Lade Login-Box.
Topthemen: Mordfall OttingerKneipennachtBayern HofVideo: Waldfriedhof Frankenwald

Brennpunkte

SPD fordert neuen Anlauf für Verbot der Tabak-Plakatwerbung

Seit Jahren ringt die Politik um schärfere Maßnahmen, um Reklame fürs Rauchen weiter einzudämmen. Kommt es noch zu einem nächsten Versuch?



Zigarettenpackungen
Zigarettenschachteln mit abschreckenden Fotos statt Hochglanz-Plakatwerbung.   Foto: Jonas Güttler

Die SPD dringt auf einen neuen Anlauf für ein Verbot der Plakatwerbung für Zigaretten. Ein Verbot sollte alle Formen von Werbung sowie alle alternativen Tabakprodukte wie Elektro-Zigaretten, Tabakerhitzer und Wasserpfeifen einschließen.

«Rauchen gehört zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken», sagte der agrarpolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Rainer Spiering, der Deutschen Presse-Agentur. «Daher muss der gesundheitliche Verbraucherschutz von Kindern und Jugendlichen ganz vorne auf der Agenda stehen.»

An diesem Montag befasst sich der auch für gesundheitlichen Verbraucherschutz zuständige Agrarausschuss des Bundestags in einer Experten-Anhörung mit dem Thema. In der vergangenen Wahlperiode war ein Anlauf für ein Tabak-Außenwerbeverbot gescheitert. Das Kabinett einigte sich zwar auf einen Entwurf, Werbung auf Plakatwänden und im Kino von 2020 an zu verbieten. Das Gesetz wurde aber nie beschlossen. Vor allem aus der Union kamen Widerstände.

Hoffnungen der Verbotsbefürworter richten sich auf die neu gewählte Unions-Fraktionsführung. Grüne und Linke haben nun parlamentarische Initiativen für ein Verbot vorgelegt. Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), wirbt für einen neuen Anlauf.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hält ein Verbot für erforderlich und wirksam. Tabakwerbung fördere bei Jugendlichen «sowohl den Einstieg ins Rauchen als auch den Übergang vom Experimentieren mit Zigaretten zum regelmäßigen Rauchen», heißt es in einer Stellungnahme für die Ausschuss-Anhörung.

Der Deutsche Zigarettenverband warnt dagegen, ein vollständiges Verbot wäre ein «unverhältnismäßiger Grundrechtseingriff» in die Freiheit zu werben. Maßgebend für den Rauchbeginn besonders von Minderjährigen sei das Rauchverhalten in Freundeskreis und Familie - nicht die Werbung für Tabakerzeugnisse.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erläutert in seiner Stellungnahme, umfassende Werbeverbote seien zentraler Bestandteil der Tabakkontrolle in allen EU-Staaten außer in Deutschland. Auch hierzulande sei der Raucheranteil in der Bevölkerung auf etwa 25 Prozent gesunken, was unter anderem auf Aufklärung, Warnhinweise, Steuererhöhungen und bestehende Werbebeschränkungen besonders im Fernsehen zurückgehe. Trotzdem liege die Raucherquote in Deutschland noch deutlich höher als in einigen vergleichbaren Industrieländern.

Die Drogenbeauftragte Mortler argumentiert, bei 120.000 Tabaktoten im Jahr könne man sich nicht zurücklehnen. «Wer regelmäßig raucht, lebt im Schnitt zehn Jahre weniger.» Sie könne den Satz nicht mehr hören, Tabak sei legal, deshalb müsse Werbung erlaubt sein.

SPD-Politiker Spiering sagte, ein Verbot wäre eine wichtige Ergänzung zu Maßnahmen wie Schockbildern und Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln. «Leider scheinen wirtschaftliche Interessen bisher wichtiger gewesen zu sein als der Verbraucherschutz unserer Kinder und Jugendlichen.» Nur so könne er sich erklären, dass es noch kein solches Verbot gebe.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 12. 2018
10:41 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
CSU Deutsche Presseagentur Deutscher Bundestag Drogenbeauftragte Marlene Mortler Rauchen und Nikotinsucht SPD Tabakwerbung Verbraucherschutz Werbung Zigaretten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Rauchen

25.02.2019

Mehrheit für völliges Verbot von Tabakwerbung

Rauchen ist gesundheitsschädlich - das bestreitet niemand. Experten drängen daher seit Jahren, Reklame auch auf Litfaßsäulen und Co. zu untersagen. Aber wie kämen einschneidende Beschränkungen an? » mehr

Drogenkonsumraum in Hamburg

10.04.2019

Zahl der Drogentoten stagniert auf hohem Niveau

Heroin, Amphetamine, Kokain: Illegale Drogen kosten viele Menschen das Leben. Nach neuen Daten stagniert die Zahl der Todesopfer. Aber was heißt das schon, wenn die Gefahr immer noch so groß ist? » mehr

Alkohol

08.05.2019

Exzessives Trinken nimmt unter jungen Menschen zu

Dass zu viel Alkohol gesundheitsschädlich ist, bestreitet niemand. Wie cool finden es junge Leute trotzdem, zu Bier, Wein oder Schnaps zu greifen? Der Trend zeigt nach unten - allerdings nicht bei allen. » mehr

Heroin

18.10.2018

Drogenbeauftragte warnt vor Rauchen und Alkohol

Die Zahl der Toten durch illegale Drogen in Deutschland ist nach längerer Zeit leicht gesunken. Neben verbotenen Stoffen wie Heroin lenkt die Regierung den Blick auf Risiken für Millionen Bundesbürger. » mehr

Fachminister

13.12.2018

Wegen Abtreibungskompromiss droht eine neue Koalitionskrise

Werbung für Abtreibungen bleibt verboten - aber die Informationen für Frauen, die ungewollt schwanger geworden sind, sollen verbessert werden. Der Regierungskompromiss stimmt CDU/CSU froh, in der SPD grummelt es gewaltig... » mehr

Jens Spahn

08.02.2019

Spahn befürwortet weitere Einschränkungen für Tabakwerbung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürwortet eine stärkere Eindämmung der Werbung für Tabakprodukte. Er unterstütze Vorschläge, die Tabakwerbung weiter einzuschränken, sagte der CDU-Politiker dem Magazin «Der Spiegel... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

WG: FOTOS

Tornado an der B303 | 22.05.2019 Neuenmarkt
» 17 Bilder ansehen

Hofer Kneipennacht 2019 Hof

Hofer Kneipennacht | 11.05.2019 Hof
» 77 Bilder ansehen

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad

Mountainbike-Wochenende in Bad Alexandersbad | 19.05.2019 Bad Alexandersbad
» 22 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 12. 2018
10:41 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".