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Terror zurück in Nairobi: Mindestens 14 Tote bei Anschlag

Viele Jahre war Kenias Hauptstadt vor Terroranschlägen sicher - bis jetzt. Ein Angriff auf ein Luxushotel hält Nairobi stundenlang in Atem. Der Anschlag lässt noch viele Fragen offen.



Angreifer
Das Videostandbild einer Sicherheitskamera zeigt die schwer bewaffneten Angreifer auf dem Gelände des Hotels in Nairobi. Foto: Security Camera Footage/AP   Foto: dpa » zu den Bildern

Die Angreifer zündeten Bomben vor einem Luxushotel, stürmten die Anlage und lieferten sich dann bis zum Morgen Schusswechsel mit der Polizei: Bei einer Attacke islamistischer Terroristen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind mindestens 14 Menschen getötet worden.

Unter ihnen waren nach offiziellen Angaben ein US-Amerikaner und ein Brite. Zudem wurden mindestens 30 Menschen verletzt, wie das Rote Kreuz mitteilte.

Der Einsatz rund um das Hotel DusitD2 begann Dienstagnachmittag und endete erst am Mittwochmorgen. Präsident Uhuru Kenyatta sagte danach: «Alle Terroristen sind eliminiert.» Mehr als 700 Menschen seien während des Einsatzes in Sicherheit gebracht worden.

Die mit Al-Kaida verbundene somalische Terrorgruppe Al-Shabaab beanspruchte den Anschlag für sich. Die Behörden machten zunächst keine Angaben zur Identität oder zur Zahl der Attentäter.

Die Attacke begann mit einer Explosion vor dem Hotel, dann sprengte sich ein Selbstmordattentäter im Foyer in die Luft, wie die Polizei erklärte. Einige schwer bewaffnete Angreifer verschanzten sich danach über Stunden in dem Komplex. Augenzeuge Joseph Katana berichtete, die Angreifer hätten wahllos um sich geschossen. «Aber ich hatte Glück, konnte wegrennen und mich verstecken.» Noch am frühen Mittwochmorgen waren Schüsse zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Die somalische Extremistengruppe Al-Shabaab verübt immer wieder Anschläge im Nachbarland Kenia. Die sunnitischen Fundamentalisten wollen in Somalia einen sogenannten Gottesstaat schaffen und haben bei Anschlägen und Angriffen schon Tausende Menschen getötet. Kenias Streitkräfte unterstützen die somalische Regierung im Rahmen eines Militäreinsatzes der Afrikanischen Union (AU) im Kampf gegen die Terrormiliz.

Das bei Ausländern beliebte Luxushotel liegt in einer relativ zentralen und wohlhabenden Gegend. Wie die meisten Hotels und Einkaufszentren in Nairobi führt das DusitD2 bei ankommenden Autos einen Sicherheitscheck vor dem Eingang durch. In dem Gebäudekomplex befinden sich auch Büros, Läden und Restaurants.

Informationen über die Opfer sickerten nur langsam durch. Unter den Toten war ein US-Amerikaner, wie das Außenministerium bestätigte. Auch mindestens ein Brite sei ums Leben gekommen, bestätigte der britische Botschafter Nic Hailey. Zudem wurden zwei kenianische Mitarbeiter der britischen Organisation Adam Smith International getötet, wie eine Sprecherin bestätigte. Die 31- und 33-Jährigen befanden sich demnach auf der Terrasse eines Restaurants in dem Gebäudekomplex. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, es lägen keine Hinweise vor, dass Deutsche unter den Opfern sind.

Kenyatta sagte, man sei in Gedanken bei den unschuldigen Männern und Frauen, die von der «sinnlosen Gewalt» betroffen seien. Kenia sei eine Nation, «die diejenigen niemals vergisst, die ihren Kindern wehgetan haben.»

Die deutsche Botschaft, die knapp drei Kilometer vom Hotel DusitD2 entfernt liegt, verurteilte den Angriff aufs Schärfste. «Deutschland steht mit Kenia im Kampf gegen Radikalisierung und Terrorismus», hieß es auf Twitter.

Unweit des Hotels liegt das Einkaufszentrum Westgate, wo im Jahr 2013 bei einem Terroranschlag mindestens 67 Menschen umgekommen waren. Damals wurden die Behörden und Sicherheitskräfte scharf kritisiert. Die Reaktion der Sicherheitskräfte auf den Terroranschlag im DusitD2 «war wesentlich professioneller und effektiver als während der Anfangsphase des Westgate-Angriffs vor fünf Jahren», schrieb Analyst Ed Hobey-Hamsher von der Risikoberatung Verisk Maplecroft.

Warum die Terroristen diesen Komplex angriffen, blieb zunächst unklar. Ein mögliches Ziel könnte eine von US-Amerikanern organisierte Konferenz gewesen sein, die in dem Hotel hätte stattfinden sollen, sagte Mawira Mungania, ein Beamter der Anti-Terror-Polizeieinheit.

Dies konnte allerdings nicht unabhängig bestätigt werden. Analyst Hobey-Hamsher erklärte, weil es in dem Komplex nicht nur ein Hotel sondern auch Büros ausländischer Firmen und Luxusläden gäbe, habe dieser den Angreifern gleich drei wertvolle Ziele geboten. Einer der verheerendsten Anschläge von Al-Shabaab in Kenia fand 2014 statt, bei der Attacke auf eine Universität in Garissa starben mindestens 148 Menschen.

Der Anschlag am Dienstag fiel auf den dritten Jahrestag eines verheerenden Angriffs der Terroristen auf kenianische Streitkräfte in Somalia, bei dem dutzende Soldaten starben.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
15:23 Uhr

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