Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusKommunalwahl 2020WohnzimmerkunstBlitzerwarnerHof-Galerie

Brennpunkte

US-Gericht verfügt Beschlagnahmung von Supertanker «Grace 1»

Im Streit zwischen dem Iran und westlichen Ländern um festgesetzte Öltanker kommen massive Vorwürfe aus den USA. Wird das den Konflikt wieder anheizen, in dem es um viel mehr als um die Schiffe geht?



Supertanker «Grace 1»
Der Supertanker «Grace 1» liegt in den Gewässern von Gibraltar.   Foto: Marcos Moreno/AP

Der Streit um den mit iranischem Öl beladenen Supertanker «Grace 1» nimmt wieder an Schärfe zu. Ein US-Bundesgericht in Washington hat die Beschlagnahmung des vor Gibraltar liegenden Schiffes verfügt.

Das Justizministerium begründete das am Freitag (Ortszeit) in einer Mitteilung mit mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze und Terrorismusstatuten. Die Folgen für den Tanker waren zunächst unklar.

Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets Gibraltar an der Südspitze der iberischen Halbinsel hatte am Donnerstag bestätigt, den vor etwa sechs Wochen festgesetzten Supertanker freizugeben. Nach Angaben des Internet-Ortungsdiensts «Marine Traffic» ankerte die «Grace 1» am Samstagvormittag weiterhin vor der Küste Gibraltars.

Das Schiff wird voraussichtlich nicht vor Sonntag die Gewässer vor Gibraltar verlassen: Es würden sechs neue Crewmitglieder und ein neuer Kapitän erwartet, was die Abfahrt verzögere, berichtete die Zeitung «Gibraltar Chronicle» unter Berufung auf eine mit dem Fall gut vertraute Quelle. Es sei somit «unwahrscheinlich», dass das Schiff vor Sonntag in See steche.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker am 4. Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt. Das britische Außenministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - dies wäre ansonsten ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Nach iranischen Angaben soll der Tanker in «Adrian Darya» umbenannt werden und künftig unter iranischer Flagge fahren.

Das Gericht in Washington verfügte am Freitag auch die Beschlagnahmung des Öls an Bord der «Grace 1» und von knapp einer Million Dollar Bankvermögen einer Briefkastenfirma, die Verbindungen zu dem Schiff haben soll. Die Staatsanwaltschaft führte aus, das Schiff sei Teil eines Plans der iranischen Revolutionsgarden zur Unterstützung illegaler Lieferungen des Irans an Syrien.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die Revolutionsgarden im April als ausländische Terrororganisation eingestuft. Die USA haben außerdem harte Sanktionen gegen den Iran verhängt, die vor allem auf den Ölsektor des Landes abzielen.

Nur zwei Wochen nach dem Festsetzen der «Grace 1» stoppten die iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus den britischen Öltanker «Stena Impero». Zur Begründung hieß es, das Schiff habe internationale Regeln der Seefahrt nicht eingehalten, sein GPS-System ausgeschaltet und umweltschädigende Materialien an Bord. Einen vom Iran vorgeschlagenen Austausch der beiden Tanker lehnte London ab.

Immer wieder kam es in den vergangenen Wochen zu Zwischenfällen vor allem in der Straße von Hormus, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt. Sie zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Die USA machten den Iran für diverse Attacken auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich. Das bestreitet die Führung in Teheran vehement.

Hinter den Spannungen zwischen dem Iran und den USA steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran weist das zurück.

Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, das Teheran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden sollte. Seit dem Ausstieg aus dem Abkommen setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und auf andere Gebiete erweitertes Abkommen auszuhandeln. Der Iran widersteht dem Druck bisher.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 08. 2019
19:11 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Atomstreits Atomwaffen Außenministerien Britisches Außenministerium Donald Trump Justizministerien Kapitäne Regierungen und Regierungseinrichtungen Schiffe Staatsanwaltschaft Tanker und Supertanker Öltanker
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Supertanker «Grace 1» vor Gibraltar

18.08.2019

Supertanker mit iranischem Öl soll Gibraltar verlassen

Im Streit zwischen dem Iran und westlichen Ländern um festgesetzte Öltanker gibt es Bewegung. Wird das Entspannung in dem schwelenden Konflikt bringen, in dem es um viel mehr geht als um Schiffe? » mehr

Roland Kaiser live in Coburg

15.08.2019

Gibraltar will Supertanker «Grace 1» freigeben

Der Konflikt mit dem Iran wird seit Monaten auch auf internationalen Schifffahrtsrouten ausgetragen. Eine Gerichtsentscheidung auf Gibraltar könnte die Lage entspannen, doch nun grätschen die Amerikaner dazwischen. Was s... » mehr

HMS Monrose

13.07.2019

London will Öltanker gegen iranische Zusicherung freigeben

Im Tankerstreit reden London und Teheran zumindest wieder mit- und nicht mehr nur übereinander. Beide begrüßen eine friedliche Lösung. Das könnte auch einer inhaftierten Britin zur Freiheit verhelfen. » mehr

Roger Stone

20.02.2020

Trump-Vertrauter Stone muss mehr als drei Jahren in Haft

Der Prozess gegen einen Trump-Vertrauten sorgte für viel Wirbel. Der US-Präsident hat die Staatsanwaltschaft in dem Fall offen kritisiert. Nun ist das Strafmaß verkündet, und Trump meldet sich gleich wieder zu Wort. Könn... » mehr

Weniger twittern?

14.02.2020

Offene Kritik: US-Justizminister will weniger Trump-Tweets

Trump ist für seine Tweets berüchtigt. Sein Justizminister hält eigentlich stramm zu ihm, doch nun kommt von William Barr eine ungewöhnliche Mahnung an den Präsidenten. Der twittert weiter und reagiert zugleich milde auf... » mehr

HMS Monrose

11.07.2019

Iran soll britischen Tanker in der Golfregion bedrängt haben

Der britischen Regierung zufolge versuchten iranische Boote, einen britischen Tanker an der Durchfahrt durch die Meerenge zu hindern. Erst als eine britische Fregatte nahte, drehten sie ab. Teheran bestreitet, an dem Vor... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Produktion der Online Gottesdienste im Dekanat Naila

Produktion der Online Gottesdienste im Dekanat Naila | 29.03.2020 Dekanat Naila
» 51 Bilder ansehen

Your-Stage-Festival 2020 in Hof

Your-Stage-Festival 2020 in Hof | 01.03.2020 Hof
» 115 Bilder ansehen

Workout in der Corona-Krise Lorenzreuth

Workout in der Corona-Krise | 26.03.2020 Lorenzreuth
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 08. 2019
19:11 Uhr



^