Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Brennpunkte

Schwarzer Jogger erschossen: Vater und Sohn in Gewahrsam

Mehr als zwei Monate vergingen, bis der Fall wegen eines verstörenden Videos in den USA die breite Öffentlichkeit erreicht. Ein Schwarzer wird beim Joggen erschossen - tatverdächtig sind zwei Weiße. Nun wurden sie festgenommen.



Demonstration in Georgia
Brunswick im US-Bundesstaat Georgia: Demonstranten fordern im Fall des Todes von Ahmaud Arbery Antworten der Justiz.   Foto: Bobby Haven/The Brunswick News via AP/dpa

Zwei weiße Tatverdächtige sind nach der tödlichen Attacke auf einen unbewaffneten Schwarzen im US-Bundesstaat Georgia festgenommen worden.

Dem 64 Jahre alten Gregory M. und seinem 34 Jahre alten Sohn Travis werde schwere Körperverletzung und Mord zur Last gelegt, erklärte das Kriminalamt GBI in Georgia. GBI-Direktor Vic Reynolds sagte am Freitag bei einer Pressekonferenz, ob es weitere Festnahmen geben könnte, hänge von den weiteren Ermittlungen ab. Die Untersuchung laufe. «Jeder Stein wird umgedreht - das verspreche ich Ihnen.» Der Fall hatte in den USA große Empörung ausgelöst.

Der 25-jährige Ahmaud Arbery war in der Stadt Brunswick beim Joggen erschossen worden. Die Tat ereignete sich bereits am 23. Februar. Die Ermittlungen kamen erst in Gang, als der Fall durch ein verstörendes Handy-Video breite Aufmerksamkeit erlangte. Der 28 Sekunden lange Clip ist aus einem Fahrzeug aufgenommen und soll die Tat zeigen. Am Freitag wäre Arbery 26 Jahre alt geworden. In Brunswick nahmen zahlreiche Menschen an einer Kundgebung teil. Im Internet wurde dazu aufgerufen, für Arbery 2,23 Meilen zu laufen - in Anlehnung an seinen Todestag.

Den Ermittlern zufolge konfrontierten die Tatverdächtigen Arbery mit zwei Schusswaffen, als dieser in der Nachbarschaft unterwegs war. Der 34 Jahre alte festgenommene Verdächtige wird beschuldigt, Arbery erschossen zu haben.

Arbery wird in Medienberichten als Athlet beschrieben, der regelmäßig trainierte. Das vom Anwalt seiner Familie, Lee Merritt, auf Twitter verbreitete Video zeigt, wie ein Jogger auf einen stehenden Pick-up zuläuft. Als dieser um das Fahrzeug herumläuft, wird er in ein Handgemenge mit einem Mann mit einem Gewehr verwickelt. Ein weiterer Mann auf der Ladefläche scheint zugleich eine Handfeuerwaffe in Anschlag zu bringen. Schüsse sind zu hören.

Nach einem Polizeibericht, der von der «New York Times» veröffentlicht worden war, hatte der Vater ausgesagt, der Jogger habe einem Einbrecher ähnlich gesehen, der zuvor auf Videokameras in der Nachbarschaft aufgenommen worden sei. Er habe daraufhin seinen Sohn gerufen. Daraufhin hätten sich beide bewaffnet. Sie seien Arbery in ihrem Pick-up hinterhergefahren und hätten ihm zugerufen, sie wollten mit ihm sprechen. Dann hätten sie angehalten. Der Aussage eines Verdächtigen im Polizeibericht zufolge brach Arbery nach den Schüssen auf der Straße zusammen. Anwalt Merritt nannte die Täter «Rassisten».

Unklar blieb zunächst, ob es einen weiteren Verdächtigen gibt. Merritt erklärte am Donnerstagabend auf Twitter, entsprechende Ermittlungen liefen. GBI-Chef Reynolds sagte am Freitag, wenn die Fakten zu weiteren Festnahmen führten, dann werde es weitere Festnahmen geben. Die Ermittlungen seien allein an Fakten und Gesetzen ausgerichtet. Die große Aufmerksamkeit für den Fall in den Medien, den sozialen Medien und der Öffentlichkeit seien für seine Behörde nicht ausschlaggebend. «Alles was zählt ist, was uns die Fakten sagen.»

Der Fall hat landesweit für Aufruhr gesorgt und auch in der Hauptstadt Empörung ausgelöst. US-Präsident Donald Trump sagte am Freitag dem Fernsehsender Fox News, er habe den Videoclip zu dem Vorfall gesehen und dieser sei «sehr sehr verstörend» und «beunruhigend». Er sprach der Familie des Opfers sein Mitgefühl aus und sagte, es handele sich um eine «sehr traurige» und «herzzerreißende Sache». Georgia habe aber gute Strafverfolgungsbehörden, die sich des Falls angenommen hätten.

Prominente Stimmen - darunter Politiker wie die demokratische US-Senatorin Kamala Harris - hatten sich angesichts der Tat entsetzt gezeigt. Gouverneur Brian Kemp hatte erklärt, die Menschen in Georgia verdienten Antworten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 05. 2020
19:25 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Donald Trump Einbrecher Ermittlerinnen und Ermittler Erschießungen Festnahmen Fox News Channel Kamala Harris Körperverletzung und Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit New York Times Polizeiberichte Strafverfolgungsbehörden Söhne Twitter US-Senatoren
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Atlanta

14.06.2020

Atlanta: Schwarzer stirbt bei Polizeieinsatz - neue Proteste

Die Wut in den USA ist ohnehin schon groß. Dann stirbt ein Schwarzer nach einem Polizeieinsatz. Wieder einmal. Der Vorfall in Georgia sorgt umgehend für Konsequenzen. Aber kann das die Gemüter beruhigen? » mehr

Demonstration in Georgia

07.05.2020

Schwarzer Jogger von Weißen erschossen

Es sollte kein «Todesurteil» sein, als Schwarzer Sport zu betreiben, kritisiert US-Senatorin Harris. Genau das scheint einem 25-Jährigen in Georgia aber widerfahren zu sein - schon vor Wochen. Erst ein verstörendes Handy... » mehr

Anwalt Lee Merritt

22.05.2020

USA: Dritte Festnahme nach tödlichen Schüssen auf Arbery

Ein Schwarzer wird in den USA beim Joggen erschossen. Wochenlang kommen die Ermittlungen nicht in Gang. Dann taucht ein verstörendes Video auf - und plötzlich geht alles sehr schnell. Nun ist auch der Urheber der Aufnahm... » mehr

US-Präsident Donald Trump

13.06.2020

Nach Rassismus-Vorwürfen: Trump verschiebt Wahlkampfauftritt

Der US-Präsident ist nicht dafür bekannt, nach Kritik einzulenken. Den Plan, seine Rückkehr auf die Wahlkampfbühne nach der Corona-Pause am Gedenktag zum Ende der Sklaverei feiern, verwirft er jetzt. War der Gegenwind di... » mehr

Bolton-Buch

20.06.2020

US-Gericht: Bolton-Buch über das Weiße Haus kann erscheinen

In letzter Minute wollte die Regierung von US-Präsident Trump die Veröffentlichung des Buches von Ex-Sicherheitsberater Bolton juristisch verhindern. Ohne Erfolg. Trump reagiert mit martialischen Drohungen - und will Bol... » mehr

Donald Trump

12.06.2020

Trump droht mit Einschreiten in «Autonome Zone» in Seattle

In der amerikanischen Großstadt Seattle haben Demonstranten nach dem Tod von George Floyd einige Straßenzüge besetzt - Präsident Trump droht, gegen die «Anarchisten» vorzugehen und setzt sich für eine starke Polizei ein.... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Aktion von "Fridays for Future" am Kugelbrunnen in Hof Hof

Aktion von "Fridays for Future" in Hof | 03.07.2020 Hof
» 16 Bilder ansehen

Mini-Stadtfest am Wochenmarkt in Rehau

Mini-Stadtfest in Rehau | 05.07.2020 Rehau
» 52 Bilder ansehen

20200516_143430

4. Bratwurstlauf 2020 |
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 05. 2020
19:25 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.