Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

Brennpunkte

Personal-Offensive: Die Bundeswehr soll attraktiver werden

Mit besserer Absicherung und barer Münze: Die Bundeswehr soll bis 2025 auf mehr als 200.000 Soldaten wachsen. Sie bemüht sich um Einsteiger, aktive Soldaten und Reservisten. Für sie soll Teilzeit möglich werden - auch um Engpässe überbrücken zu können.



Grundausbildung
Soldaten in der Grundausbildung: Die Bundesrehierung will den Dienst in der Bundeswehr attraktiver machen.   Foto: Stefan Sauer

Das Verteidigungsministerium will den Dienst in der Bundeswehr mit finanziellen und sozialen Anreizen attraktiver machen. Außerdem soll der Einsatz von Reservisten flexibler werden, um Personalengpässe auch in Teilzeit überbrücken zu können.

Ein entsprechender Gesetzentwurf, der Änderungen an 30 Regelwerken vorsieht und in den nächsten vier Jahren rund 380 Millionen Euro kosten wird, passierte am Mittwoch in Berlin das Bundeskabinett.

Die Streitkräfte sollen von derzeit etwa 18. 000 Soldaten bis 2025 auf 203.000 Soldaten wachsen. Fraglich ist langfristig, wie die Bundeswehr neue Posten angesichts des allgemeinen Fachkräftemangels besetzen will. Die Zahl der neu angeworbenen Bundeswehr-Soldaten ist nach Angaben des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels von Ende Januar auf einen historischen Tiefstand gesunken. Im Wettbewerb um Fachkräfte steht die Bundeswehr in Konkurrenz zur privaten Wirtschaft und Behörden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen verwies darauf, dass Soldaten im Ernstfall alles für ihr Land gäben. «Das Mindeste, das wir diesen Männern und Frauen schulden, ist, dass sie in ihrem schwierigen Dienst gut abgesichert sind», teilte die CDU-Politikerin mit. «Unsere Soldaten stehen für Demokratie und Freiheit ein. Dafür verdienen sie Wertschätzung, die sich nicht nur, aber auch in handfesten finanziellen Vorteilen ausdrücken darf.»

Das «Gesetz zur nachhaltigen Stärkung der personellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr» sieht nach Angaben des Verteidigungsministeriums einen erweiterten Schutz im Auslandseinsatz vor. Geplant ist zudem eine Verbesserung für im Einsatz geschädigte Soldaten: Die Bundeswehr soll künftig die Kosten übernehmen, wenn Familienangehörige in die Therapie einbezogen werden möchten.

Eine verstärkte Berufsförderung soll Soldaten nach Dienstende den Schritt ins zivile Arbeitsleben erleichtern. Freiwillig Wehrdienstleistende sollen einen höheren Sold bekommen - die Bundeswehr will damit einen finanziellen Anreiz setzen, sich für einen längeren Zeitraum zu verpflichten.

Reservistendienst soll künftig auch in Teilzeit möglich sein - so könnten Reservisten dies mit einer Teilzeit-Tätigkeit im zivilen Berufsleben kombinieren. «Damit profitieren vor allem Dienststellen, die temporär und flexibel mit Personalengpässen umgehen müssen», so das Ministerium. Als Beispiel wird genannt, wenn Personal wegen Elternzeit oder Lehrgängen abwesend ist.

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr begrüßte die geplanten Änderungen. «Die Neuerungen stellen eine deutliche Verbesserung der Attraktivität des Dienstes dar, sowohl für Aktive als auch für Reservisten», teilte Oswin Veith, Präsident des Reservistenverbandes und CDU-Bundestagsabgeordneter, mit.

Der außen- und sicherheitspolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Reinhard Brandl, erklärte, im Wettbewerb um die besten Köpfe werde das Gesetz die Bundeswehr helfen, gutes Personal zu gewinnen und zu halten und so die Einsatzbereitschaft zu sichern.

Kritik kam von der Opposition. «Die vorgelegten Maßnahmen sind leider nur unzureichendes Stückwerk», erklärte die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Von der Leyen blende die desaströse Materialausstattung aus. «Außerdem brauchen die Soldaten bessere und verlässlichere Zukunftsperspektiven in der Truppe. Aktuell werden sie teils über Jahre im Unklaren gelassen, wie es für sie weitergehen könnte», kritisierte sie.

Die Linke sprach sich grundsätzlich gegen eine personelle Verstärkung der Bundeswehr aus. Von der Leyen wolle «junge Menschen offenbar mit besserer sozialer Absicherung ködern», teilte Verteidigungspolitiker Tobias Pflüger mit. Eine Aufstockung der Bundeswehr lehne seine Partei entschieden ab.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 02. 2019
16:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskabinett Bundeswehr Bundeswehrsoldaten CDU CSU Deutscher Bundestag Die Linke Einsteiger Fachkräftemangel Hans-Peter Bartels Jens Spahn Mitarbeiter und Personal Münzen Oswin Veith Reinhard Brandl Renten Sicherheitspolitik Soldaten Tobias Pflüger Ursula von der Leyen Verteidigungsminister Verteidigungsministerien
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ernennung

17.07.2019

Neue Ministerin: Lob und Kritik für Kramp-Karrenbauer

Am Abend berufen, am Morgen ernannt, am Mittag im Amt: Annegret Kramp-Karrenbauer gibt Gas. Die neue Verteidigungsministerin bringt für die Soldaten eine Botschaft mit. Ihre Berufung sorgt für Lob, Verwunderung - und Kri... » mehr

Annegret Kramp-Karrenbauer

16.07.2019

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer wird Verteidigungsministerin

Es geht Schlag auf Schlag: Ursula von der Leyen wird knapp zur Präsidentin des EU-Kommission gewählt. Dann fällt auch schon die Entscheidung über ihre Nachfolge in Berlin: Das Verteidigungsressort übernimmt Annegret Kram... » mehr

Friedrich Merz

23.06.2019

Merz besorgt über AfD-Sympathisanten bei Polizei und Militär

Die tägliche Polizeiarbeit mag oft frustrierend sein. Wenn etwa festgenommene Drogendealer oder Taschendiebe wieder auf freien Fuß kommen. Oder abgelehnte Asylbewerber untertauchen. Doch wählen Bundespolizisten und Solda... » mehr

Merkel beim Tag der Bundeswehr

15.06.2019

Merkel: Bundeswehr hatte viele Jahre lang zu wenig Geld

Bundesweit erhalten Besucher am Samstag an verschiedenen Standorten einen Einblick in die Arbeit der Bundeswehr. Die Verteidigungsministerin trifft einen legendären US-Piloten. Und die Kanzlerin gibt große Versäumnisse o... » mehr

Wahlkampf

17.07.2019

Blumen und Glückwünsche für die Kanzlerin - Merkel wird 65

Der 65. Geburtstag - für viele Menschen ein Anlass für eine große Sause. Doch was macht die Kanzlerin? Geht wie üblich ihren Regierungsgeschäften nach. Aber ganz normal wird der Tag dann doch nicht. » mehr

Gorch Fock

25.06.2019

«Gorch Fock» soll bis 2020 fertiggebaut werden

Die Sanierung des Marineschulschiffs «Gorch Fock» hat alle Beteiligen schon viel Nerven und noch mehr Geld gekostet. Nun schwimmt der Segler wieder - und die Marine trifft eine wichtige Entscheidung. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Classic- und Oldtimer Treffen am Flugplatz Zell-Haidberg Flugplatz Zell-Haidberg

Classic- und Oldtimertreffen | 17.07.2019 Flugplatz Zell-Haidberg
» 86 Bilder ansehen

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit | 16.07.2019 Kulmbach
» 9 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - DJK Ammerthal 1:1

SpVgg Bayern Hof - DJK Ammerthal 1:1 | 17.07.2019 Hof
» 47 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 02. 2019
16:15 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".