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Trump freut sich nach Kritik an «illoyalen» Juden über Lob

US-Präsident Trump ist mit Vorwürfen gegen Juden in Amerika angeeckt. Ihm schlägt deutliche Kritik auch aus Israel entgegen, aber nicht von der Regierung. Doch Trump scheint nur Lob wahrzunehmen.



Trump in Israel
Donald Trump steht am 22.05.2017 vor der Klagemauer in Jerusalem. Trump ist der erste US-Präsident, der das höchste jüdische Heiligtum während seiner Amtszeit besucht hat.   Foto: Evan Vucci/AP/Archiv

Washington/Tel Aviv(dpa) - So klingt Lob, über das sich der US-Präsident freut: Donald Trump sei «der beste Präsident für Juden», der «König von Israel» oder gar «die zweite Wiederkehr Gottes», pries ihn ein auch für Verschwörungstheorien bekannter Radiomoderator.

Trump verbreitete das Lob am Mittwoch ausführlich in drei Tweets und bedankte sich beim Moderator Wayne Allyn Root für die «sehr netten Worte». Trump hatte am Dienstag Juden in den USA, die für die Demokraten stimmen, «Illoyalität» vorgeworfen.

Die Äußerung des Republikaners wurden in den USA als auch in israelischen Oppositionskreisen heftig kritisiert. «Es ist unklar, wem gegenüber (laut Trump) Juden 'illoyal' seien sollen, aber Anschuldigungen von Illoyalität wurden schon lange dazu benutzt, um Juden anzugreifen», schrieb Jonathan Greenblatt von der Anti-Diffamierungs-Liga (ADL) in New York in der Nacht zu Mittwoch auf Twitter. Man müsse damit aufhören, «Juden als politischen Spielball zu verwenden». Der führende Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Joe Biden, nannte Trumps Äußerungen auf Twitter «beleidigend und unentschuldbar».

Trump hatte sich am Dienstag zur Entscheidung der israelischen Regierung geäußert, den beiden demokratischen Kongressabgeordneten Ilhan Omar und Rashida Tlaib die Einreise zu verweigern. Er verband dies mit einer Attacke auf die Demokraten: «Was ist aus der Demokratischen Partei geworden? Was ist aus ihnen geworden, wenn sie diese beiden Personen verteidigen und damit über den Staat Israel stellen?», fragte er und fügte hinzu: «Und ich denke, dass alle jüdischen Personen, die für einen Demokraten stimmen, ich denke, das zeigt entweder eine totale Wissenslücke oder große Illoyalität.»

Am Mittwoch erweiterte Trump seinen Vorwurf und erklärte, eine Stimme für die Demokraten sei sehr illoyal gegenüber Juden und gegenüber Israel. «Sie wollen Israel viel Schlechtes antun», sagte er im Weißen Haus mit Blick auf die Demokraten. Er wiederum habe so viel für Israel getan wie kein Präsident vor ihm, sagte Trump. Der Präsident bewirbt sich im kommenden Jahr um eine Wiederwahl.

David Harris, Vorsitzender des American Jewish Committee in Washington, nannte Trumps Aussagen «auf schockierende Weise spaltend und unziemlich für den Inhaber des höchsten Amtes». Amerikanische Juden hätten wie alle anderen Amerikaner unterschiedliche politische Haltungen. «Seine Einschätzung ihres Wissens oder ihrer 'Loyalität', basierend auf ihrer Parteipräferenz, ist unpassend, unerwünscht und absolut gefährlich.»

In Israel kam Kritik von Oppositionspolitikern. Der jüdische Parlamentsabgeordnete Ofir Cassif von der Vereinigten Arabischen Liste schrieb auf Twitter: «In einer normalen Welt würde ein Präsident, der so über die Juden in seinem Land spricht, vom israelischen Ministerpräsidenten aufs Schärfste verurteilt.» Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bleibe dagegen selbst im Angesicht von Antisemitismus stumm.

Tamar Sandberg, Abgeordnete der linken Merez-Partei, schrieb auf Twitter, die Loyalität von Juden werde schon seit Generationen angezweifelt. «Heute vereint es das antiliberale Bündnis von Netanjahu, Trump und anderen Spitzenpolitikern.»

Dan Shapiro, ehemaliger US-Botschafter in Israel, schrieb auf Twitter zu Trumps Aussagen: «Er ist widerlich, natürlich. Aber das verdient, verspottet zu werden, mehr noch als verurteilt zu werden.» Jedes Mal, wenn Trump spreche, erhöhe das den Anteil der jüdischen Wähler der Demokraten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
19:59 Uhr

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21. 08. 2019
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