Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Brennpunkte

Teheran: Ruhani wird Sarifs Rücktritt nicht akzeptieren

Der iranische Außenminister Sarif tritt zurück. Ein Schock zu später Stunde für den Iran. Das Präsidialamt aber beruhigt das Volk: Ruhani wird den Rücktritt nicht akzeptieren.



Ruhani und Sarif
Der iranische Präsident Hassan Ruhani (l) will den Rücktritt seines Außenministers Mohamed Dschawad Sarif (r) offenbar nicht akzeptieren.   Foto: Abedin Taherkenareh/EPA

Ein Rücktritt vermutlich ohne Folgen: Das iranische Präsidialamt hat den Rücktritt von Außenminister Mohamed Dschawad Sarif bestätigt. Gleichzeitig wurde aber bekanntgegeben, dass Präsident Hassan Ruhani dies nicht akzeptieren werde.

Sarif habe bis jetzt bravourös seine Arbeit verrichtet und werde es auch weiterhin tun, so das Präsidialamt auf seiner Instagram-Seite. Daher werde Präsident Ruhani auch diesen Rücktritt nicht akzeptieren. «Sarif wird nicht alleine sein und wir (die Regierung) werden alle zu ihm halten», so das Präsidialamt.

Sarif hatte am späten Montagabend auf Instagram seinen Rücktritt erklärt. Beobachter in Teheran waren überrascht, dass Sarif eine derart wichtige Entscheidung kurz vor Mitternacht Ortszeit über ein soziales Medium bekanntgab. Aber auch sie gingen davon aus, dass der Präsident den Rücktritt seines Chefdiplomaten nicht akzeptieren und Sarif daher weiterhin im Amt bleiben werde.

Über die Gründe seines Rücktritts wurde derweil in den sozialen Medien heftig spekuliert. Einige behaupteten, dass er die ständige Kritik der Hardliner an dem Wiener Atomabkommen von 2015 und seiner Annäherungspolitik an den Westen satt hatte. Andere schrieben, dass er zu dem Treffen mit Syriens Präsident Baschar al-Assad am Montag nicht eingeladen wurde und daher verärgert zurückgetreten sei. Einig sind sich aber alle darüber, dass ein Abschied Sarifs auch zu einem baldigen Ende des Atomdeals führen werde.

Sarif hatte auf iranischer Seite maßgebend das Atomabkommen mit den UN-Vetomächten und Deutschland ausgehandelt. Die Vereinbarung von 2015 sollte den Iran daran hindern, Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden. Die USA haben sich inzwischen aus dem Abkommen wieder zurückgezogen und neue Sanktionen verhängt. Sarif war daraufhin innenpolitisch in die Kritik geraten.

Nach Einschätzung politischer Beobachter in Teheran hat Ruhani für den erfahrenen Diplomaten Sarif derzeit jedoch keine Alternative. In Frage kämen am ehesten sein Stellvertreter Abbas Araghchi oder Atomchef und Vizepräsident Ali-Akbar Salehi. Aber keiner der beiden verfügt über das Charisma Sarifs.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 02. 2019
09:51 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ali Akbar Salehi Atompakte Atomwaffen Außenminister Baschar al-Assad Diplomaten Innenpolitik Iranische Außenminister Kritik Mahmud Abbas Rücktritte Social Media Völker der Erde
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Nationaler Atomtag im Iran

06.11.2019

Iran wendet sich demonstrativ von Atomabkommen ab

Von dem einst als historisch gefeierten Wiener Atomabkommen ist nicht mehr viel übrig. Nach den USA steigt auch der Iran schrittweise aus. Nun läutet Teheran Phase vier ein - Israel warnt. » mehr

Iranische Boote provozieren US-Kriegsschiff

23.04.2020

Iran erwidert Trumps Drohungen - Spannungen eskalieren

Der Iran und die USA überziehen sich wieder gegenseitig mit Drohungen - wie vor der Corona-Krise. Beide Seiten werfen sich vor, die Spannungen anzuheizen. » mehr

Iranische Atomanlage

23.12.2019

Irans Atomchef will schriftlich auf Atomwaffen verzichten

Der Iran ist nach Angaben von Atomchef und Vizepräsident Ali Akbar Salehi bereit, schriftlich zu versichern, dass das Land kein Atomwaffenprogramm verfolge und seine Nuklearprojekte alle friedlich seien. » mehr

Atombrennstäbe

16.01.2020

Ruhani: Iran will nicht komplett aus Atomabkommen aussteigen

Die USA sind ausgestiegen, nun will die EU den Atomdeal mit dem Iran retten. Auch Irans Präsident Ruhani hat gute Gründe, das Abkommen nicht komplett aufzukündigen. Sein Außenminister erhebt aber schwere Vorwürfe gegen d... » mehr

Präsident Ruhani

06.01.2020

Atomabkommen mit Teheran droht endgültiges Aus

Der Iran sieht beim Wiener Atomabkommen nun keinerlei Verpflichtungen und auch keine Limitierungen mehr. Allerdings hält sich Teheran noch mehrere Hintertüren offen. » mehr

Bauarbeiten im Westjordanland

29.01.2020

Israels Rechte will nach Trump-Plan rasche Annektierung

Trumps Nahost-Plan hat bei den Palästinensern Zorn ausgelöst. Israels Rechte frohlockt dagegen - lehnt allerdings die vorgesehene Gründung eines Palästinenserstaats ab. Sie will rasch vor Ort Fakten schaffen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Brand in Hofer Mehrfamilienhaus Hof

Brand in Hofer Mehrfamilienhaus | 07.06.2020 Hof
» 20 Bilder ansehen

DisTANZ in den Mai Fichtelgebirge

DisTANZ in den Mai | 03.05.2020 Fichtelgebirge
» 63 Bilder ansehen

20200516_143430

4. Bratwurstlauf 2020 |
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 02. 2019
09:51 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.