Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

Brennpunkte

Trump will als fleißig gelten

Der Job als US-Präsident ist fraglos enorm belastend. Allerdings hat Donald Trump nicht besonders viele Termine und dafür reichlich Zeit zur freien Verfügung. Das heiße nicht, dass er wenig arbeite, rechtfertigt sich der Präsident nun - ganz im Gegenteil.



Donald Trump
Donald Trump, Präsident der USA, will trotz weniger Termine als fleißig gelten.   Foto: Evan Vucci/AP

Nach der Veröffentlichung seiner nicht übermäßig vollen Terminpläne in amerikanischen Medien wehrt sich US-Präsident Donald Trump gegen den Eindruck, er vernachlässige seinen Job.

«Ich arbeite wahrscheinlich mehr Stunden als fast alle früheren Präsidenten», schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. Am Montag legte er nach: «Kein Präsident hat jemals härter gearbeitet als ich (räume gerade das Chaos auf, das ich geerbt habe)!»

Die Nachrichtenseite Axios hatte kürzlich interne Terminpläne Trumps aus den vergangenen drei Monaten veröffentlicht, die ihr von einer Quelle im Weißen Haus zugespielt worden waren. Rund 60 Prozent der dort erfassten Zeit ist nach Axios-Angaben unstrukturierte «Executive Time», also Zeit zur freien Verfügung.

Axios berichtete außerdem, Trumps erster Termin sei an den meisten Tagen erst um 11.00 Uhr oder 11.30 Uhr. Die Terminpläne sorgten besonders bei Trump-kritischen Medien für Spott. Der Sender CNN beispielsweise warf mit Blick auf die Frisur und den Teint des Präsidenten die Frage auf, ob Trump in den Stunden vor dem ersten Termin sein Haar frisiere oder Bräunungscreme auftrage. Wenn Trump nicht auf Reisen sei, wirkten die Terminpläne «weniger voll als die eines Erstklässlers», meinte der Sender.

«Executive Time» lässt sich sinngemäß mit «Chefzeit» oder «Führungszeit» übersetzen und ist als präsidialer Tagesordnungspunkt eine Erfindung von Trumps Weißem Haus. Trump meinte am Sonntag, die Medien hätten nicht negativ, sondern positiv über seine Terminpläne berichten sollen. «Wenn der Begriff «Executive Time» genutzt wird, arbeite ich in der Regel und ruhe mich nicht aus.» Wegen des chaotischen Zustandes des Landes bei seinem Amtsantritt habe er gar keine andere Wahl gehabt, als sehr viel zu arbeiten.

Axios hatte berichtet, der Frühaufsteher Trump sei oft schon vor 6.00 Uhr wach. In den Zeitplänen sei meist die Zeit bis 11.00 Uhr als «Executive Time» aufgeführt, die Trump demnach im Oval Office verbringe. Trump sei nach Angaben von sechs Quellen in dieser Zeit aber nie in seinem Büro. Stattdessen sei er in der Residenz, schaue Fernsehen und lese Zeitungen. Dann reagiere er auf das, was er sehe und lese, und rufe etwa Berater, Freunde oder Kongressabgeordnete an. Häufig schickt Trump am Morgen auch Twitter-Botschaften in die Welt.

Trumps unkonventioneller Regierungsstil macht es schwierig zu definieren, wo die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit verläuft. Mit seinen Tweets beispielsweise macht er auf jeden Fall Politik, auch in der «Executive Time». Dennoch erscheint sehr fragwürdig, ob Trump - wie er nun behauptet - wirklich mehr arbeitet als seine Vorgänger. Bekannt ist Trumps Hang zu Übertreibungen und zum Selbstlob. So behauptet er auch, dass seine Regierung in den ersten zwei Jahren mehr erreicht habe als alle zuvor.

Axios berichtete, der Terminplan von Präsident George W. Bush sei über Monate hinaus ausgebucht gewesen. Auch sei Bush immer ab 6.45 Uhr im Büro gewesen. Der Terminplan seines Vater und Vor-Vorgängers im Amt, George H.W. Bush, sei in Zehn-Minuten-Intervallen getaktet gewesen. Trumps Vorgänger Barack Obama habe an einem typischen Arbeitstag sechs Meetings gehabt.

Dass die internen Terminpläne an die Öffentlichkeit gerieten, sorgte in den USA für Schlagzeilen. Trumps amtierender Stabschef Mick Mulvaney spielte das am Sonntag herunter. Die Inhalte seien ohnehin «nicht so vertraulich» gewesen, sagte er dem Sender Fox News. Rund 400 Menschen hätten Zugriff auf die Pläne. Dennoch suche man nach der Person, die sie gesammelt und weitergegeben habe, sagte Mulvaney. «Ich hoffe, dass wir dafür in dieser Woche eine Lösung haben werden.»

Veröffentlicht am:
11. 02. 2019
19:18 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Barack Obama CNN Donald Trump Erstklässler Fox News Channel Kongressabgeordnete Oval Office Termine Twitter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Grenzübergang

17.10.2019

Pence verhandelt mit Erdogan über Waffenruhe in Nordsyrien

Kann US-Vizepräsident Pence dem türkischen Präsidenten in Ankara eine Waffenruhe in Nordsyrien abringen? Auch Bundeskanzlerin Merkel fordert erneut ein Ende der türkischen Offensive gegen Kurdenmilizen. Aus Syrien kommen... » mehr

Adam Schiff

30.09.2019

Donald Trump bringt Festnahme von Ausschuss-Chef ins Spiel

«Landesverrat» und «bürgerkriegsähnlicher Bruch»: Die Tonlage in der Ukraine-Affäre verschärft sich immer weiter. Der US-Präsident beschränkt seine Attacken nicht nur auf den Whistleblower, der ihn in Bedrängnis gebracht... » mehr

Trump und Selenskyj in New York

26.09.2019

Whistleblower: Weißes Haus vertuscht bei Trump-Telefonat

US-Präsident Trump gerät zunehmend unter Druck. Die Ukraine-Affäre setzt ihm zu. Nun ist die Beschwerde des Whistleblowers öffentlich, der die ganze Sache erst ins Rollen gebracht hat. Darin stecken schwere Anschuldigung... » mehr

John Bolton

11.09.2019

Botschafter Grenell im Rennen als Bolton-Nachfolger

Donald Trump hat den Scharfmacher Bolton als Nationalen Sicherheitsberater gefeuert. Eine Änderung von Trumps Außenpolitik muss das nicht bedeuten. Im Rennen um Boltons Nachfolge sehen US-Medien auch jemanden, den die De... » mehr

Flagge und Tränengas

01.05.2019

«Keine halben Sachen»: Guaidó will Entscheidung erzwingen

Eim Umsturz in Venezuela mit Hilfe des Militärs ist vorerst gescheitert. Jetzt will der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó das Land lahm legen, bis sein Widersacher Nicolás Maduro klein beigibt. Doch der Staat... » mehr

Nach Massaker in Texas

05.08.2019

Demokraten: Trumps Rhetorik ebnet Weg für Hassverbrechen

Donald Trump sagt, Hass habe keinen Platz in den USA. Mehrere Demokraten geben ihm dagegen eine Mitschuld an dem Massaker in El Paso. Und sie fordern einmal mehr eine Verschärfung der Waffengesetze. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Leerstände in Helmbrechts

Leerstände in Helmbrechts | 21.10.2019 Helmbrechts
» 18 Bilder ansehen

2000er-Party Weißenstadt

2000er-Party Susi Weißenstadt | 19.10.2019 Weißenstadt
» 46 Bilder ansehen

Fightnight Plauen mit Etem Bayramoglu Plauen

Fightnight Plauen mit Etem Bayramoglu | 19.10.2019 Plauen
» 69 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
11. 02. 2019
19:18 Uhr



^