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Trumps Ex-Anwalt verklagt Trump-Firmen auf Millionenbetrag

Muss US-Präsident Trump seinem Ex-Anwalt und heute ärgsten Feind Michael Cohen 1,9 Millionen Dollar Anwaltskosten zahlen? Das wäre bizarr - aber Cohen beruft sich auf eine Vereinbarung mit der Trump-Organisation.



Michael Cohen
Der Ex-Anwalt von Donald Trump, Michael Cohen, hatte den US-Präsidenten in einer Anhörung vor dem Kongress als Betrüger bezeichnet und schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben.   Foto: Alex Brandon/AP

Der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, verklagt die Trump-Organisation auf Zahlung von rund 1,9 Millionen Dollar Anwaltskosten.

Nach der am Donnerstag bei einem Gericht im Bundesstaat New York eingereichten Klage handelt es sich dabei um Ausgaben, die Cohen für seinen Rechtsbeistand in zahlreichen Anhörungen und Verfahren aufwenden musste.

Cohens Anwälte werfen der Trump-Organisation Vertragsbruch vor. Sie argumentieren, die Trump-Organisation habe im Juli 2017 vereinbart, die Kosten für Cohens Anwälte bei den diversen Untersuchungen zu übernehmen.

Cohen (52) hat sich von Trump abgewandt und vor Gericht und dem US-Kongress schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten erhoben. Im vergangenen Jahr hatte sich Cohen selbst vor Gericht wegen mehrerer Vergehen schuldig bekannt, unter anderem wegen einer Falschaussage vor dem Kongress und wegen Verstößen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung.

Bei letzterem handelte es sich um Schweigegeldzahlungen, die Cohen nach eigener Aussage im Auftrag von Trump ausgeführt hatte. Im Dezember wurde der Ex-Anwalt zu drei Jahren Haft verurteilt, die er im Mai antreten soll.

In der Klage heißt es nun, trotz der Vereinbarung weigere sich die Trump-Organisation seit Mai vergangenen Jahres, Cohens Anwaltskosten zu bezahlen. Die offenen Rechnungen und damit zusammenhängende Kosten summierten sich auf etwa 1,9 Millionen Dollar. Durch den Vertragsbruch sei Cohen zudem weiterer Schaden entstanden, den die Trump-Organisation ebenfalls erstatten müsse. Die endgültige Summe solle bei dem Gerichtsverfahren bestimmt werden.

Cohen arbeitet mit FBI-Sonderermittler Robert Mueller zusammen. Trump hat ihn deswegen öffentlich als «Ratte» bezeichnet. Bei den Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller geht es unter anderem um die Frage, ob es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Geheimabsprachen des Trump-Lagers mit Russland zugunsten des Republikaners gegeben hat und ob Trump die Justiz behindert hat.

Am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) sollte vor einem Gericht in der Nähe der US-Hauptstadt Washington das Strafmaß für Trumps früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort verkündet werden. Der 69-Jährige war bereits im vergangenen August von Geschworenen in dem Prozess in Alexandria (Bundesstaat Virginia) unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrugs schuldig gesprochen worden. Ihm droht eine lange Haftstrafe. Dieser Prozess hat nicht direkt etwas mit der Russland-Affäre um Trump zu tun.

In einem weiteren Prozess muss sich Manafort vor einem Gericht in Washington verantworten. In diesem Verfahren, das mit seiner früheren Beratertätigkeit in der Ukraine zusammenhängt, soll in der kommenden Woche das Urteil verkündet werden. Manafort werden darin Verschwörung und Behinderung der Justiz vorgeworfen.

Im vergangenen September hatte Manafort die Zusammenarbeit mit dem Mueller-Team vereinbart. Nach Überzeugung des Gerichts in Washington hat Manafort Muellers Team aber bei dessen Ermittlungen belogen und damit gegen eine Vereinbarung für Strafminderung verstoßen. Auch in diesem Verfahren droht Manafort eine lange Haftstrafe.

Spekuliert wird, dass Manafort womöglich auf eine Begnadigung durch Trump hoffen könnte. Trump hat mehrfach kritisiert, Manafort werde ungerecht behandelt. Trump selbst weist vehement zurück, dass es im Wahlkampf 2016 geheime Absprachen mit Russland gab. Der Präsident nennt die Mueller-Ermittlungen eine «Hexenjagd».

Die Trump-Organisation umfasst die vielen verschiedenen Unternehmen der Firmengruppe Trumps. Mit seinem Amtsantritt im Januar 2017 zog sich der Präsident zwar aus der operativen Führung zurück, die er seinen beiden ältesten Söhnen überließ. Er ist aber weiterhin Besitzer der Trump-Organisation.

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 03. 2019
21:26 Uhr

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07. 03. 2019
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