Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

Brennpunkte

Trump betritt als erster US-Präsident den Boden Nordkoreas

Donald Trump schreibt Geschichte: Bei einem Treffen an der innerkoreanischen Grenze reicht er Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht nur die Hand, sondern geht noch einen Schritt weiter.



Spontantreffen
Der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber bei ihrem Spontantreffen in Panmunjom.   Foto: NEWSIS/Xinhua » zu den Bildern

Nach jahrzehntelanger Feindschaft beider Länder hat Donald Trump als erster Präsident der USA im Amt nordkoreanischen Boden betreten.

Er traf zudem am Sonntag im geteilten Grenzort Panmunjom auf südkoreanischer Seite Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu einem mehr als 50 Minuten dauernden Gespräch. In die nach einem gescheiterten Gipfel in Vietnam festgefahrenen Gespräche kommt damit wieder neuer Schwung.

Trump vereinbarte mit Kim, Arbeitsgruppen zur atomaren Abrüstung in der Region zu bilden. Sie sollen bereits in wenigen Wochen ihre Arbeit aufnehmen. Außerdem kündigte Trump an, Kim nach Washington ins Weiße Haus einzuladen.

US-Ziel der Treffen ist eine vollkommen überprüfbare atomare Abrüstung Nordkoreas, das Atomsprengköpfe sowie strategische Raketen entwickelt hat, die das US-Festland oder Europa erreichen können. Nordkorea will seine von den USA betriebene internationale Isolierung durchbrechen und die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen erreichen.

Die beiden Männer gingen in Panmunjom in einem symbolträchtigen Akt langsam aufeinander zu , ehe sie sich die Hände schüttelten. Vier Monate nach ihrem gescheiterten Gipfel von Hanoi sagte Kim: «Ich habe nie erwartet, Sie an diesem Ort zu treffen.» Trump ging dann über eine Betonschwelle, die die Grenzlinie zwischen beiden koreanischen Staaten markiert. Anschließend überschritten beide gemeinsam die Grenze zu Südkorea und setzten sich im «House of Freedom» zu einem fast einstündigen Gespräch zusammen.

Trump betonte mehrmals sein gutes persönliches Verhältnis zu Kim, dem er bereits zweimal bei Gipfeltreffen in Singapur und Hanoi begegnet war. «Wir mochten uns vom ersten Tag an», sagte Trump.

Kim bezeichnete sein Verhältnis zu Trump als «exzellent». «Ich hoffe, das kann die Grundlage für bessere Dinge sein, die niemand erwartet hatte», sagte Kim. Das Treffen setzt eine Serie der Annäherung fort, die der südkoreanische Präsident Moon Jae In und Kim Jong Un im April 2018 begonnen hatten.

Trump betonte, er strebe ein umfassendes Abkommen an. «Geschwindigkeit ist nicht das Ziel», sagte der US-Präsident. Es gehe darum, es richtig zu machen. Er machte klar, dass die von den USA und den Vereinten Nationen verhängten Sanktionen in Kraft blieben. «Irgendwann wird es passieren», sagte er auf die Frage, ob er beabsichtige, die Sanktionen zu lockern.

Beide Seiten hatten im vergangenen Jahr in Singapur vereinbart, auf die vollständige, überprüfbare und unumkehrbare atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten. Zwar reklamiert Nordkorea einige kleinere Schritte für sich, tatsächliche Vernichtung von Waffen hat aber nach westlichen Erkenntnissen nicht stattgefunden.

«Niemand weiß, wie die Dinge sich entwickeln, aber das war sicherlich ein großartiger Tag, dies war ein sehr legendärer Tag, ein historischer Tag», sagte Trump. «Er wäre sogar noch historischer, wenn etwas herauskäme, etwas sehr wichtiges», sagte er. Es gehe um komplizierte Zusammenhänge. «Aber nicht so kompliziert, wie die Leute meinen.»

Trump hatte das Treffen angeblich in einer spontanen Einladung erst am Vortag via Twitter initiiert. In der Folge gab es eine hektische Last-Minute-Diplomatie, die dazu führte, dass Nordkorea die Einladung annahm.

«Gestern habe ich mir so gedacht: Hey, wir sind hier», hatte Trump kurz vor dem Treffen gesagt. Dann könne man sich auch treffen. Dann habe er seine Twitter-Nachricht herausgegeben. «Nur Händeschütteln und Hallo sagen», sagte Trump. Sollte sich die Einladung tatsächlich so zugetragen haben, wäre dies ein äußerst ungewöhnliches Verfahren in der internationalen Diplomatie. Tatsächlich dauerte die Begegnung rund eine Stunde.

Für die Einladung an Kim ins Weiße Haus wurde kein Zeitpunkt genannt. «Es wird irgendwann passieren», sagte Trump. Auf die Frage, ob Kim die Einladung annehmen wolle, gab der US-Präsident keine Antwort.

Vor Trump hatten mehrere US-Präsidenten wie Barack Obama, George W. Bush und Ronald Reagan die Entmilitarisierte Zone zwischen den beiden Koreas besucht. Keiner von ihnen hatte jedoch die Grenze überschritten oder sich mit dem jeweiligen Machthaber getroffen.

Südkoreas Präsident Moon Jae In, der Trump in die Entmilitarisierte Zone begleitete, hatte die Pläne für ein kurzes Treffen mit Kim als Ereignis von hoher Symbolkraft begrüßt. Ein Treffen Trumps mit Kim wäre ein «bedeutender Meilenstein», hatte Moon gesagt. Er könne fühlen, «dass die Blume des Friedens auf der koreanischen Halbinsel» blühe.

Die Entmilitarisierte Zone (DMZ) trennt Süd- und Nordkorea seit ihrem Bruderkrieg (1950-53) auf vier Kilometern Breite und etwa 250 Kilometern Länge. Zu einem Friedensschluss ist es nie gekommen. Völkerrechtlich befinden sich koreanische Halbinsel noch im Kriegszustand.

Trump und Moon wollen Angaben des Weißen Hauses zufolge ihre Anstrengungen fortsetzen, eine vollkommen überprüfbare atomare Abrüstung Nordkoreas zu erreichen. Außerdem sollen die Beziehungen zwischen den USA und Südkorea gestärkt werden.

Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen Trumps mit Kim im Februar in Vietnam hatte es keine Fortschritte im Atomstreit mit Nordkorea gegeben. Beide Seiten konnten in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Pjöngjangs und Gegenleistungen der USA keine Einigung erzielen.

Von ihrem ersten Gipfel in Singapur im Jahr 2018 waren hoffnungsvolle Signale ausgegangen. Kim hatte seine Bereitschaft zu einer «kompletten Denuklearisierung» bekräftigt. Doch gibt es bisher keine konkreten Zusagen, bis wann die kommunistische Führung in Pjöngjang ihr Atomwaffenarsenal abrüsten will.

Hintergrund Panmunjom: «Furchterregender Ort» und «Symbol des Friedens»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 06. 2019
16:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abrüstung Atomabrüstung Atomsprengköpfe Barack Obama Donald Trump Friedensverträge George W. Bush Kim Chongun Moon Jae In Präsidenten der USA Ronald Reagan Südkoreanische Staatspräsidenten Twitter UNO Weißes Haus
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Trump und Kim in Hanoi

29.06.2019

Trump lädt Nordkoreas Machthaber Kim zu Spontan-Treffen ein

Finden Trump und Kim schon an diesem Wochenende zueinander? Nordkorea reagiert ungewöhnlich schnell auf eine indirekte Einladung Trumps zu einem «spontanen» Treffen. Doch bleibt vieles unklar. » mehr

Kim besucht China

25.02.2019

Trump-Kim-Show: Ein bisschen Frieden - aber auch Abrüstung?

Mit Spannung wird der Gipfel von US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber in Hanoi erwartet. Beide wollen einen Erfolg und setzen stark auf Symbolik. Aber wird Kim wirklich seine Atomwaffen aufgeben? » mehr

Nordkorea

07.08.2019

Nordkorea erbeutet Milliarden bei Hacker-Raubzügen

Immer wieder taucht Nordkorea im Zusammenhang mit Cyber-Attacken auf. Nun schätzen UN-Fachleute, dass die Autokratie unter Machthaber Kim Jong Un Geld im Wert von Milliarden Dollar ergaunert hat. Es werde für einen besti... » mehr

US-Präsident Trump besucht Japan

26.05.2019

Trump hat weiter Vertrauen zu Kim Jong Un

US-Präsident Donald Trump hat dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ungeachtet jüngster Spannungen das Vertrauen ausgesprochen. » mehr

Kim Jong Un

02.08.2019

Trump schmeichelt «Freund» Kim nach neuen Raketentests

Pjöngjang provoziert zum dritten Mal innerhalb weniger Tage mit dem Test zweier Kurzstreckenraketen. Ernsthafte Konsequenzen hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht zu befürchten. US-Präsident Trump bescheinigt ihm s... » mehr

Kim Jong Un

05.05.2019

Nordkorea testete Raketenwerfer im Beisein von Kim

Nordkorea äußert schon länger seinen Unmut über die Weigerung der USA, Sanktionen gegen Pjöngjang zu lockern. Jetzt lässt Machthaber Kim mit neuen Waffenübungen militärische Stärke demonstrieren. Die Aufregung im Süden i... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw bleibt in Hof unter Brücke stecken Hof

Lkw bleibt in Hof unter Brücke stecken | 23.08.2019 Hof
» 16 Bilder ansehen

SonneMondSterne Saalfeld

SonneMondSterne-Festival | 10.08.2019 Saalburg
» 122 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - SC Eltersdorf

SpVgg Bayern Hof - SC Eltersdorf | 23.08.2019 Hof
» 38 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 06. 2019
16:37 Uhr



^