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Philologenverband fordert strengere Abinoten

Sollen die Leistungsanforderungen für Grundschüler und Abiturienten verschärft werden? Der Deutsche Philologenverband findet die derzeitige Prüfpraxis zu lax. Auch bei den Grundschulen fordert der Verband eine wesentliche Änderung.



Abiturzeugnis
Ein Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife (Abiturzeugnis) mit der Durchschnittsnote 1,4.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Illustration

Der Deutsche Philologenverband fordert strengere Bewertungen der Abiturienten in Deutschland. Nötig seien aussagekräftigere Abiturnoten, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dies sei erforderlich, «wenn wir wollen, dass die jungen Menschen gut auf das Arbeitsleben oder ein Studium vorbereitet werden».

Lin-Klitzing erläuterte: «Heute gilt ein Beschluss der Kultusministerkonferenz für die gymnasiale Oberstufe, dass eine Prüfung als bestanden gilt, wenn die Schülerin oder der Schüler weniger als die Hälfte der Aufgaben gelöst hat.» Die Kultusministerkonferenz ist ein Gremium, in dem sich die Bundesländer bildungspolitisch abstimmen.

Bezüglich der Frage, ob weniger als die Hälfte der Aufgaben gelöst werden müssen für eine bestandene Prüfung, sagte die Verbandschefin und Erziehungswissenschaftlerin: «Hier sollte wieder die Hälfte als Mindestniveau gelten.» Und es gelte aktuell, dass nur 90 Prozent der Aufgaben gelöst werden muss, damit man ein «Sehr gut» erhält. «Hier sollte zu 100 Prozent zurückgekehrt werden.»

Lin-Klitzing begründete ihre Forderungen nach strengeren Regeln mit den Anforderungen im Berufsleben nach der Schule. «Andernfalls erhalten viele Schülerinnen und Schüler eine positivere Rückmeldung über ihre Leistung, als es ihrem realen Stand entspricht», sagte sie. «Jenseits der Schule kann eine entsprechend falsche Selbsteinschätzung aber Probleme für die Betroffenen bringen.»

Auch für Grundschüler schlug die Verbandsvorsitzende eine Änderung vor: «Die Grundschulempfehlung sollte wieder verbindlicher werden.» Lin-Klitzing kritisierte: «In den meisten Bundesländern können die Eltern heute alleine entscheiden, auf welche weiterführende Schulart ihr Kind wechselt.» Das sei einseitig.

Stattdessen solle es eine Kombination von Elternwunsch, Lehrerurteil und bundesweiten Tests in der letzten Grundschulklasse gemäß deutschlandweit geltenden Standards geben. «Die Noten für diese Tests sollten als ein Bestandteil in die Grundschulempfehlung eingehen», sagte Lin-Klitzing. «Dazu sollte die Empfehlung der Lehrer auf Basis der weiteren Leistungen der Schülerinnen und Schüler sowie das Votum der Eltern kommen.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 01. 2019
10:39 Uhr

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07. 01. 2019
10:39 Uhr



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