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Südkorea: Nordkorea testet wieder Raketen

Nordkorea hält immer wieder Artillerie-Schießübungen ab. Dabei werden auch Raketen getestet. Beim jüngsten Test fliegen die Raketen über das ganze Land hinweg.



Raketen abgefeuert
Menschen im Bahnhof von Seoul verfolgen eine Nachrichtensendung, in der über den Abschuss der Raketen berichtet wird.   Foto: Ahn Young-Joon/AP/dpa

Nordkorea hat zum dritten Mal in diesem Monat Raketen getestet.

Zwei Flugkörper, bei denen es sich vermutlich um ballistische Kurzstreckenraketen handele, seien am Samstagmorgen (Ortszeit) kurz hintereinander aus dem Westen Nordkoreas über das Land hinweg in Richtung Ostmeer (Japanisches Meer) geflogen, teilte der Generalstab in Südkorea mit. Die höchste Kommandobehörde kritisierte die Tests als «höchst unangemessene Aktion». Sie würden zu einer Zeit durchgeführt, in der die Lungenkrankheit Covid-19 weltweit Schwierigkeiten bereite.

Auch Japans Verteidigungsminister Taro Kono sprach in Tokio von ballistischen Raketen, die Nordkorea abgefeuert habe. Ministerpräsident Shinzo Abe habe wegen der Tests ein Treffen des Nationalen Sicherheitsrats einberufen, an dem auch Kono teilgenommen habe, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe befördern können. Südkoreas Militär rief das wegen seines Atomwaffenprogramms isolierte Nachbarland auf, seine Raketentests sofort einzustellen.

Deutliche Kritik kam auch aus Berlin: «Die Bundesregierung verurteilt den heutigen Test zweier ballistischer Kurzstreckenraketen durch Nordkorea mit Nachdruck», sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Samstag. Nach bereits zwei Tests mit mehreren Raketen in diesem Monat und insgesamt fünfzehn Tests seit Mai 2019 habe Nordkorea damit erneut gegen seine Verpflichtungen aus einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen verstoßen. «Mit diesen Tests gefährdet Nordkorea die internationale Sicherheit in unverantwortlicher Weise», fügte der Sprecher hinzu.

Den Angaben Südkoreas zufolge flogen die Raketen bei einer Höhe von bis zu 50 Kilometern etwa 410 Kilometer weit. Weitere technische Details würden zusammen mit den US-Behörden untersucht. Experten hielten es möglich, dass Nordkorea ein neues, mit Feststofftreibsatz angetriebenes Raketensystem getestet habe, das es bereits im vergangenen Jahr erprobt hatte.

Vor dem Raketentest hatten Nordkoreas Staatsmedien berichtet, Machthaber Kim Jong Un habe am Freitag eine Artillerie-Schießübung «an der westlichen Front» angeleitet. Es habe sich um einen Wettbewerb zwischen großen Einheiten der Volksarmee gehandelt.

Zuletzt hatte Nordkorea am 9. März Raketen abgefeuert. Dabei kamen nach Angaben Südkoreas bei Winterübungen des nordkoreanischen Militärs verschiedene Typen von Mehrfachraketenwerfern zum Einsatz. Eine Woche zuvor - Anfang März - hatte Nordkorea seine Tests wiederaufgenommen - nach dreimonatiger Pause.

Das Parlament in Nordkorea kündigte unterdessen für den nächsten Monat seine Frühjahrssitzung an. Die Sitzung der Obersten Volksversammlung in Pjöngjang werde am 10. April abgehalten, berichteten die Staatsmedien. Die Volksversammlung wird im Ausland auch als Scheinparlament bezeichnet. Bei den nur ein- oder zweimal jährlich einberufenen Sitzungen werden weitgehend Beschlüsse der herrschenden Arbeiterpartei ratifiziert.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 03. 2020
16:17 Uhr

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