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SPD pocht auf neues Recht auf Homeoffice - Union dagegen

Nach Grundrente, Klimaschutz und Soli streitet die Koalition nun um neue Arbeitnehmerrechte. Sollen die Menschen ein Recht auf Heimarbeit bekommen?



Homeoffice
Die SPD will das Recht auf Heimarbeit durchsetzen.   Foto: Daniel Naupold

Die SPD macht in der Bundesregierung Druck für ein Recht auf Homeoffice für die Arbeitnehmer in Deutschland. Sie stößt dabei allerdings auf entschiedenen Widerstand in der Union und bei den Arbeitgebern.

«Homeoffice ist bei Millionen Arbeitsplätzen möglich», sagte die SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Wir wollen jetzt die gesetzlichen Grundlagen schaffen, dass aus dem Wunsch ein Recht für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird.»

Der arbeitsmarktpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Weiß (CDU), stellte hingegen klar: «Auch wenn es viele Bereiche gibt, in denen Homeoffice sinnvoll eingesetzt werden kann, lehnt die CDU/CSU-Bundestagfraktion einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Homeoffice ab.»

Auch Deutschlands Arbeitgeber stemmen sich gegen das SPD-Vorhaben. «Finger weg von Rechtsansprüchen», sagte der Hauptgeschäftsführer ihres Verbands BDA, Steffen Kampeter, der dpa. Flexibilität gebe es nur, wenn der Bereich in betrieblicher Verantwortung bleibe. Zuvor hatte das Bundesarbeitsministerium eine entsprechende Gesetzesinitiative angekündigt. Im Laufe des Jahres solle ein Gesetz zu Homeoffice beschlossen werden, sagte Staatssekretär Björn Böhning dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). «Wir werden unbürokratische Lösungen finden.»

Böhning sagte, es werde eine klare Regelung geben, die das Recht auf mobile Arbeit auf diejenigen Fälle beschränke, «in der Homeoffice im Hinblick auf den Arbeitsmitteleinsatz auch außerhalb des Betriebs wirklich möglich ist».

Laut einer DIW-Studie könnten 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland von zu Hause aus arbeiten. Böhning sagte: «Nur zwölf Prozent tun das. Wir sind also noch weit entfernt von dem, was tatsächlich möglich ist.»

Nahles sagte, die Arbeit solle zum Leben passen, nicht umgekehrt. «Zeit ist ein Gut, dass für viele immer wichtiger wird.» Gerade für Familien sei es im Alltag eine große Herausforderung, berufliche und private Aufgaben unter einen Hut zu bringen. «Allein schon die Zeit, die man nicht im Stau verbringt, kann eine echte Hilfe sein.»

Weiß betonte aber: «Es ist aus unserer Sicht Aufgabe der Tarifvertragsparteien, entsprechende Verabredungen treffen.» Der CDU-Politiker sagte: «Ein gesetzlicher Anspruch würde viele Probleme aufwerfen.» Als Beispiele nannte er fehlende unmittelbare Ansprechbarkeit der Mitarbeiter, fehlende Kontrollmöglichkeiten oder die Gefahr der Entgrenzung, wenn Mitarbeiter etwa nachmittags mit der Familie beschäftigt seien und dann bis spät in die Nacht arbeiten.

«Zudem gelten die arbeitsschutzrechtliche Regelungen entsprechend, was für Arbeitgeber mit erheblichen Kosten verbunden sein kann», sagte Weiß. «Hinzu kommt, dass wir die Arbeitnehmerschaft in ihren Rechtsansprüchen nicht spalten wollen.»

SPD-Generalsekretärs Lars Klingbeil hingegen argumentierte: «Mobiles Arbeiten und Home Office sind in vielen Jobs möglich, häufig stehen aber die Chefs auf der Bremse.»

Eine Mehrheit der Bürger wünscht sich nach einer Umfrage ein Recht, von zuhause aus arbeiten zu dürfen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov für das Redaktionsnetzwerk Deutschland befürworteten 68 Prozent der Deutschen entsprechende Pläne. 28 Prozent stimmten «voll und ganz» zu, 40 Prozent «eher».

Die Dortmunder Arbeitsmarktforscherin Lilian Gombert sagte der dpa, mit Homeoffice lasse sich Arbeit, Beruf und Familie viel besser miteinander vereinen. Zugleich meinte sie: «Eine Gefahr ist die Entstehung von Rollenkonflikten, denn im Homeoffice hat man die Erwartungen von der Familie einerseits und vom Arbeitgeber andererseits, die sich nicht immer gut vereinbaren lassen.» Wichtig sei Freiwilligkeit von Homeoffice-Angeboten.

Veröffentlicht am:
26. 02. 2019
21:21 Uhr

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dpa

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26. 02. 2019
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