Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 54. Hofer Filmtage75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

Brennpunkte

Soldaten unterstützen Gesundheitsämter in Großstädten

Die Großstädte bekommen Hilfe in schweren Corona-Zeiten. Vielerorts helfen Soldaten in den Gesundheitsämtern. Trotzdem gelingt es nicht immer, alle Kontakte nachzuvollziehen.



Kontaktnachverfolgung
Soldaten der Bundeswehr helfen in der Region Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Zehn Tage nach dem Krisentreffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Bürgermeistern der elf größten Städte haben mehrere Großstädte Hilfe der Bundeswehr in Anspruch genommen. Die Soldaten helfen unter anderem in Gesundheitsämtern dabei, die Infektionsketten nachzuvollziehen.

Fast jede der Großstädte hat den kritischen Wert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile überschritten. Merkel hatte am 9. Oktober den Bürgermeistern der elf größten Städte Hilfe bei steigenden Corona-Zahlen zugesichert: Wenn den Gesundheitsämtern droht, überfordert zu werden, sollen sie von Bund und Land unterstützt werden. Seitdem ist die Zahl der Neuinfektionen in die Höhe geschossen.

Große Sorge bereitet der Politik der Anstieg der Corona-Fälle in Berlin. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 86,9 (Stand Sonntag). Die Gesundheitsämter in den Bezirken sind wegen 200 fehlender Stellen chronisch überlastet. Bei der Kontaktnachverfolgung kommen sie nach eigener Darstellung aber noch hinterher. Hier helfen auch 240 Bundeswehrsoldaten und einige Fachleute des Robert Koch-Instituts. In den kommenden Wochen sollen weitere Helfer eingestellt werden.

Auch mehrere andere Großstädte bekommen Unterstützung der Bundeswehr bei der Nachverfolgung von Kontakten von Infizierten. In Frankfurt sind es mittlerweile 80 Soldaten. 60 traten in der vergangenen Woche zum Corona-Dienst an, die übrigen kamen am Montag dazu. In Dortmund und Hamburg greifen jeweils 40 Soldaten den Ämtern unter die Arme. In Stuttgart helfen seit Donnerstag 60 Soldaten bei der telefonischen Kontaktverfolgung im Gesundheitsamt.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) hatte vor einigen Tagen angekündigt, Hilfen durch Bundeswehrangehörige zu prüfen. In Köln hilft die Bundeswehr bereits seit Wochen im Gesundheitsamt aus. Ab Mittwoch soll die Zahl der Soldaten von 30 auf 53 aufgestockt werden.

Nicht nur in den Großstädten, auch in vielen Landkreisen und kleineren Städten gehen die Zahlen nach oben. In Mecklenburg-Vorpommern helfen von Dienstag an 26 Soldaten in Gesundheitsämtern aus. In der niedersächsischen 82.000-Einwohner-Stadt Delmenhorst wurde ein sprunghafter Anstieg verzeichnet. Der Sieben-Tage-Inzidenz betrug 223,1. Die Nachverfolgung der Kontakte sei sehr aufwendig und benötige viel Zeit, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD).

Dass die Infektionsketten zunehmend schwer nachvollziehbar sind, sagte der Leiter des Kölner Gesundheitsamts, Johannes Nießen, vor einigen Tagen der dpa. «In rund 40 Prozent der Fälle wissen wir nicht, wo sich die positiv getesteten Personen angesteckt haben», sagte er. Die Corona-Warn-App werde offenbar wenig genutzt. Zudem sei die Bereitschaft gering, ehrlich Auskunft zu geben. Der Amtsarzt des Berliner Bezirks Neukölln, Nicolai Savaskan, sagte dem Tagesspiegel vergangene Woche, dass bei 70 Prozent der Fälle in seinem Bezirk der Infektionsherd nicht mehr zu finden sei.

Beim Treffen Merkels mit den Bürgermeistern wurde vereinbart, spätestens bei einem Inzidenz-Wert von 50 umfangreiche Beschränkungen einzuführen. Mittlerweile haben die elf größten Städte Deutschlands, die an dem Treffen mit Merkel beteiligt waren, den kritischen Wert überschritten. In Hamburg war das am Montag der Fall. Eine Verordnung mit neuen Maßnahmen könnte dort schon zum Wochenende in Kraft treten. Auch in vielen anderen Großstädten wurden die Corona-Beschränkungen verschärft, etwa durch eine Maskenpflicht in stark frequentierten Bereichen im Freien, eine Sperrstunde in der Gastronomie und ein Verkaufsverbot für Alkohol in der Nacht.

Die Beschränkungen stellen auch die Ordnungsämter vor Herausforderungen. Denn die müssen die Auflagen durchsetzen. «Die Mitarbeiter können aber natürlich nicht überall sein», sagte ein Sprecher der Stadt Düsseldorf.

© dpa-infocom, dpa:201019-99-01854/3

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 10. 2020
17:38 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundeswehr Bundeswehrsoldaten Bürgermeister und Oberbürgermeister CDU Deutsche Presseagentur Gesundheitsbehörden Großstädte Infektionspatienten Kanzler Ordnungsämter Robert-Koch-Institut SPD Soldaten Städte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Neue Corona-Regeln in Frankfurt am Main

09.10.2020

In Großstädten drohen neue Maskenpflicht und Sperrstunden

Die Corona-Zahlen steigen wieder in Deutschland, vor allem in den Metropolen. Doch dagegen könne man etwas tun, sagt die Kanzlerin. Das Ergebnis: Bald könnte es vielerorts wieder strenge Regeln geben. » mehr

Robert Koch-Institut zur aktuellen Corona-Lage

13.11.2020

Neuer Höchststand: 23.542 Corona-Fälle binnen 24 Stunden

Deutschland erreicht einen Höchststand an Coronas-Neuinfektionen. Auch wenn es Licht am Horizont gibt, könnte die Lage in den Intensivstationen bald sehr schwierig werden. » mehr

«Kein Zutritt»

13.11.2020

Bund will Corona-Einschränkungen nicht lockern

«Es soll kein Weihnachten in Einsamkeit werden», sagt die Kanzlerin. Doch die Aussichten sind angesichts der Rekord-Infektionszahlen alles andere als rosig. » mehr

Markus Söder

21.09.2020

Söders Corona-Strategie - Erst Primus, jetzt Sorgenkind?

Markus Söder geriert sich gerne als erfolgreicher Vorkämpfer gegen das Coronavirus. Nun sind die Corona-Zahlen in Bayern und speziell in München aber bundesweit mit am höchsten - während in der Stadt die «WirtshausWiesn»... » mehr

Helge Braun

28.08.2020

Braun warnt vor zweiter Infektions-«Welle mit Wucht»

Die Politik sorgt sich, dass das Coronavirus im Herbst wieder um sich greifen könnte. Koalitionsausschuss sowie Bund und Länder versuchen gegenzusteuern. Viele Fragen sind noch offen. Am Freitag steht Kanzlerin Merkel in... » mehr

Angela Merkel

26.10.2020

Kommen wieder härtere Corona-Beschränkungen?

Warnungen vor einer Zuspitzung der Corona-Lage werden lauter. Reicht ein regionales Gegensteuern, wenn sich das Virus auf breiter Front ausbreitet? Bund und Länder planen das nächste Krisengespräch. Die Kanzlerin hat da ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

29.11.2020 Bilder Lebkuchenmarkt Rehau - Sonntag

Lebkuchenmarkt Rehau - Sonntag | 29.11.2020 Rehau
» 40 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 Selb

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 | 22.11.2020 Selb
» 42 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 10. 2020
17:38 Uhr



^