Lade Login-Box.
Topthemen: Mordfall OttingerKneipennachtBayern HofVideo: Waldfriedhof Frankenwald

Brennpunkte

Pompeo appeliert an Maduro: «Öffnen Sie die Brücke»

Der Machtkampf in Caracas zieht sich in die Länge, da will Washington wenigstens die Verbündeten in der Region auf Linie halten. Nach einer Tour durch Südamerika macht sich der US-Chefdiplomat an der Grenze zu Venezuela selbst ein Bild von der Lage - und trifft Geraldine.



Pompeo in Kolumbien
US-Außenminister Mike Pompeo mit dem kolumbianischen Präsidenten Ivan Duque an der Grenze zu Venezluela.   Foto: Rafael Hernandez

Zum Abschluss seiner Lateinamerikareise hat US-Außenminister Mike Pompeo einen emotionalen Appell an den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gerichtet.

«Herr Maduro, öffnen Sie diese Brücke, öffnen Sie diese Grenze», sagte er am Sonntag in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta, wo tonnenweise Hilfsgüter für die notleidende venezolanische Bevölkerung lagern. «Sie können das heute beenden.» Bislang weigert sich Maduro, die Lieferungen ins Land zu lassen.

Zuvor hatte Pompeo mit venezolanischen Flüchtlingen gesprochen, die wegen der dramatischen Versorgungslage ihre Heimat verlassen musste. Derzeit leben bereits 3,4 Millionen Venezolaner im Ausland - das sind rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerungen des südamerikanischen Landes. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass sie Zahl der Flüchtlinge bis Ende des Jahres auf 5,3 Millionen ansteigen wird.

Pompeo erzählt von der venezolanischen Mutter Geraldine, die immer wieder die Grenze überqueren muss, um in Kolumbien das Nötigste für ihre Kinder zu beschaffen. «Sie kommt, um Windeln zu kaufen», sagt der Chefdiplomat. «Die gibt es in jedem normalen Land unter normalen Umständen, aber in Venezuela findet sie keine mehr.»

Das einst reiche Land leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen fehlender Devisen kann Venezuela kaum noch Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Das Gesundheitswesen ist weitgehend zusammengebrochen. Zuletzt fiel immer wieder tagelang der Strom aus. Zudem liefern sich Staatschef Maduro und der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó seit Januar einen erbitterten Machtkampf.

«Kolumbien und die Vereinigten Staaten wollen eine bessere Zukunft für die Venezolaner», sagte US-Außenminister Pompeo nach einem Besuch der Warenhäuser mit den Hilfsgütern für Venezuela. Kolumbiens Präsident Iván Duque wandte sich direkt an die Nachbarn: «Wir stehen an eurer Seite, um die Diktatur zu Fall zu bringen.»

Auf der anderen Seite der Grenze hielt die venezolanische Regierung dagegen: Der ranghohe Funktionär Freddy Bernal zeigte sich mit Soldaten und Mitgliedern der Colectivos - regierungsnaher Schlägertrupps - an der Internationalen Brücke Simón Bolívar. «Ein paar Meter dort drüben ist Mike Pompeo», sagte Bernal. «Er ist gekommen, um uns einzuschüchtern und um seinem Diener Iván Duque Befehle zu erteilen. Aber wir stehen hier, in zivil-militärischer Einheit, mit den Colectivos.»

Pompeo war in den vergangenen Tagen durch die Region gereist, um angesichts des immer noch unentschiedenen Machtkampfs in Venezuela mit den Verbündeten in der Region das weitere Vorgehen zu besprechen. «Peru kennt den Schmerz, den Nicolás Maduro über das venezolanische Volk gebracht hat, aus eigener Erfahrung», sagte Pompeo am Samstag bei einem Treffen mit seinem Kollegen Néstor Popolizio in Lima. «Peru hat angesichts dieser Herausforderung große Führungsstärke bewiesen.»

Das südamerikanische Land hat rund 700 000 Flüchtlinge aus Venezuela aufgenommen und gilt als treibende Kraft gegen die sozialistische Regierung von Maduro in der Region. Am Montag will sich die sogenannte Lima-Gruppe aus einer Reihe lateinamerikanischer Staaten treffen, um weitere Schritte gegen Maduro zu vereinbaren.

«Die illegitime Regierung des Diktators Nicolás Maduro muss zurücktreten», sagte Perus Außenminister Popolizio. «Gemeinsam mit anderen Ländern arbeiten wir daran, den internationalen Druck zur Isolierung der illegitimen Regierung von Maduro zu erhöhen, damit es bald einen Wechsel in Venezuela gibt.»

Vor seinem Besuch in Peru warb Pompeo bereits in Chile und Paraguay für den US-Kurs gegen die Regierung in Caracas. Washington gehört zu den engsten Verbündeten der Opposition um den selbst ernannten Interimspräsidenten Guaidó.

Am Telefon sprach Pompeo auch mit dem brasilianischen Außenminister Ernesto Araujo. Sie hätten sich darauf verständigt, gemeinsam daran zu arbeiten, die politische, wirtschaftliche und humanitäre Krise in Venezuela beizulegen, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 04. 2019
06:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Außenminister Diktatoren Diktatur Juan Guaidó Krisen Mike Pompeo Nationen Nicolás Maduro Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungschefs UNO US-Außenminister US-Außenministerium Venezolanische Regierungen Venezolanische Staatspräsidenten Wirtschaftskrisen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Konfrontation

02.05.2019

Venezuelas Staatschef Maduro schwört Soldaten auf sich ein

Die Rebellion einiger weniger Soldaten war nur ein Strohfeuer - das Militär steht weiterhin treu an der Seite der Regierung. Jetzt setzt der selbsternannte Interimspräsident Guaidó auf Streiks. Welche Pfeile hat er noch ... » mehr

Protest

06.05.2019

Russland und USA uneins über Situation in Venezuela

US-Außenminister Pompeo und Russlands Chefdiplomat Lawrow treffen in Kürze in Finnland aufeinander. Venezuela wird eines der wichtigsten Gesprächsthemen sein. Beide Seiten liegen nicht sehr nah beieinander. » mehr

Trump und Orban

13.05.2019

Trump empfängt Viktor Orban im Weißen Haus

Der US-Präsident und Ungarns starker Mann haben einiges gemeinsam. Nun ist der Budapester Ministerpräsident zu Gast im Weißen Haus. Den Handshake mit Trump wird Orban wohl als Freibrief für seine umstrittene Politik deut... » mehr

Juan Guaido

07.03.2019

Von Caracas nach Berlin: Botschafter ungeplant in die Heimat

Wegen Parteinahme im venezolanischen Machtkampf wirft die Regierung Deutschlands Top-Diplomaten aus dem Land. Die Bundesregierung will von ihrer Haltung aber nicht abrücken. Allerdings schwinden damit die Chancen, dass B... » mehr

Pompeo und Lawrow

14.05.2019

Iran und Venezuela: Russland und USA wollen keinen Krieg

Die USA und Russland stehen sich in vielen internationalen Konflikten feindlich gegenüber. Das Misstrauen sitzt tief. Kremlchef Putin ist jedoch optimistisch. Wird es eine Annäherung geben? » mehr

Politische Krise in Venezuela

24.01.2019

Venezuelas Präsident Maduro stellt den USA ein Ultimatum

Nach Trumps Affront will der sozialistische Staatschef die US-Diplomaten aus dem Land werfen. Doch Washington erkennt seine Regierung nicht mehr an und redet lieber mit dem selbst ernannten Gegenpräsidenten. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Stadt- und Bürgerfest Hof

Bürgerfest in Hof | 25.05.2019 Hof
» 70 Bilder ansehen

We Love Black Closing - Susi Weißenstadt Weißenstadt

We Love Black Closing - Susi Weißenstadt | 24.05.2019 Weißenstadt
» 27 Bilder ansehen

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad | 19.05.2019 Bad Alexandersbad
» 22 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 04. 2019
06:53 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".