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Brennpunkte

Tote und schwere Schäden durch Waldbrände in Kalifornien

Kalifornien wird wieder einmal von schweren Bränden heimgesucht. Es gibt mindestens neun Tote. Autos schmelzen zu Schrotthaufen ein, Häuser brennen komplett aus. Auch Malibu trifft es hart. Von US-Präsident Trump kommen keine tröstenden Worte.



Waldbrände in Kalifornien
Ein Satellitenbild der NASA zeigt schweren Waldbrände in Kalifornien.   Foto: Uncredited/NASA » zu den Bildern

Die schweren Waldbrände in Kalifornien haben verheerende Schäden angerichtet und nach Angaben der Behörden mindestens neun Menschen das Leben gekostet. In der Stadt Paradise im Norden des Bundesstaats starben Menschen in ihren brennenden Autos.

Mit mehr als 6000 zerstörten Häusern zählt das sogenannte Camp Fire in Paradise zu den schlimmsten Flächenbränden in der Geschichte Kaliforniens. Auch das Surfer-Paradies Malibu im Süden des Staates und umliegende Promi-Orte wurden von einem Großfeuer heimgesucht.

Das Feuer im Norden war am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) ausgebrochen und hatte sich rasch ausgebreitet - auf mehr als 30.000 Hektar. Das entspricht einer Fläche von mehr als 40 Fußballfeldern. Daneben tobten im Süden des Bundesstaates, mehr als sieben Autostunden entfernt, zwei weitere Großbrände, einer davon nach Berichten lokaler Medien mit einer Größe von mehr als 14.000 Hektar im Ventura County in der Nähe der Millionenmetropole Los Angeles. Betroffen ist auch Thousands Oaks - jener Ort, den erst kurz zuvor ein schweres Gewaltverbrechen mit zwölf Todesopfern in Angst und Schrecken versetzt hatte.

Zehntausende Menschen mussten wegen der Brände ihre Häuser verlassen. Schulen schlossen. Stromleitungen wurden gekappt. Tausende Feuerwehrleute aus mehreren Bundesstaaten kämpften gegen die Flammen - auch über Nacht.

Die kleine Ortschaft Paradise im ländlichen Norden Kaliforniens wurde weitgehend zerstört. Die Bürgermeisterin Jody Jones sagte am Freitag, etwa 80 Prozent der Gebäude dort seien abgebrannt. Bei der Flucht aus dem Ort spielten sich Tragödien ab. An den Straßenrändern standen ausgebrannte Autowracks mit geschmolzenen Reifen. Mindestens neun Menschen kamen hier ums Leben. Vier davon verbrannten bis zur Unkenntlichkeit in ihren Fahrzeugen, drei Leichen wurden vor verkohlten Häusern gefunden, wie die Feuerwehr in der Nacht zum Samstag mitteilte.

Auch Malibu wurde schwer getroffen. Die berüchtigten Santa-Ana-Winde trieben heftige Buschfeuer an und damit Zehntausende Menschen in die Flucht. Auch vor teuren Villen hinter hohen Mauern machten die Flammen nicht halt. Malibu wurde geräumt. Die Stadt bei Los Angeles ist als Wohnort von Prominenten wie Thomas Gottschalk und Barbra Streisand bekannt. Stars wie Lady Gaga, Guillermo del Toro und Orlando Bloom brachten sich vor der Feuerwalze in Schutz.

«Dies ist meine Straße vor zwei Stunden», schrieb der «Fluch der Karibik»-Star Bloom (41) am Freitag auf Instagram zu einem Foto mit einer orangeglühenden Flammenwand gleich hinter Häusern. Er bete dafür, dass alle aus Malibu in Sicherheit seien.

Reality-TV-Star Kim Kardashian (38) schrieb auf Twitter: «Wir sind alle in Sicherheit, und das ist das Wichtigste.» Die Flammen hätten sich bis an den Rand ihres Anwesens in Hidden Hills gefressen, aber nun sei die Gefahr wohl gebannt. «Doctor Strange»-Regisseur Scott Derrickson (52) hatte weniger Glück. «Wir haben unser Haus verloren», schrieb er auf Twitter, aber er sei mit seiner Familie dem «Inferno» entkommen. «Ich mache mir Sorgen um mein Haus, aber ich kann nichts tun», schrieb die US-Sängerin Cher bei dem Kurznachrichtendienst. «Mein ganzes Leben lang habe ich Zerstörung durch Feuer gesehen.»

Das Flammenchaos trieb rund 90.000 Menschen in Südkalifornien in die Flucht. Der sonst malerische Pacific Highway war in dichten Rauch gehüllt, auf der Küstenstraße staute sich kilometerlang der Verkehr. Nach ersten Schätzungen der Behörden brannten im Raum Malibu und im Bezirk Ventura County Dutzende Häuser ab, doch zunächst gab es keine Berichte über Tote oder Verletzte.

Die schwersten Brände toben typischerweise in den Herbstmonaten im Anschluss an einen trockenen Sommer. Doch in dem dürregeplagten Westküstenstaat gibt es kaum noch Entwarnung. «Tagtäglich ist nun Feuersaison irgendwo in Kalifornien», klagte Ken Pimlott, Leiter der Brandschutzbehörde Cal Fire.

Vor einem Jahr im Oktober hatten mehrere Feuer nördlich von San Francisco in den beliebten Weinbauregionen um Napa und Sonoma gewütet. Die Bilanz: über 40 Tote, mehr als 5700 Gebäude vernichtet, eine Fläche größer als New York City verkohlt. Auch für die Einwohner von Malibu ist die Feuersbrunst ein Déjà-vu. Bei einem der schlimmsten Brände im Umland waren 1993 drei Menschen ums Leben gekommen. Damals brannten knapp 300 Häuser ab, darunter die Villen der Schauspieler Sean Penn und Ali McGraw.

US-Präsident Donald Trump warf den zuständigen Behörden in Kalifornien Missmanagement vor. «Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement», schrieb Trump am Samstagmorgen auf Twitter. Milliarden Dollar würden jährlich ausgegeben und trotzdem stürben so viele Menschen. Er drohte mit dem Entzug von Bundesmitteln. Kalifornien ist ein von den Demokraten regierter Staat, die auf Bundesebene die Opposition stellen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 11. 2018
15:47 Uhr

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