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Sexismus in Stasiopfer-Gedenkstätte: Direktor wird gekündigt

Der Paukenschlag folgt nach den Sexismus-Vorwürfen in der Stasi-Gedenkstätte in Hohenschönhausen. Erst wird der Vize-Chef beurlaubt. Nun treffen Konsequenzen auch die oberste Führung.



Hubertus Knabe
Hubertus Knabe, seit 2001 Direktor der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, muss gehen.   Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

In der Affäre um sexuelle Belästigungen von Frauen in der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen verliert Direktor Hubertus Knabe seinen Posten. Knabe werde ordentlich gekündigt, zugleich werde er vorläufig von der Arbeit freigestellt.

Das teilte die Berliner Senatskulturverwaltung mit. «Der Stiftungsrat hat kein Vertrauen, dass Herr Dr. Knabe den dringend notwendigen Kulturwandel in der Stiftung einleiten wird, geschweige denn einen solchen glaubhaft vertreten kann», hieß es zur Begründung in einer Pressemitteilung des Rates. Er hatte den Beschluss einstimmig gefasst. Knabe war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Noch am Montag hatte er mitgeteilt: «Wenn es Kritik gibt, dann gehört diese auf den Tisch.» Knabe ist seit 2001 Direktor der Gedenkstätte.

Knabes Stellvertreter soll ebenfalls gehen. Dem Vize-Direktor werde «schnellstmöglich und zum nächstzulässigen Termin ordentlich gekündigt». Er war bereits am Montag von Knabe wegen der Vorwürfe mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden.

In einem kürzlich bekannt gewordenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer hatten mehrere frühere Mitarbeiterinnen, Volontärinnen und Praktikantinnen «der Führungsetage» sexistisches Verhalten vorgeworfen. Sie formulierten Anschuldigungen über «erschreckende Regelhaftigkeit übergriffiger Verhaltensmuster».

In dem Brief vom Juni beschrieben die Frauen verbale Belästigungen mit sexuellem Charakter, «Berichte über private Aktivitäten wie Puff und Swinger-Club», «enge, fast intime körperliche Nähe und Berührung wie Streichen über die Arme, enge Umarmungen», aufdringliche Einladungen, nächtliche SMS sowie Mobbing.

Vor allem der Vize-Direktor stand im Fokus der Anschuldigungen. Er war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. In einer früheren Erklärung hatte die Gedenkstätte aber mitgeteilt, sein Anwalt habe Fehlverhalten und Mangel an Sensibilität eingeräumt. Die Gedenkstätte bezog sich dabei auf RBB-Informationen. Zugleich sei betont worden, das fehlerhafte Verhalten sei abgestellt worden, nachdem der Mitarbeiter vor gut zwei Jahren vom Direktor der Gedenkstätte darauf angesprochen worden sei.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen war aus dem früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit hervorgegangen. Sie soll an politische Willkür und Unrecht erinnern. Die Einrichtung wird von Bund und Land finanziert.

Im Stiftungsrat sitzen der Vorsitzende Lederer und je eine Vertreterin von Grütters, der Senatsjustizverwaltung, dem Land Sachsen-Anhalt und ein Vertreter von Brandenburg.

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 09. 2018
20:54 Uhr

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