mehr Schutz stößt bei Kramp-Karren... » mehr

Winterklausur der CSU-Landesgruppe

07.01.2020

Kramp-Karrenbauer schließt Kabinettsumbildung nicht aus

Einen Aufbruch für die nächste Legislaturperiode verlangt CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer und sieht sich da mit CSU-Chef Söder einig. Denn spätestens 2021 ist die Amtszeit von Angela Merkel zu Ende. Die Union will aber auch... » mehr

Bundeswehr in Mali

30.12.2019

Wehrbeauftragter Bartels: Kein «Weiter so» in der Sahelzone

Soll sich Deutschland an der Seite Frankreichs am Kampf gegen islamistische Gruppen in Westafrika beteiligen? Eine Serie von Anschlägen erschüttert die Region. Die Situation droht zu kippen, warnt nicht nur der Wehrbeauf... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Produktion der Online Gottesdienste im Dekanat Naila

Produktion der Online Gottesdienste im Dekanat Naila | 29.03.2020 Dekanat Naila
» 51 Bilder ansehen

Your-Stage-Festival 2020 in Hof

Your-Stage-Festival 2020 in Hof | 01.03.2020 Hof
» 115 Bilder ansehen

Workout in der Corona-Krise Lorenzreuth

Workout in der Corona-Krise | 26.03.2020 Lorenzreuth
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 02. 2019
16:15 Uhr



^