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USA nehmen Abschied von früherem Präsidenten Bush

In der Amtszeit von George H. W. Bush endete der Kalte Krieg, der US-Präsident trug maßgeblich zur Wiedervereinigung Deutschlands bei. Nun ist Bush gestorben. Kanzlerin Merkel würdigt ihn als einen «Glücksfall der deutschen Geschichte».



George Bush im Jahr 2012
George H.W. Bush war ein Republikaner der alten Schule.   Foto: epa/Archiv » zu den Bildern

Die USA nehmen Abschied von ihrem früheren Präsidenten George H. W. Bush: Bei einer Trauerfeier in der Nationalen Kathedrale in Washington wollen US-Präsident Donald Trump und andere Würdenträger dem Verstorbenen am Mittwoch die letzte Ehre erweisen.

Trump erklärte den Mittwoch zum Nationalen Trauertag. Bereits an diesem Montag wird Bushs Leichnam im US-Kapitol aufgebahrt. Bush war am Freitag im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Houston im Bundesstaat Texas gestorben. Am Donnerstag soll er in College Station in Texas beerdigt werden.

Bushs Tod wurde nicht nur in den USA, sondern weltweit mit Trauer aufgenommen. Als «wahren Freund» der Deutschen würdigten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel den Verstorbenen, der sich für die Wiedervereinigung eingesetzt hatte. Bush senior saß von 1989 bis 1993 als 41. Präsident der USA im Weißen Haus in Washington - in jener Zeit endete der Kalte Krieg. Zuvor diente der Republikaner acht Jahre unter Präsident Ronald Reagan als dessen Stellvertreter. Bushs Sohn George W. Bush war von 2001 bis 2009 der 43. US-Präsident.

Steinmeier und Merkel schickten am Samstag Kondolenzschreiben an Trump. «Ohne das Vertrauen und die Freundschaft der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen», betonte Steinmeier. Merkel nannte Bush senior einen «Glücksfall der deutschen Geschichte» und würdigte dessen Rolle für das transatlantische Verhältnis.

Am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires äußerte sich Merkel bewegt über die Todesnachricht. Sie trauere um Bush, «als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und als eine Deutsche, die ohne die Ergebnisse seiner Politik heute wohl kaum hier stehen könnte», sagte Merkel in der argentinischen Hauptstadt.

Merkel sprach von Hochachtung und Dankbarkeit. «Dankbarkeit, dass George Bush unsere Sehnsucht nach der Einheit Deutschlands erkannte und verstand. Dankbarkeit dass er, als die friedliche Revolution in der DDR die Mauer zu Fall brachte, uns Deutschen half, den Weg in die Wiedervereinigung zu gehen.» Zum Nachlass von Bush gehöre auch die Erkenntnis, dass es sich lohne, im internationalen Verhältnis Vertrauen zu schaffen und Vertrauen zu schenken. 

Trump ordnete am Samstag an, die Flaggen am Weißen Haus, an allen öffentlichen Gebäuden in den USA und an US-Vertretungen sowie Militärbasen im Ausland für 30 Tage auf halbmast zu setzen. Er kündigte an, Bushs Leichnam in Texas von seinem Präsidenten-Flugzeug Air Force One abholen und nach Washington bringen zu lassen.

Am Montag wollen Abgeordnete des Senats und des Repräsentantenhauses des Toten bei einer Zeremonie im Kapitol gedenken. Dort bleibt der Leichnam bis Mittwoch aufgebahrt, damit Bürger Abschied nehmen können. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, teilte mit, Donald Trump und First Lady Melania Trump würden an der Trauerfeier für Bush in der Nationalen Kathedrale teilnehmen. Beerdigt wird Bush am Donnerstag auf dem Campus der A&M-Universität in College Station, die seine Bibliothek und sein Museum beherbergt.

Bushs Sohn George W. Bush äußerte Dankbarkeit: George H. W. Bush sei der beste Vater gewesen, den man sich als Sohn oder Tochter habe wünschen können, hieß es in einer Erklärung. Die Familie sei dankbar für dessen Leben. Der zweitälteste Sohn Jeb Bush schrieb auf Twitter, nichts habe seinem Vater mehr Freude bereitet, als anderen zu helfen.

George H. W. Bush musste in den vergangenen Jahren immer wieder im Krankenhaus behandelt werden. Vor rund zweieinhalb Jahren brach er sich bei einem Sturz einen Halswirbel. Zuletzt saß er im Rollstuhl. Erst im April dieses Jahres war seine Frau Barbara gestorben. Die beiden waren 73 Jahre verheiratet. Das Ehepaar hatte sechs Kinder, von denen eines im Alter von drei Jahren gestorben war.

Auch Trump würdigte seinen Vorgänger. «Mit einem zuverlässigen Urteilsvermögen, gesundem Menschenverstand und einer unerschütterlichen Führung brachte Präsident Bush unsere Nation und die Welt zu einem friedlichen und siegreichen Abschluss des Kalten Krieges», hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

Dem Historiker Mark Updegrove zufolge hatte George H. W. Bush keine gute Meinung von Donald Trump und wählte ihn im November 2016 auch nicht - obwohl Trump der Kandidat seiner republikanischen Partei war. Der Trauerfeier für Barbara Bush im April war Trump ferngeblieben. Der Präsident ließ damals ausrichten, «aus Respekt vor der Bush-Familie» nicht teilnehmen zu wollen.

Auch die Demokraten würdigen den verstorbenen Republikaner. In einer Erklärung von Ex-Präsident Barack Obama und dessen Ehefrau Michelle Obama hießt es, Amerika habe einen «Patrioten und bescheidenen Diener» verloren. Der demokratische Ex-Präsident Bill Clinton, dem Bush im Präsidentschaftswahlkampf 1992 unterlegen war, dankte Bush für dessen Freundschaft. Ex-Präsident Jimmy Carter (94) zeigte sich ebenfalls «zutiefst traurig» über den Tod von Bush.

International war die Anteilnahme am Tod von Bush groß. Der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow nannte Bush einen «echten Partner», mit dem er in einer «dramatischen Zeit» zusammengearbeitet habe. «Das Ergebnis war die Beendigung des Kalten Krieges und des Rüstungswettlaufs», sagte der 87-Jährige der Agentur Interfax.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hob hervor, Bush habe die Allianz mit Europa immer unterstützt. Die britische Premierministerin Theresa May schrieb auf Twitter, Bush sei ein echter Freund Großbritanniens gewesen. Russlands Präsident Wladimir Putin lobte «Mut und Weitsicht» des Verstorbenen. «George Bush der Ältere hat viel getan, um die russisch-amerikanische Zusammenarbeit in Fragen der internationalen Sicherheit zu stärken», schrieb Putin.

Bush war in seinen letzten Momenten von Familienangehörigen und Freunden umgebeben. Darunter war sein früherer Außenminister James A. Baker. Baker sagte der «New York Times», der frühere Präsident - der lange an einer Form von Parkinson litt - sei friedlich gestorben. «Und er war bereit.»

Aus George H. W. Bushs Amtszeit ist auch der Krieg zur Befreiung Kuwaits 1991 von irakischen Truppen in Erinnerung.

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 12. 2018
14:31 Uhr

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02. 12. 2018
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