Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Brennpunkte

Tausende bei Kurden-Demos in deutschen Städten

Noch kurz vor dem Protest spricht die Polizei von bedrohlichen Szenen: Tausende Gewaltbereite auf dem Weg nach Köln, teilweise sogar bewaffnet? Die Demonstration verläuft aber friedlich.



Protest gegen Militär-Offensive
Teilnehmer der Demonstration gegen die türkische Militär-Offensive in Nordsyrien ziehen durch Köln.   Foto: Roberto Pfeil/dpa » zu den Bildern

Tausende haben am Samstag in mehreren deutschen Städten gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien protestiert. Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich. In Köln etwa blieb eine befürchtete Eskalation aus.

In Stuttgart dagegen kam es nach Angaben der Polizei zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern der Demonstration und der Polizei. Dabei wurde nach bisherigem Stand ein Polizist verletzt.

Die Türkei hatte am 9. Oktober mit verbündeten syrischen Rebellen einen Feldzug gegen die Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens begonnen. Die Türkei betrachtet die YPG als Terrororganisation. In Europa stieß die Offensive auf heftige Kritik. Außenpolitiker werteten sie etwa als «militärische Aggression und Verletzung des Völkerrechts».

Nach Angaben der Stuttgarter Polizei spaltete sich bei der Abschlusskundgebung in der baden-württembergischen Landeshauptstadt eine größere Gruppe ab und lief teils vermummt Richtung Hauptbahnhof. Die Menge habe sich nicht aufhalten lassen. «Um nicht überrannt zu werden, mussten die Einsatzkräfte Pfefferspray und Schlagstock einsetzen. Sie wurden mit Gegenständen und Böllern beworfen, weshalb die Versammlung gegen 17.15 Uhr durch die Polizei aufgelöst wurde.» Anschließend kontrollierten die Beamten mehr als 200 Personen. Dabei seien erneut Flaschen- und Böller geworfen worden. Ein Beamter erlitt ein Knalltrauma und wurde von Rettungskräften versorgt.

Die befürchtete Eskalation einer pro-kurdischen Kundgebung in Köln blieb dagegen aus. Die Demonstration durch die Innenstadt sei weitgehend störungsfrei verlaufen, teilte die Polizei am frühen Abend mit. Demnach waren mehr als 10.0000 Teilnehmer gekommen - deutlich weniger als erwartet. Am Vorabend hatte die Kölner Polizei gewarnt: Man rechne mit mehreren Tausend gewaltbereiten Demonstranten, in ganz Europa sei zum Marsch in Köln aufgerufen worden. Türkische Nationalisten könnten sich unter die Kurden mischen und provozieren.

Diese blieben aber nun fern. Mehrere Male musste die Demo jedoch kurz angehalten werden, etwa wegen eines PKK-Rufs oder einer verbotenen Flagge der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Stadt ließ Cafés und Restaurants die Tische und Stühle wegräumen, damit sie nicht als Wurfgeschosse missbraucht werden konnten.

«Deutsche Panzer raus aus Rojava», riefen die Protestierenden in Köln mit Bezug auf deutsche Waffenlieferungen in die Türkei, die bei einer solchen Offensive wie in der nordsyrischen Provinz zum Einsatz kommen könnten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wurde wiederholt als «Terrorist» bezeichnet. Deutschland dürfe sich nicht «an die Seite eines Despoten stellen», hieß es. Es reiche nicht, wenn die Bundesregierung den türkischen Einmarsch verurteile - aus Angst vor dem Ende des Flüchtlingsdeals, mit dessen Aufkündigung Erdogan der EU bereits wiederholt drohte. Die Veranstalter, darunter viele linke Bündnisse, forderten konkrete Maßnahmen von der Bundesregierung - etwa erneut den UN-Sicherheitsrat einzuberufen oder im Europarat auf die Türkei einzuwirken.

Auch in anderen deutschen Städten gingen Menschen gegen die Militäroffensive der Türkei auf die Straße, etwa in Hamburg oder Berlin. In Frankfurt am Main etwa demonstrierten rund 4500 Menschen friedlich.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 10. 2019
21:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abschlusskundgebungen Arbeiterparteien CDU Demonstranten Demonstrationen Deutsche Presseagentur Die Linke Europarat Europäische Union Herbert Reul Militärische Offensiven Polizei Polizistinnen und Polizisten Recep Tayyip Erdogan Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Städte Terroristen Twitter Türkische Gemeinde in Deutschland UN-Sicherheitsrat
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Türkisches Cafe attackiert

15.10.2019

Kurdische Demonstranten attackieren türkische Läden in Herne

Die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien gegen kurdische Milizen sorgt auch in Deutschland für Spannungen. Bei einer Kurden-Demo in Herne sind zwei türkische Läden attackiert worden. Es gab Verletzte. Die Betroffene... » mehr

Syrische Flüchtlinge

10.10.2019

Türkei gewinnt in Syrien an Boden - Zehntausende flüchten

Schätzungsweise 450.000 Menschen leben in Syrien nahe der türkischen Grenze. Viele von ihnen ergreifen im Zuge der türkischen Offensive die Flucht. Mit den Angriffen am Boden und aus der Luft verschärft sich eine der sch... » mehr

Mark Esper

24.10.2019

Nato reagiert verhalten auf Kramp-Karrenbauers Syrien-Plan

In Deutschland musste die Verteidigungsministerin für ihren Syrien-Plan viel Kritik einstecken. Auch auf dem internationalen Parkett löst Annegret Kramp-Karrenbauer damit keine Begeisterung aus. Aber zumindest stößt sie ... » mehr

Kurden-Demo in Bottrop

17.10.2019

Neun Verletzte bei Kurden-Demos in NRW

Weiterhin kommt es bei Demonstrationen in deutschen Städten gegen die Militäroffensive der Türkei in Syrien zu Ausschreitungen. Bei Auseinandersetzungen in Nordrhein-Westfalen werden auch mehrere Polizisten verletzt. » mehr

Konflikt in Nordsyrien

18.10.2019

Waffenruhe in Nordsyrien hält nicht überall

Der erste Tag der Feuerpause in Nordostsyrien bringt in den meisten Gebieten Ruhe - aber nicht in allen. Kurdenmilizen sagen, sie wollten doch noch nicht abziehen. Aus der EU kommt scharfe Kritik an dem Abkommen: Es sei ... » mehr

Protest in Berlin

13.10.2019

Maas: Einschränkung von Waffenexportgenehmigungen für Türkei

In deutschen Städten gehen Tausende Kurden gegen die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien auf die Straße - und auch international gibt es viel Kritik an dem türkischen Vorgehen. Die deutsche Regierung zieht jetzt Ko... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lehrermedientag 2019 Hof

Lehrermedientag 2019 | 20.11.2019 Hof
» 59 Bilder ansehen

Susis Blaulichtparty Weißenstadt

Susis Blaulichtparty | 16.11.2019 Weißenstadt
» 47 Bilder ansehen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 Garmisch-Partenkirchen

SC Riessersee - Selber Wölfe 4:1 | 17.11.2019 Garmisch-Partenkirchen
» 29 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 10. 2019
21:34 Uhr



^